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Herausforderung Dunkelheit – erhöhte Vorsicht und Sichtbarmachen im Straßenverkehr unerlässlich

Fußgänger-Unfälle oft mit drastischen Folgen – Wahrnehmungsleistung bei Dunkelheit beeinträchtigt

Mit der dunklen Jahreszeit stehen wegen schlechter Sichtverhältnisse wieder herausfordernde Monate für alle Verkehrsteilnehmer bevor. "Während sich im Jahresschnitt 2018 knapp 24 Prozent der Unfälle mit Personenschaden bei Dämmerung bzw. Dunkelheit ereigneten, betraf das im November und Dezember letzten Jahres etwa jeden zweiten Unfall", sagt Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin. "Das liegt auch daran, dass in diesen Monaten die intensivsten Zeiten des Berufsverkehrs am Morgen und am Abend jeweils bei Dämmerung und Dunkelheit stattfinden." Die meisten Unfälle im Tagesverlauf passieren in der Stunde zwischen 17 und 18 Uhr. Fußgänger sind in den dunklen Monaten besonders gefährdet, da die Unfallfolgen oft drastisch sind: Mehr als die Hälfte aller getöteten Fußgänger (rund 51 Prozent) verunglückte 2018 bei Dämmerung bzw. Dunkelheit (Quelle: Statistik Austria).

Im Herbst und Winter ist die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer besonders gefragt. "Lenker sind angehalten, bei schlechten Sichtverhältnissen vorsichtig und vorausschauend zu fahren sowie den Abstand zum Vordermann und ihre Geschwindigkeit entsprechend anzupassen", sagt die Expertin des Mobilitätsclubs. "Auch Fußgänger, Rad- und Tretrollerfahrer müssen achtsam sein und dürfen vor allem nie davon ausgehen, dass sie automatisch gesehen werden." Sie warnt: "Autofahrer können dunkel gekleidete Fußgänger oder nicht beleuchtete Rad- oder Tretrollerfahrer bei schlechter Sicht erst auf eine Entfernung von 25 bis 30 Metern wahrnehmen." Dann kann es für den Autofahrer bereits zu spät sein, rechtzeitig und richtig zu reagieren. Trägt man helle Kleidung, verbessert sich die Sichtbarkeit etwas, man wird aus rund 80 bis 90 Metern Entfernung erkannt. "Am besten investiert man aber mit Reflektoren in die eigene Sichtbarkeit – dadurch wird man bereits auf eine Entfernung von 130 bis 150 Metern vom Autolenker erkannt", rät die ÖAMTC-Expertin.

Im Dunkeln sieht man schlechter und später, Signalfarben "geschwächt"

"90 Prozent der Informationen im Straßenverkehr werden über die Augen wahrgenommen – in Dämmerung und Dunkelheit bzw. bei geringer Beleuchtung werden die Reize von außen jedoch schlechter und später erfasst", weiß Seidenberger. "Die Reaktionsschnelligkeit aller Verkehrsteilnehmer wird durch die spätere Wahrnehmung bei Dunkelheit beeinträchtigt." Auch die Einschätzung der Geschwindigkeit und des Abstands herannahender Fahrzeugen gelingt dann nicht gut. Die Signal-und Warnfunktion von Farben im Straßenverkehr (z.B. Verkehrszeichen, Bodenmarkierung) leidet, wenn es dunkel ist: Die Farben heben sich nicht so gut ab, eine rasche Zuordnung wird erschwert. Im Gegenzug können leuchtende Werbe- oder Handydisplays ablenken und das Auge stark fordern.

"Dämmerungs- u. Nachtfahrten werden generell als anstrengender empfunden, denn die allgemeine Konzentration und die Leistungsfähigkeit der Augen werden beansprucht", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Viele Menschen vermuten, sie seien nachtblind, wenn sie in der Dunkelheit verschwommen oder unscharf sehen. Bei einer Nachtblindheit handelt es sich jedoch um eine Krankheit – aufgrund geschädigter Sinneszellen in der Netzhaut sieht man im Dunkeln kaum oder gar nicht. Diese ist jedenfalls zu unterscheiden vom "bloßen" schlechteren Erkennen bei Nacht. Schlechteres Sehen auf dunklen Straßen kann seine Ursache jedoch auch in einer bereits fortgeschrittenen Fehlsichtigkeit haben. Hat man nachhaltige Schwierigkeiten beim Sehen in der Nacht, ist sehr blendeempfindlich oder bemerkt unwillkürliches Augenzittern, ist eine Untersuchung durch einen Arzt ratsam.

Hilfsmittel zur Erhöhung der Sichtbarkeit, wie das Kindersicherheitsset mit reflektierenden Stickern und Klackbändern, gibt es an allen Stützpunkten des Mobilitätsclubs. Neu: Dieses und viele weitere Produkte aus den ÖAMTC-Shops kann man auch per Click & Collect bestellen und abholen – Infos unter www.oeamtc.at/shop.

Rückfragehinweis:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
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Bilder & Grafiken

Sichtbarkeit im Dunkeln: Fußgänger © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
Autofahrt bei Nacht © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
Sichtbarkeit im Dunkeln © OEAMTC APA-Fotoservice Hörmandinger
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