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Unfall im Ausland – so reagieren Sie richtig!

Tipp von Mag. Isabella Messner, ÖAMTC Clubjuristin  

Auffahrunfall © iStockphoto/RobertCrum
Auffahrunfall © iStockphoto/RobertCrum

Ein Verkehrsunfall ist immer eine Ausnahmesituation. Im Ausland wird sie durch sprachliche Differenzen und Unklarheiten betreffend Recht und Versicherung zusätzlich verschärft. Auf den Ernstfall vorbereiten kann man sich, indem man die richtigen Dokumente parat hat. So sollte der Europäische Unfallbericht in keinem Auto fehlen. Dieser ist europaweit einheitlich gestaltet und erleichtert die Dokumentation des Unfallherganges.

Übersetzungen stehen online auf der ÖAMTC-Homepage in allen Sprachen Europas zum Download bereit. Auch die jeweiligen Notrufnummern für das Ausland sollten für den Fall der Fälle rasch griffbereit sein. Wichtig ist auch das Mitführen der Grünen Versicherungskarte. Diese bestätigt offiziell, dass man eine gültige Versicherung hat. Man bekommt sie kostenlos bei der eigenen Haftpflichtversicherung. Die Mitnahme ist in den meisten Ländern zwar nicht zwingend erforderlich, der ÖAMTC empfiehlt aber, die Versicherungskarte in jedem Fall mitzunehmen. Vor allem erleichtert sie bei einem Unfall den Austausch der wichtigsten Versicherungsdaten und bei Kontrollen wird sie vor allem in Kroatien und Italien immer häufiger verlangt.

Ist ein Unfall passiert, gelten die üblichen Regeln: Die Unfallstelle absichern, also Warnblinkanlage an und Warndreieck aufstellen. In den meisten Ländern muss vor Verlassen des Fahrzeugs verpflichtend eine Warnweste angelegt werden. Anschließend sollte man bei Bedarf Erste Hilfe leisten, die Position der Fahrzeuge nicht verändern, das Unfallszenario dokumentieren, zu Beweiszwecken Fotos der Unfallstelle sowie der Fahrzeugschäden machen und eine etwaige Zeugenbefragung durchführen. Generell muss die Polizei nur bei Personenschäden oder hohen Sachschäden geholt werden. Hier gibt es jedoch Ausnahmen! So ist die Polizei beispielsweise in Ungarn, Kroatien und Slowenien auch bei kleineren Sachschäden verpflichtend zu rufen.

Um sicherzustellen, dass ein ordentliches Unfallprotokoll erstellt wird, sollte die Polizei aber in jedem Fall verständigt werden. Wichtig ist auch, niemals Dokumente zu unterschreiben, deren Inhalt man nicht zur Gänze versteht. Ist das Auto fahrtüchtig oder reicht eine notdürftige Reparatur für die Heimreise nach Österreich, sollte man von der Polizei eine Unfall- und Reparaturbestätigung für den Grenzübertritt verlangen. So vermeidet man eventuelle Schwierigkeiten - z.B. Verdacht der Fahrerflucht aufgrund eines beschädigten Kfz. Außerhalb der EU durchgeführte Reparaturen gelten zudem nur mit einer behördlichen Bestätigung als zollfrei. Bei Unfällen im Ausland ist auch zu beachten, dass das Recht des Unfallortes zur Anwendung gelangt, welches sich natürlich vom österreichischen Recht unterscheiden kann. Außerdem kann die Schadensabwicklung längere Zeit dauern. Daher ist der Abschluss einer Kasko- bzw. einer Rechtsschutzversicherung empfehlenswert.

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