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Andere Länder, andere Strafen

Verkehrsregeln können im Ausland von denen in Österreich abweichen.  

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vatc_01_strafen_web.jpg  -  Ein Urlaubsklassiker unter den Strafzetteln – Verstöße gegen die "zona traffico limitato". © Shutterstock

Reist man mit dem eigenen Fahrzeug, ist man zwangsläufig mit den Verkehrsregeln der jeweiligen Länder konfrontiert. Da diese unterschiedlich sein können, ist es ratsam sich vor Reiseantritt über die geltenden Bestimmungen informieren.

Verkehrsregeln können im Ausland von denen in Österreich abweichen. In vielen Ländern sind zudem Verkehrsstrafen empfindlich teurer. Prinzipiell soll man sich jedoch, unabhängig der Höhe der Strafen, an die Vorschriften halten. Dennoch ist es interessant, wie unterschiedlich Übertretungen behandelt werden – zum Teil mit für uns ungewohnten Ausprägungen. Parken an unerlaubter Stelle oder ohne Parkschein kann mit Strafen ab 95 Euro in den Niederlanden und ab 80 Euro in Norwegen und Großbritannien ganz schön ins Geld gehen. In Spanien und Kroatien zahlen Parksünder bis zu 200 Euro und in Ungarn sogar bis zu 315 Euro. Überschreitungen des Tempolimits von 20 km/h kosten in Norwegen mindestens 375 Euro, in Schweden 250 Euro, in Italien 175 Euro, in den Niederlanden 165 Euro und in der Schweiz 155 Euro. Eine eidgenössische Besonderheit stellt dabei die „Bearbeitungsgebühr“ dar, welche meist in ähnlicher Höhe der ohnehin hohen „Busse“ aufgeschlagen wird.

Ungewöhnliche Bestimmungen

Zudem sollte man es in der Schweiz möglichst vermeiden, rückwärts zu fahren, Grund dafür ist die erhöhte Unfallgefahr. Erlaubt ist das Reversieren nur, wenn die Weiterfahrt oder das Wenden nicht möglich ist.In Italien gilt die 0,5-Promille-Grenze, bei Missachtung sind ein Fahrverbot und eine Mindeststrafe ab 530 Euro fällig. Hat man mehr als 0,5 Promille „getankt“, kann das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Verstöße wie etwa überhöhte Geschwindigkeit kosten in Italien zwischen 22 und 7 Uhr ein Drittel mehr. Wer sich in Frankreich am Steuer durch Aktivitäten wie Essen, Schminken oder Herumkramen im Handschuhfach ablenken lässt, kann mit einer Geldbuße von 75 Euro bestraft werden – der Blick auf das Navi ist aber erlaubt. Nicht jedoch zu laute Musik im Fahrzeug oder das Fahren mit Flip-Flops oder ähnlich losem Schuhwerk. Da sind ebenfalls 75 Euro fällig.

Nachlass bei sofortiger Bezahlung

In manchen Ländern werden bei rascher Bezahlung erhebliche Rabatte gewährt: So wird z.B. in Spanien bei Bezahlung der Strafe innerhalb von 20 Tagen nur der halbe Betrag fällig. In Italien ist ein Nachlass von 30 Prozent bei Begleichung binnen fünf Tagen ab Zustellung möglich – wird die Strafe hingegen nicht binnen 60 Tagen bezahlt, verdoppelt sich der zu zahlende Betrag.

Grundsätzlich muss man auch für Sünden im Ausland geradestehen. Selbst Bagatellstrafen sollte man nicht ignorieren, denn diese werden bei Nichtbezahlen meist in Verwaltungsstrafen umgewandelt. Und diese Strafen ausländischer Behörden können in Österreich vollstreckt werden. Mittlerweile gilt dies nicht nur für alle EU-Länder sondern auch für die Schweiz und Liechtenstein.

Um „Urlaubssouvenirs“ in Form von Strafzetteln zu vermeiden, sollte man sich unbedingt über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen informieren. Tipp der ÖAMTC Rechtsberatung: Bewahren Sie Belege von bereits bezahlten Strafmandaten oder auch bezahlten Parkgebühren auf, um gegebenenfalls unberechtigte Forderungen beeinspruchen zu können.

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