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Das Starthilfe-Einmaleins des Mobilitätsclubs

Falscher Umgang mit Starterkabeln kann teure Elektronikschäden verursachen

Eine leere Batterie ist Pannenursache Nummer eins bei niedrigen Temperaturen. Auf der sicheren Seite ist, wer die Pannenhilfe ruft. Denn springt der Wagen nicht an, kann das verschiedene Ursachen haben. "Starthilfe sollte nur dann in Eigenregie durchgeführt werden, wenn am Armaturenbrett wenigstens noch Lämpchen leuchten oder die Meldung 'Batterie Schwach' am Display erscheint", empfiehlt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. "Wer sich selbst helfen möchte und kann, verwendet dafür am besten einen Start-Booster – einen mobilen, leistungsfähigen Akkupack aus dem Fachhandel. Damit kann man ohne Spenderfahrzeug und auch an schlecht zugänglichen Stellen Starthilfe geben."

Aber auch Starterkabel können helfen, damit das Auto wieder anspringt. "Wer mit Starterkabeln Strom gibt oder bekommt, muss vorsichtig sein. Falsche Handhabung kann teure Elektronikschäden verursachen", warnt Kerbl. Der Techniker des Mobilitätsclubs fasst die wichtigsten Infos für die Starthilfe mit Starterkabeln zusammen:

* Spannung prüfen: Wichtig ist, dass die Nennspannung beider Autobatterien gleich ist – in der Regel zwölf Volt. Die Fahrzeuge dürfen einander nicht berühren. Der Motor und alle Stromverbraucher des Spender-Kfz, wie Radio und Licht, müssen abgeschaltet sein. "Außerdem sollte man nur Starthilfekabel mit Überspannungsschutz verwenden, die der DIN-Norm 72553 entsprechen", rät der ÖAMTC-Experte. Diese sind auch beim Mobilitätsclub österreichweit erhältlich.

* Richtig verbinden: Beim Zusammenschließen muss man zuerst ein Ende des roten Starthilfekabels an den Pluspol (+) der entladenen Batterie klemmen. Das andere Ende wird dann an den Pluspol der Spenderbatterie angeschlossen. Danach wird ein Ende des schwarzen Kabels an den Minuspol (-) der Spenderbatterie angebracht. Dieses Kabel wird dann beim Fahrzeug, das Starthilfe benötigt, mit einem unlackierten Metallteil oder dem Motorblock selbst verbunden. "Achtung: Den Minuspol der entladenen Batterie darf man nicht mit dem Kabel berühren. Wenn das passiert, kann sich durch Funkenflug Knallgas entzünden", warnt Kerbl.

* Motoren starten: Ist die Verbindung korrekt hergestellt, wird zuerst der Motor des Spenderfahrzeugs und danach der des anderen Autos gestartet. "Aus Sicherheitsgründen ist es besser, das Spenderfahrzeug erst zu starten, wenn die Kabelverbindung bereits besteht. Denn: Rotierende Teile stellen eine Verletzungsgefahr dar und ein laufender Motor erzeugt eine höhere Spannungslage im elektrischen System – bei modernen Fahrzeugen können es bis zu 16 Volt sein. Durch das hohe Spannungsgefälle zum geschwächten Fahrzeug würde es beim späteren Anschließen zu stärkerem Funkschlag und extremen Spannungsspitzen kommen, die elektronische Bauteile schädigen können", erklärt Kerbl.

Übrigens: Das Gerücht bezüglich der Gefahr, dass die Batterie des Spenderfahrzeugs leer ist, bevor man das Empfängerfahrzeug startet, kann der ÖAMTC-Techniker entkräften: Das Risiko, dass sich in der kurzen Zeit (maximal 30 Sekunden) zwischen dem Herstellen der Kabelverbindung und dem Starten des Spenderfahrzeugs die gesunde Batterie entleert, wäre nur gegeben, wenn im liegen gebliebenen Fahrzeug die Zündung an ist und schon versucht wird zu starten – oder ein Totaldefekt mit Kurzschluss eingetreten ist.

* Ordentlich aufladen: Der ÖAMTC-Techniker rät, gleich nach dem Starten des geschwächten Kfz einen starken Verbraucher, z. B. die Heckscheibenheizung, einzuschalten. "Die Verbindung zwischen den Autos sollte mindestens eine halbe Minute lang aufrecht bleiben. Das schont die Elektronik", so Kerbl. Anschließend kann der Motor des Spenderfahrzeugs abgestellt werden. Läuft der Motor des anderen Autos problemlos weiter, werden die Kabel in umgekehrter Reihenfolge wieder entfernt. Im Winter sollte man danach mindestens eine Stunde außerhalb von Stadtgebieten fahren, um die Batterie soweit aufzuladen, dass das Auto wieder aus eigener Kraft anspringt.

Stirbt der Motor beim Abbauen der Starthilfekabel wieder ab, ist entweder die Batterie oder die Lichtmaschine defekt. Dann bleibt nur mehr ein Anruf bei der Pannenhilfe.

Aviso an die Redaktionen: Wie man mit einem Startbooster leicht Starthilfe geben kann, zeigt Techniker Kerbl in einem Video – zu finden auf der Homepage des Mobilitätsclubs unter www.oeamtc.at/techniktipps.

Rückfragehinweis für Journalisten:

ÖAMTC | Öffentlichkeitsarbeit
T +43 (0)1 711 99 21218
kommunikation@oeamtc.at
https://www.oeamtc.at

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Bilder & Grafiken

Start-Booster im Test © ÖAMTC Start-Booster im Test © ÖAMTC
Start-Booster im Test © ÖAMTC Start-Booster im Test © ÖAMTC
Pannenhilfe im Winter © ÖAMTC/Gurtner Pannenhilfe im Winter © ÖAMTC/Gurtner
Pannenhilfe Winter © ÖAMTC/Gurtner Pannenhilfe Winter © ÖAMTC/Gurtner

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