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ÖAMTC: 403 Verkehrstote im Jahr 2025

Steigende Unfall- und Getötetenzahlen mit E Bikes und E Scootern: Club fordert Ausweitung der Helmpflicht auf alle Altersgruppen

Mit der heutigen Veröffentlichung der Verkehrsunfallstatistik 2025 durch die Statistik Austria bestätigt sich eine traurige Entwicklung: Die Zahl der getöteten und verletzten Radfahrenden, insbesondere von E-Biker:innen, erreichte ein hohes Niveau mit 65 Todesopfern (davon 32 getötete E-Biker:innen) und 10.488 Verletzten (davon 3.154 E-Biker:innen) – der zweithöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1961. Auch die mittlerweile weit verbreiteten E-Scooter forderten mit 6 Getöteten und 2.597 Verletzten viele Opfer.

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 403 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind um 52 mehr als im Jahr 2024. Mit 166 getöteten Pkw-Insass:innen verunglückten auch hier 19 Menschen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten Motorrad-Aufsass:innen liegt mit 81 auf ähnlich hohem Niveau wie 2024. Auch bei den getöteten Fußgänger:innen gab es mit 58 Todesopfern einen Anstieg um 21 Prozent.

Anstieg der Verletztenzahl bei Unfällen mit Fahrrad-Beteiligung

47.041 Verletzte waren im Vorjahr bei allen Verkehrsunfällen zu verzeichnen – der höchste Wert seit 2017. Während die Zahl der verletzten Pkw-Insass:innen rückläufig ist, ist die Zahl verunglückter Radfahrer:innen (mit Muskelkraft oder elektrisch betrieben) weiter gestiegen (10.488 Verletzte – um 427 mehr als im Vorjahr). Gründe dafür sind eine gesteigerte Nutzung, ein geändertes Freizeitverhalten und der Trend zum E-Bike. Speziell die Altersgruppe 50+ setzt vermehrt auf das E-Bike, was sich leider auch in den Unfallzahlen widerspiegelt.

Der ÖAMTC sieht einmal mehr einen klaren Auftrag an die Politik und fordert eine altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter. David Nosé, Verkehrstechniker beim ÖAMTC: "Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass das reale Unfallgeschehen vor allem Erwachsene betrifft. Beschränkungen auf Kinder und Jugendliche gehen an der Realität vorbei. Gerade bei E-Bikes sehen wir seit Jahren, dass der Großteil der tödlich Verunglückten älter als 14 Jahre alt war."

StVO-Novelle greift zu kurz: "Es braucht eine treffsichere Lösung!"

Die seit 1. Mai gültige StVO-Novelle sieht eine Helmpflicht lediglich für E-Bike-Fahrende bis 14 Jahre und E-Scooter-Lenkende bis 16 Jahre vor. Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist dieser Ansatz wenig treffsicher: "Angesichts dieser Zahlen braucht es eine zielführende und treffsichere Lösung für mehr Verkehrssicherheit. Die überwiegende Mehrheit der Verunglückten ist deutlich älter als die von der Helmpflicht erfasste Zielgruppe – die altersbeschränkte Regelung verfehlt daher ihr Ziel deutlich."

Der Mobilitätsclub spricht sich daher klar für eine allgemeine Helmpflicht für E-Scooter-Lenker:innen ohne Altersbeschränkung, sowie eine allgemeine Helmpflicht für E-Bike-Fahrende, allerdings ohne Strafandrohung – vergleichbar mit der bewährten Regelung bei der Kinderhelmpflicht – aus. Das Tragen eines Helmes verhindert keine Unfälle, schützt aber im Falle von Unfällen den Kopf vor schweren oder tödlichen Verletzungen.

Unterstützung erhält die Forderung des ÖAMTC auch aus der Bevölkerung: Laut einer repräsentativen Umfrage des Clubs im November 2025 sprechen sich 84 Prozent für eine Helmpflicht bei E-Bikes, 85 Prozent für eine Helmpflicht bei E-Scootern aus. "Bei diesem klaren Votum für mehr Verkehrssicherheit stellt sich die Frage, warum die Politik die letzte StVO-Novelle nicht genutzt hat, um mit einer altersunabhängigen Helmpflicht bei E-Bikes und E-Scootern den steigenden Verunglücktenzahlen entgegenzuhalten," so David Nosé vom ÖAMTC.

Verkehrstote nach Bundesland

Bundesland

Verkehrstote 2025

Verkehrstote 2024

Burgenland

20

15

Kärnten

35

30

Niederösterreich

111

84

Oberösterreich

74

72

Salzburg

24

28

Steiermark

68

63

Tirol

42

32

Vorarlberg

14

7

Wien

15

20

Österreich

403

351

Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC