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ÖAMTC fordert raschen Baubeginn der Wiener Stadtstraße

Geplantes Infrastrukturprojekt bringt deutliche Entlastung für Nordosten der Stadt.

Stadtstraße Wien.jpeg © Stadt Wien
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Die Stadtstraße im 22. Wiener Gemeindebezirk ist seit Juli 2020 über alle Instanzen hinweg positiv genehmigt – dennoch erfolgte bislang kein Baubeginn. "Der Mobilitätsclub bekennt sich klar zur dringend notwendigen Entlastungsstraße und fordert einen raschen Start der Bauarbeiten", stellt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, klar. "Denn die Donaustadt wächst rapide – in den vergangenen 20 Jahren gab es eine Bevölkerungszunahme um 50 Prozent auf 199.000 Menschen, Wohnungen für weitere 60.000 Personen im Bezirk sind geplant." Damit hat der 22. Bezirk bald mehr Einwohner:innen als Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs.

Der ÖAMTC tritt für eine faktenbasierte Diskussion um die Stadtstraße ein, denn derzeit ist der Diskurs von Missverständnissen und Emotion geprägt. Die ÖAMTC-Experten klären die häufigsten Irrtümer und Mythen auf:

"Das Projekt widerspricht dem Umweltschutzgedanken": Der 2012 erfolgte eigenständige Planungsprozess lief unter Zuständigkeit der Grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou und wurde mit größtmöglichem Nachhaltigkeitsgedanken geführt.

"Die Stadtstraße ist eine Autobahn": Die 3,2 km lange, mit zwei Tunnelanlagen ausgeführte und sonst in Tieflage geführte vierstreifige Stadtstraße ist keine Autobahn, sondern eine Gemeindestraße. Im Osten soll die “Spange Seestadt Aspern den Zubringer zur geplanten (aber derzeit seitens des BMK gestoppten) S1 Außenring Schnellstraße darstellen.

"Auf Bedenken von Anrainerinnen und Anrainern wird nicht eingegangen": Lärmschutzwände nach neuesten Standards sowie durchgehend Tempo 50 bieten bestmöglichen Anrainer:innenschutz.

"Neue Straßen ziehen mehr Verkehr an": Das Ziel der Stadtstraße ist es, den motorisierten Verkehr zu bündeln und das bestehende Straßennetz sowie die historischen Ortskerne zu entlasten. Die Bündelung des Kfz-Verkehrs schafft dabei mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrende im niederrangigen Netz sowie eine Attraktivierung dieser Straßen.

"Der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs hat größere Effekte als die Stadtstraße": Es ist kein "Entweder-Oder", sondern ein "Und". Infrastrukturausbau muss verkehrsträgerübergreifend erfolgen. Um die zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse des Bezirks bestmöglich gestalten zu können, braucht es neben gezielten ÖV- und Radwegausbauten auch leistungsfähige Straßenverbindungen. Ohne Stadtstraße ist mit deutlichen Mehrbelastungen sowie verstärktem Schleich- und Ausweichverkehr durch Wohngebiete zu rechnen.

"Beschleunigung von Straßenbahnen und Bussen ist sinnvoller": Straßenbahnen und Busse benötigen ebenfalls Verkehrsflächen. Bei täglichen Staus ist ein zügiges Vorankommen auch im ÖV nicht mehr gewährleistet. Eine Beschleunigung kann somit nur erfolgen, wenn der Kfz-Verkehr gebündelt wird.

"Die Stadtstraße löst die Pendler:innenproblematik nicht": Die Planungen zur Stadtstraße umfassen auch die Schaffung einer P&R-Anlage im Bereich der Seestadt Aspern, um Pendelnden aus dem Nordosten einen frühzeitigen Umstieg auf U- bzw. S-Bahn zu ermöglichen. In Kombination mit der Einführung der Kurzparkzonenregelung wird dies positive Effekte mit sich bringen.

"Die benötigten Wohnungen können auch ohne Straßenanbindung errichtet werden": Eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Radwegen trägt dazu bei, den Pkw-Anteil an den täglichen Wegen der künftigen Bewohner:innen zu reduzieren. In Außenbezirken kann jedoch kein so dichtes ÖV-Netz wie in der Innenstadt betrieben werden. Um eine ausreichende Verkehrserschließung für 60.000 zusätzliche Einwohner:innen zu gewährleisten, wird zudem selbst bei geringer Pkw-Nutzung eine entsprechend leistungsfähige Straßenanbindung benötigt.

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