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ÖAMTC-Befragung: Kinder im Straßenverkehr sorgen bei Junglenker für besonders hohe Aufmerksamkeit

Einparken ist größte Herausforderung junger Lenker:innen – Vertrauensgrundsatz zwar bekannt, aber nicht immer richtig verstanden

Pünktlich zum Schulbeginn erinnert der ÖAMTC an die besondere Verantwortung aller Verkehrsteilnehmenden gegenüber Kindern im Straßenverkehr. Eine österreichweite ÖAMTC-Befragung unter Führerscheinneulingen zeigt, dass junge Lenker:innen auf die jüngsten Verkehrsteilehmer:innen verstärkt Rücksicht nehmen: Fast alle Befragten gaben kann, bei Kindern besonders aufmerksam zu sein. Gleichzeitig kennt rund ein Drittel den genauen Inhalt des Vertrauensgrundsatzes nicht. Einparken bereitet jungen Lenker:innen die größten Sorgen – noch vor dem Navigieren im Stadtverkehr.

Die Befragung wurde im Sommer 2026 in den ÖAMTC Fahrtechnik Zentren durchgeführt. Insgesamt nahmen 320 Teilnehmer:innen des verpflichtenden Fahrsicherheitstrainings teil – also jenes Fahrtrainings, das Führerscheinneulinge drei bis neun Monate nach bestandener Fahrprüfung im Rahmen der Mehrphasenausbildung absolvieren müssen. 80 Prozent der Befragten waren höchstens 20 Jahre alt.

Größte Herausforderungen: Einparken, Stadtverkehr und Schlechtwetterfahrten

"43 Prozent nennen das Einparken in enge Parklücken als größte Herausforderung. Auf Rang zwei folgt mit 29 Prozent das Fahren im Stadtverkehr mit vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer:innen. Schlechtwetterfahrten und das Navigieren in starkem Verkehr teilen sich mit je 22 Prozent Rang drei", fasst ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger die Ergebnisse zusammen.

Führerscheinneulingen rät Roland Frisch, PKW-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik, deshalb: "Einparken in enge Parklücken und Fahren im Stadtverkehr während des Alltags gezielt trainieren – nicht meiden."

Vertrauensgrundsatz: 88 Prozent wissen, dass Kinder ausgenommen sind

Der Begriff "Vertrauensgrundsatz" ist 96 Prozent der Befragten bekannt. Doch nur 63 Prozent wissen auch, was er bedeutet: Lenker:innen dürfen grundsätzlich darauf vertrauen, dass sich andere Verkehrsteilnehmende an die Verkehrsregeln halten.

Von jenen, die den Vertrauensgrundsatz richtig erklären konnten, wussten 88 Prozent auch, dass Kinder davon ausgenommen sind. "Bei Kindern im Straßenverkehr sollte man nie auf regelkonformes Verhalten vertrauen, sondern immer bremsbereit sein, ausreichend Abstand halten und Ablenkungen vermeiden. Hier gilt: Rücksicht und vorausschauendes Fahren sind besser als Vertrauen", betont die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Kinder im Straßenverkehr: Alarmbereitschaft bei fast allen jungen Lenker:innen

Besonders deutlich zeigt die Befragung, wie aufmerksam junge Lenker:innen auf Kinder im Straßenverkehr reagieren. 98 Prozent geben an, bei Kindern in ihrer Nähe besonders aufmerksam zu sein. "64 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass Kinder sich unvorhersehbar im Straßenverkehr bewegen. Zum Schulbeginn gilt das ganz besonders: Viele Kinder sind erstmals oder nach den Sommerferien wieder auf ihrem Schulweg unterwegs, Schulanfänger:innen sind dabei oft noch unsicher und handeln spontan. Deshalb ist in ihrer Nähe eine der Situation angepasste Fahrweise besonders wichtig", so die ÖAMTC-Expertin. Mehr als ein Viertel der Befragten haben fordernde Situationen mit Kindern erlebt: häufig an Kreuzungen (30 Prozent), bei Wohnsiedlungen (27 Prozent) und vor Schulen (24 Prozent). Auch auf Parkplätzen und nahe von Spielplätzen berichtete rund ein Fünftel der Teilnehmenden von heiklen Begegnungen. "Gefährdungssituationen entstehen überall dort, wo Kinder unterwegs sind – auch mit Begleitung. Deshalb erfordern alle Straßenabschnitte mit sogenannten Kinderbereichen, etwa bei Schulen, Spiel- oder Sportplätzen, besonders viel Rücksicht", betont die Verkehrspsychologin.

Mehrphasentraining stärkt sichere Fahrpraxis

Das Fahrsicherheitstraining der ÖAMTC Fahrtechnik unterstützt Führerscheinneulinge dabei, typische Risikosituationen aus den ersten Monaten Fahrpraxis zu reflektieren, besser einzuschätzen und künftig sicher zu bewältigen – oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen. "Idealerweise absolviert man das Training zeitnah nach der Prüfung und mit bereits gesammelter Fahrpraxis. So lassen sich Erfahrungen aus dem Straßenalltag direkt mit professionellem Feedback verknüpfen und sichere Routinen für Bremsmanöver, Kurvenfahrten und schwierigen Fahrbedingungen entwickeln", unterstreicht Pkw-Chefinstruktor Frisch die Vorteile des Trainings. Ergänzt wird das Fahrtraining durch individuelles Feedback der Instruktor:innen sowie ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch.

Alle Informationen zum Fahrsicherheitstraining der ÖAMTC Fahrtechnik sowie Buchungsmöglichkeiten finden sich unter www.oeamtc.at/fahrtechnik.