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"Grüne Welle Wien"-App im Pilotbetrieb

Für ein flüssigeres Vorankommen im städtischen Verkehr.

Grüne Welle Wien App.jpg © ÖAMTC
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Ein flüssiger Verkehrsablauf hilft, die Leistungsfähigkeit von Straßen zu steigern sowie Spritverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren. In Städten können intelligente Ampelschaltungen und sogenannte "Grüne Wellen" – durchgehend grünes Licht auf mehreren aufeinanderfolgenden Kreuzungen – einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.

Kostenlose App "Grüne Welle Wien"

Als ersten Schritt in Richtung Optimierung des Verkehrsflusses hat die Stadt Wien (ausführende Dienststelle: MA 33) Ende letzten Jahres die kostenlose App "Grüne Welle Wien" gelauncht: Auto- und Radfahrende bekommen auf ausgewählten Straßenzügen die optimale Geschwindigkeit angezeigt, um möglichst viele Ampeln bei grünem Licht zu erreichen und die Kreuzungen somit ohne emissionsintensives Anhalten und Beschleunigen (oder erhöhten Kraftaufwand für Radfahrende) übersetzen zu können. Ein Überschreiten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit wird dabei jedenfalls unterbunden, denn die App zeigt in diesem Fall solange keine Informationen mehr zur nächsten Ampel an, bis das Tempo wieder auf das erlaubte Maß gedrosselt wird. Abhängig von der eigenen Position und Fahrtrichtung wird die Rot-Grün-Phase für die kommende Ampel angezeigt.

Das erklärte Ziel ist die weitgehende Vermeidung von Stop-and-go-Verkehr. Die "Grüne Welle Wien"-App ist im Google Play Store (Android) und im Apple App Store (iOS) gratis zum Download erhältlich. Die Anwendung befindet sich derzeit im Probebetrieb und funktioniert daher vorerst "nur" in einem abgegrenzten Pilotgebiet: entlang der Ringstraße, Prinz-Eugen-Straße und dem Landstraßer Gürtel sowie beiderseits des Donaukanals.

Im ÖAMTC Praxistest

Grüne Welle Wien App  © ÖAMTC

Grüne Welle Wien App

Grüne Welle Wien App © ÖAMTC

Grüne Welle Wien App

Gemeinsam mit einem Vertreter der Magistratsabteilung 33 konnten sich die Verkehrsexperten des ÖAMTC selbst von der Funktionalität der App überzeugen: Auf einer Testfahrt wurde sie auf allen bis dato enthaltenen Straßenzügen ausprobiert. Et voilà: Die Vorhersage der nächsten Ampelphase durch die App funktioniert an den meisten Kreuzungen zuverlässig und korrekt. Auch Ampeln für unterschiedliche Fahrtrichtungen (z.B. Linksabbiegen) werden entsprechend berücksichtigt. Kommt man an eine rote Ampel, wird die verbleibende Wartezeit als Countdown angezeigt. Eine zusätzlich aktivierbare Sprachausgabe vermindert das Ablenkungspotenzial und ist daher ein essenzielles Feature – nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kann man sich also ausreichend auf den Verkehr konzentrieren.

Lediglich einzelne Ampeln der enthaltenen Straßenzüge werden aktuell noch nicht berücksichtigt bzw. teilweise falsch prognostiziert. Dieser Umstand betrifft vor allem jene Ampel-Anlagen, bei denen eine spontane Beeinflussung stattfindet – etwa durch öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Straßenbahn oder durch Fußgänger. Zudem fällt es einem als App-Benutzender bei dichtem Verkehr schwer, die Geschwindigkeitsempfehlungen der App zu befolgen.

Fazit und geplante Weiterentwicklung

"Die Wiener Grüne-Welle-App ist ein erster Schritt in Richtung intelligente Ampelschaltungen und mehr Effizienz im Verkehrsablauf", zieht Verkehrsexperte Matthias Nagler vom ÖAMTC Bilanz.

Die Stadt Wien betont, dass es sich bei der App aktuell um eine Pilotversion handelt. Die "Grüne Welle Wien"-App soll laufend weiterentwickelt werden. Geplant sind u. a. die Ausdehnung auf weitere Straßenzüge, die Koppelung mit Navigationssoftware und die Möglichkeit einer konkreten Beeinflussung der Ampelphasen je nach Verkehrsaufkommen (Stichwort: Intelligente Ampelschaltungen).

Aus Sicht des ÖAMTC hat die App durchaus Potenzial – vor allem mit der genannten Option, Ampelschaltungen sinnvoll beeinflussen zu können. Sollte diese geplante Funktion erfolgreich implementiert werden können, würde der langjährigen Forderung des Clubs nach intelligentem Verkehrs- und Ampelmanagement Rechnung getragen werden.

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