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Ausweitung der Kurzparkzonen ab 1. März 2022

Parkpickerl für neue Zonen können seit 1. Dezember 2021 beantragt werden.

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Mit 1. März 2022 wird die bestehende Kurzparkzone auf nahezu das gesamte Wiener Stadtgebiet ausgeweitet. Darüber hinaus werden die höchstzulässige Parkdauer sowie der wöchentliche Geltungszeitraum der Kurzparkzone an die Regelung der Innenbezirke angepasst. Bereits ab 1. Dezember 2021 können Parkpickerl für die erweiterten Gebiete bei der Stadt Wien digital beantragt werden.

Der ÖAMTC hat die wichtigsten Fragen & Antworten für Betroffene in der künftigen Kurzparkzone zusammengestellt.

FAQ

Was ändert sich ab 1. März 2022?

Die bereits bestehende gebührenpflichtige Kurzparkzone wird auf nahezu das gesamte Wiener Stadtgebiet ausgedehnt. Der Geltungszeitraum wird künftig überall auf Mo.-Fr., 9-22 Uhr ausgeweitet. Die zulässige Höchstparkdauer beträgt künftig überall 2 Stunden, die pauschale Parkometerabgabe für Bewohner überall € 120 für 1 Jahr bzw. € 240 für 2 Jahre.

Die besonderen Bestimmungen zu Geschäftsstraßen (idR. Mo.-Fr., 8-18 Uhr, Sa., 8-12 Uhr; Höchstparkdauer 1,5 Stunden) bleiben hingegen unverändert. Auch die Tarife für das Kurzparken bleiben unverändert.

Was passiert mit bestehenden Parkpickerl in den Bezirken 10, 11, 12, 14-19?

Bestehende Ausnahmegenehmigungen („Parkpickerl“) bleiben weiterhin gültig. Es muss keine Gebühr nachgezahlt werden. Erst bei Verlängerung nach 1. März 2022 wird die höhere Gebühr vorgeschrieben.

Ich wohne in den Bezirken 11, 13, 21-23 – was bedeutet die neue Kurzparkzone für mich?

Bestimmte Personengruppen, z.B. Anrainer mit Hauptwohnsitz im betreffenden Bezirk, können eine Ausnahmegenehmigung („Parkpickerl“) von der Kurzparkzone beantragen. Sie sind damit grundsätzlich nicht an die höchstzulässige Parkdauer gebunden und entrichten eine pauschale reduzierte Parkgebühr.

Wer bekommt auf Antrag ein Parkpickerl?

  • Personen mit Hauptwohnsitz in einer Kurzparkzone
  • Personen, die in Wien wohnen und in einer Kurzparkzone einen Nebenwohnsitz in einem Kleingarten haben („Saisonpickerl“)
  • Betriebe mit Betriebsstandort in der Kurzparkzone für bestimmte Firmenfahrzeuge*
  • KFZ-Betriebe, Hotels und Pensionen mit Betriebsstandort in der Kurzparkzone für Kundenfahrzeuge*
  • Betriebe mit Servicetätigkeit in der Kurzparkzone für Firmenfahrzeuge*
  • Beschäftigte mit Arbeitsstätte in der Kurzparkzone bei regelmäßiger Dienstzeit außerhalb der Betriebszeit öffentlicher Verkehrsmittel*

* Nähere Infos unter: https://www.wien.gv.at/amtshelfer/verkehr/parken/betriebe/parkkarte.html

Ich habe einen Dienstwagen oder ein Leasingfahrzeug – bekomme ich ebenfalls ein Parkpickerl?

Ja, wenn der Dienstwagen privat genutzt werden darf bzw. ein Leasingvertrag vorliegt. (Achtung: Langzeitmieten werden derzeit nicht als Leasing anerkannt.)

Benötige ich ein Parkpickerl für ein Motorrad oder Moped?

Nein, die Kurzparkzone gilt nur für mehrspurige Kraftfahrzeuge.

Wie und ab wann kann das neue Parkpickerl beantragt werden?

Per Online-Antrag ab 1. Dezember 2021 auf der Website der Stadt Wien (https://www.wien.gv.at/amtshelfer/verkehr/parken/kurzparkzone/parkpickerl.html) sowie persönlich am Magistratischen Bezirksamt ab Jänner 2022 (nur nach Terminvereinbarung!).
Benötigt werden folgende Unterlagen:

  • Zulassungsschein
  • Bei Wechselkennzeichen sind die Zulassungsscheine von allen Fahrzeugen, die ein gemeinsames Kennzeichen haben, nötig.
  • Führerschein
  • Ggf. zusätzliche Dokumente bei Leasingfahrzeugen (wenn der Zulassungsbesitzer vom Antragsteller abweicht), Firmenfahrzeugen, Betrieben, Beschäftigten etc.

Die Bearbeitung des Antrages dauert ca. 1 Woche. Anschließend wird dem Antragsteller ein Bescheid zugestellt. Das Parkpickerl, sprich die Ausnahmegenehmigung, ist erst mit Zustellung des Bescheides gültig!

Wo genau gilt mein Parkpickerl?

Der genaue Geltungsbereich ist im Bescheid näher angegeben. Grundsätzlich ist die Ausnahmegenehmigung im gesamten Bezirk sowie den Überlappungsbereichen in den Nachbarbezirken gültig. In Geschäftsstraßen im eigenen Bezirk entfällt lediglich die Parkgebühr – die zulässige Höchstparkdauer muss eingehalten und mit Parkscheibe nachgewiesen werden.

Wie lange gilt ein Parkpickerl?

Die Geltungsdauer kann bei Beantragung gewählt werden, muss jedoch mindestens 3 Monate und kann höchstens 2 Jahre betragen.

Wie kann ich das Parkpickerl verlängern?

Häufig schickt Ihnen die Stadt Wien 2 Monate vor Ablauf der Gültigkeit eine Zahlungsanweisung zu. Mit der Einzahlung der entsprechenden Parkometerabgabe wird das Parkpickerl automatisch erneuert. Achtung: Es kommt vor, dass keine Zahlungsanweisung oder Erinnerung verschickt wird. In so einem Fall muss man selbst rechtzeitig einen neuerlichen Antrag auf ein Parkpickerl stellen!

Kann ich ein Parkpickerl bei Umzug kündigen oder in einen anderen Bezirk „mitnehmen“?

Ja. Bei einem Umzug muss die Änderung auf einen neuen Hauptwohnsitz beantragt werden. Darüber hinaus kann das Parkpickerl vor Ablauf des Geltungszeitraumes gekündigt werden. Die im Voraus geleistete Parkometerabgabe wird für noch nicht begonnene Monate zurückerstattet.

Kann ich mein Parkpickerl aus anderen Gründen (etwa Verkauf des Kfz) vor Ablauf der Gültigkeit kündigen?

Ja, das Parkpickerl kann vor Ablauf des Geltungszeitraumes gekündigt werden. Die im Voraus geleistete Parkometerabgabe wird für noch nicht begonnene Monate zurückerstattet.

Was kostet das Parkpickerl? (Stand November 2021)

Die pauschale Parkometerabgabe für Bewohner beträgt € 120 für 1 Jahr bzw. € 240 für 2 Jahre (aliquote Berechnung bei abweichender Geltungsdauer). Dazu kommen:

  • eine Bundesabgabe iHv. € 14,30 (€ 8,60 bei Online-Antrag mit Handysignatur) für den Antrag sowie € 3,90 (online € 2,30) für jede Beilage* (höchstens € 21,80 bzw. € 13,10)
  • eine Verwaltungsabgabe iHv. € 35,70 (€ 30,70 bei Online-Antrag mit Handysignatur)

(* z.B. Kopie der Zulassungsbescheinigung, Leasingvertrag etc.)

Für die anderen Ausnahmegenehmigungen gelten gesonderte Tarife.

Ich wohne an einer Bezirksgrenze – wird das beim Geltungsbereich berücksichtigt?

Ja, in der Regel gilt das Parkpickerl nicht nur im eigenen Bezirk, sondern auch in Überlappungszonen in den Nachbarbezirken. Diese sind im begleitenden Bescheid zum Parkpickerl ersichtlich bzw. können dem Online-Stadtplan der Stadt Wien (https://www.wien.gv.at/stadtplan/) entnommen werden.

Wird das gesamte Stadtgebiet zur Kurzparkzone erklärt?

Beinahe das gesamte Stadtgebiet wird ab 1. März 2022 zur Kurzparkzone. Lediglich einzelne Bereiche am Stadtrand sind von der Kurzparkzone nicht umfasst. Die geplante Zone ist als Vorschau unter https://www.wien.gv.at/stadtplan/ verfügbar.

Genaue Informationen, wo sich die Kurzpark- oder Anrainerzonen, Parkgaragen, -plätze und Park&Ride befinden, erhalten Sie unter

Wer ist von der Kurzparkzone generell ausgenommen?

Bestimmte Fahrzeuge und Personen müssen keine Parkometerabgabe bezahlen bzw. können sich von der Entrichtung befreien lassen. Dies betrifft unter anderen:

  • Fahrzeuge, die von Ärztinnen und Ärzten bei einer Fahrt zur Leistung ärztlicher Hilfe von ihnen selbst gelenkt werden, wenn sie mit einer Tafel entsprechend den Vorschriften der StVO 1960 gekennzeichnet sind.
  • Fahrzeuge, die von Personen im diplomierten ambulanten Pflegedienst bei einer Fahrt zur Durchführung solcher Pflege gelenkt werden, sofern sie beim Abstellen mit einer Tafel entsprechend den Vorschriften der StVO 1960 gekennzeichnet sind.
  • Taxis, die anhalten, damit Kundinnen und Kunden einsteigen oder bezahlen und aussteigen können.
  • Fahrzeuge, die von Inhaberinnen und Inhabern eines Parkausweises für Menschen mit Behinderung gemäß § 29b StVO 1960 abgestellt oder in denen solche Personen befördert werden; das Fahrzeug muss beim Abstellen mit diesem Ausweis gekennzeichnet sein.
  • Fahrzeuge, die von Personen, die zur selbstständigen Ausübung des Hebammenberufs berechtigt sind, bei einer Fahrt zur Leistung von Geburtshilfe gelenkt werden, wenn sie beim Abstellen mit einer Tafel gemäß StVO 1960 gekennzeichnet sind.

Ich wohne außerhalb der Stadt, arbeite aber in Wien und bin von der Ausweitung der Kurzparkzone betroffen, weil ich mein Auto nicht in meiner Arbeitsumgebung abstellen kann. Gibt es seitens der Stadt Wien mehr/neue Park & Ride Anlagen?

Im Wiener Stadtgebiet ist trotz hoher Auslastung derzeit kein Ausbau der Park & Ride Anlagen vorgesehen. In Niederösterreich sollen in den Wiener Umlandgemeinden bis 2024 zusätzliche Pendlerparkplätze für knapp 1500 Kfz geschaffen werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, nach Möglichkeit bereits frühzeitig in Niederösterreich auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, da die Wiener Park & Ride Anlagen erfahrungsgemäß bereits ab dem frühen Morgen komplett belegt sind.

Welche Folgen hat die Parkraumüberwachung in den neuen Kurzparkzonen?

Die Ausweitung der Kurzparkzone führt zu einer verstärkten Überwachung des ruhenden Verkehrs. Dabei wird nicht nur die Entrichtung der Parkometergebühr geprüft, sondern auch vorschriftswidriges Halten und Parken verstärkt geahndet. In der Praxis hat dies gelegentlich zur Folge, dass Fahrzeuglenker plötzlich wegen Falschparkens bestraft werden, obwohl sie bisher möglicherweise jahrzehntelang unbehelligt an ihrem Wohnort geparkt haben.

Der ÖAMTC empfiehlt Fahrzeuglenkern daher, besonders in Gebieten mit neu eingeführter Kurzparkzone auf die Einhaltung der Vorschriften betreffend Halten und Parken genau zu achten (z.B. ausreichende Restfahrbahnbreite etc.).

Was sagt der ÖAMTC zur Ausweitung der Wiener Kurzparkzone?

Aus Sicht des Clubs ist zwar eine kurzfristige Lösung zur Reduktion des Parkdrucks in zahlreichen Gebieten verständlich, mittelfristig wäre jedoch eine im rot-pinken Koalitionsabkommen vereinbarte Reform der Parkraumbewirtschaftung zweckmäßig. Um unnötige Erschwernisse für die Bevölkerung zu vermeiden, gleichzeitig jedoch den ruhenden Verkehr - dort wo es notwendig ist - zu ordnen, hat der ÖAMTC im Rahmen des Konzepts „Gemeinsam mehr bewegen – Ideen mit Plan für die Wiener Verkehrspolitik“ (https://wienbewegen.oeamtc.at/) einen Vorschlag zur Neuorganisation der Parkraumbewirtschaftung ausgearbeitet.

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