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ÖAMTC: Achtlos weggeworfener Müll kann teuer werden – auch im Ausland

Neue Littering-Regeln in der Schweiz, Müll aus dem Autofenster gefährdet zudem die Verkehrssicherheit

Eine leere Getränkedose am Straßenrand, der Zigarettenstummel im Sand oder die Verpackung auf der Parkbank: Was manche als Bagatelle ansehen, kann empfindlich ins Geld gehen, auch im Urlaub. In vielen Ländern wird sogenanntes Littering, also das achtlose Wegwerfen von Müll im öffentlichen Raum, streng geahndet. "Viele Reisende kennen die strengen Regeln aus Ländern wie Japan oder Singapur. Weniger bekannt ist, dass auch zahlreiche europäische Staaten Geldstrafen für Littering verhängen", erklärt ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek.

Auch in Österreich ist das Wegwerfen von Abfällen im öffentlichen Raum nicht erlaubt. Das achtlose Entsorgen von Müll kann als Verwaltungsübertretung geahndet werden. "Müll gehört weder in die Natur noch auf die Straße. Wer seine Abfälle richtig entsorgt, schont die Umwelt, nimmt Rücksicht auf andere und vermeidet unnötigen Ärger – egal ob im In- oder Ausland", so die Expertin.

Strenge Littering-Regeln im Ausland

* Schweiz: Besonders aktuell ist das Thema in der Schweiz. Dort gelten seit Anfang August erstmals landesweit einheitliche Regelungen gegen Littering. Je nach Art und Menge des weggeworfenen Abfalls können Geldstrafen von bis zu 250 Schweizer Franken verhängt werden. Für die illegale Entsorgung größerer Abfallmengen sind sogar deutlich höhere Strafen vorgesehen.

"Gerade bei Wanderungen, Ausflügen oder Picknicks sollten Abfälle wieder mitgenommen und ordnungsgemäß entsorgt werden. Die neuen Schweizer Bestimmungen gelten selbstverständlich auch für Urlauber:innen", sagt Polasek.

* Frankreich: Auch in Frankreich wird das Wegwerfen von Müll konsequent bestraft. Wer Zigarettenstummel, Verpackungen oder andere Abfälle im öffentlichen Raum entsorgt, muss mit einer Sofortstrafe von 135 Euro rechnen. Bei schwereren Verstößen können die Strafen auf bis zu 1.500 Euro steigen.

* Italien: In Italien ist das Wegwerfen von Zigarettenstummeln, Kaugummis, Kassenzetteln und anderen Kleinabfällen ausdrücklich verboten. Die vorgesehenen Geldbußen liegen zwischen 30 und 150 Euro.

* Singapur: Besonders rigoros geht Singapur gegen Müllsünden vor, es zählt zu den strengsten Ländern weltweit. Für Littering drohen hohe Geldstrafen. Wiederholungstäter:innen können zusätzlich zu sogenannten "Corrective Work Order" verpflichtet werden und müssen Reinigungsarbeiten im öffentlichen Raum leisten.

Müll aus dem Autofenster kann gefährlich und teuer werden

Nicht nur auf Straßen, Plätzen oder in Parks drohen Strafen. Auch das Entsorgen von Müll aus dem fahrenden Fahrzeug ist verboten. Wer Müll aus dem Autofenster wirft, schadet nicht nur der Umwelt, sondern kann auch andere Verkehrsteilnehmer:innen gefährden. Getränkebecher, Sackerl oder andere Gegenstände können auf der Fahrbahn oder auf Fahrzeugen landen und dadurch kritische Situationen verursachen. So können z. B. noch glühende Zigarettenstummel Motorradfahrende verletzen oder weggeworfene Gegenstände die Sicht anderer Verkehrsteilnehmer:innen beeinträchtigen.

Das kann rechtliche Konsequenzen haben: In Österreich können dabei je nach Sachverhalt straßenverkehrsrechtliche Vorschriften ebenso zur Anwendung kommen wie landesrechtliche Regelungen. In Wien sieht etwa das Reinhaltegesetz Verwaltungsstrafen von bis zu 1.000 Euro vor. Auch eine Bestrafung nach dem Abfallwirtschaftsgesetz kommt in Betracht.

"Gerade auf längeren Autofahrten empfiehlt es sich, Abfälle bis zur nächsten Rastmöglichkeit im Fahrzeug aufzubewahren und anschließend ordnungsgemäß zu entsorgen. Das nützt Umwelt und Verkehrssicherheit gleichermaßen", betont die ÖAMTC-Reiseexpertin.

Ein kurzer Blick in die ÖAMTC Länder-Info oder ÖAMTC App Meine Reise lohnt sich: Hier finden Reisende wichtige Informationen zum Urlaubsland inkl. Sitten und Gebräuche.