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Auffahrunfall

Tipps für den Notfall

Wie reagiert man bei einem Unfall im Ausland, einer Panne auf der Autobahn oder wenn das Auto gar im Wasser landet?

© iStockphoto/RobertCrum
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  • Es kann immer passieren
  • Was nach dem Unfall passiert
  • Die ersten Schritte
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  • Den verletzten Personen helfen
  • Mehr über Unfälle und Pannen
  • Verkehrsunfall im Ausland
  • Mehr Tipps zu Auslandsunfällen
  • Extremsituationen im Verkehr
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Tipps für den Notfall:
Einleitung

Es kann immer passieren

Keiner ist vor einem Unfall gefeit – auch wenn uns das im Hinterkopf bewusst ist, setzen wir uns vermutlich zu selten mit der realen Möglichkeit auseinander, was alles schiefgehen könnte. Wir wollen nicht jeden Tag daran denken, dass es keineswegs sicher ist, ob wir unsere alltägliche Mobilität friktionsfrei bestreiten. Wer würde sich dann noch in ein Auto trauen?

Aber auch ohne ständige Angst und Vorsicht, können wir lernen, wie man im Ernstfall reagieren sollte und was kurz vor oder nach einem Unfall zu tun ist.

Unfall

Was nach dem Unfall passiert

Unfälle können harmlos bis lebensgefährlich sein. Die ersten Schritte sind aber in jedem Fall zu beachten.

Die ersten Schritte

  • Anhalten: Das Fahrzeug anhalten und die Warnblinkanlage einschalten.
  • Warnweste: Der erste Griff nach einem Unfall ist der zur Warnweste.

    Auf einer Autobahn oder Autostraße ist das Tragen einer Warnweste für Lenker:innen unabhängig von den Sichtverhältnissen immer vorgeschrieben, wenn er oder sie das Fahrzeug verlässt und sich auf der Fahrbahn oder dem Pannenstreifen aufhält. Auf einer Freilandstraße muss sie nur dann getragen werden, wenn laut Gesetz auch ein Pannendreieck aufzustellen ist. Wichtig: Es gibt nicht nur eine Tragepflicht, sondern auch eine Mitführpflicht. Wer also bei einer Kontrolle nicht zumindest eine Sicherheitsweste vorweisen kann, zahlt.

    Empfehlung des ÖAMTC: Der Club empfiehlt für alle Insassen, besonders auch für Kinder, eine Warnweste im Auto mitzuführen und an einem einfach erreichbaren Platz aufzubewahren. Und das deshalb, weil keine Personen im Auto bleiben sollten, wenn auf Autobahnen, Schnell- oder Landesstraßen auf die Polizei oder Pannenhilfe gewartet wird.

Pannendreieck

Ein Pannendreieck muss aufgestellt werden, wenn das Fahrzeug auf einer unübersichtlichen Straßenstelle, bei witterungsbedingt schlechter Sicht, Dämmerung, Dunkelheit oder in einem schlecht beleuchteten Tunnel zum Stillstand kommt. Dasselbe gilt, wenn das Fahrzeug ganz oder zumindest teilweise in einen Fahrstreifen ragt. Das Aufstellen sollte in relativ überschaubarer Distanz zum Fahrzeug erfolgen, damit nachfolgende Fahrzeuglenker:innen rechtzeitig vor dem Hindernis gewarnt werden.

Den verletzten Personen helfen

Auch nicht direkt beteiligte Personen, wie Zeug:innen eines Unfalls, trifft eine Hilfeleistungspflicht: Sie müssen das Herbeiholen von Hilfe ermöglichen.

Jeder und jede Kraftfahrer:in (auch Lenker:in von einspurigen Kfz) hat Verbandszeug mitzuführen, das in einem widerstandsfähigen Behälter staubdicht verpackt ist und zur Wundversorgung geeignet ist.

Eine echte "Autoapotheke" nach ÖNORM V 5101 muss nicht mitgeführt werden.

Ausland

Verkehrsunfall im Ausland

Richtiges Verhalten bei einem Unfall

Die wichtigsten Schritte nach einem Unfall:

  • Unfallstelle absichern und Verletzten Erste Hilfe leisten: Unmittelbar nach dem Unfall gelten die gleichen Verhaltensregeln wie bei einem Unfall in Österreich: Ruhig bleiben, Unfallstelle absichern. Wenn nötig, erste Hilfe leisten und die Rettung über die Euro-Notrufnummer 112 rufen!
  • Polizei verständigen: Bei Personenschäden muss die Exekutive grundsätzlich informiert werden. Bei Sachschäden kann meist auf die Polizei verzichtet werden. Funktioniert die Verständigung mit dem oder der Unfallgegner:in nicht klaglos, bleibt aber keine andere Wahl als die Exekutive einzuschalten. Nach der Amtshandlung sollte man sich eine Kopie des Polizeiprotokolls aushändigen lassen.
  • Daten mit Unfallgegner:innen austauschen: Personalien, Fahrzeug- und Versicherungsdaten müssen gleich nach dem Zusammenstoß gewechselt werden. Ein von beiden Lenker:innen ausgefüllter und unterschriebener Europäischer Unfallbericht hilft bei der raschen Schadenabwicklung.
  • Unfallszenario dokumentieren und Beweise sichern: Unfallskizze zeichnen, Unfallstelle, Unfallspuren und -schäden fotografieren, Personalien von Zeug:innen notieren. Keinesfalls sollte man Dokumente unterschreiben, deren Inhalt man nicht versteht, und am Unfallort (etwa im Unfallbericht) Schuldeingeständnisse machen.
  • "Unfallhelfer": Vorsicht vor Helfer:innen, die großzügig anbieten, das Auto in eine Werkstatt zu schleppen. Das Angebot könnte kriminelle Hintergründe haben.
  • Unfall mit Mietwagen: Bei einem Unfall mit dem Mietwagen, sofort die Mietwagenfirma informieren. Auf keinen Fall auf eigene Faust abschleppen oder reparieren lassen.
  • Meldung an Haftpflicht: Liegt das Verschulden nicht eindeutig zur Gänze bei dem oder der Unfallgegner:in, muss binnen 1 Woche eine Meldung an die eigene Haftpflichtversicherung erstattet werden.
Extremsituationen

Extremsituationen im Verkehr

Befindet man sich in einer brenzligen Situation, reagiert man oft instinktiv. Leider kann uns der Instinkt auch im Stich lassen und zu Handlungen bringen, die völlig falsch sind. Wir zeigen, wie man sich in Extremsituationen verhalten sollte.

  • Auto stirbt am Bahngleis ab und lässt sich nicht mehr starten
    Da gibt es nur Eines zu tun: Raus aus dem Fahrzeug und in Sicherheit bringen! Sollte das Auto nicht sofort wieder starten, können unendliche weitere Versuche lebensgefährlich werden. Wegschieben kann zu lange dauern und ist oft nicht möglich. 
  • Motorraum beginnt zu rauchen
    Keine Sorge, das Auto explodiert nicht. Trotzdem sollte man rasch neben der Fahrbahn anhalten, den Schlüssel abziehen und das Fahrzeug verlassen. Danach den Unfallort mit Pannendreieck ausreichend sichern und die Feuerwehr kontaktieren. 
     

Vorsicht beim eigenen Versuch zu löschen!

Der Rauch ist giftig und beim Öffnen der Motorhaube können schlagartig Flammen entgegenschlagen.

  • Bergabfahren mit nachlassenden Bremsen
    Sofort anhalten! Die fallende Bremsleistung liegt meistens an Überhitzung. Daher am besten anhalten und ein wenig abkühlen lassen. Danach verstärkt die Motorbremse einsetzen.
  • Sie sind als Geisterfahrer unterwegs
    Schalten Sie die Warnblinkanlage und das Abblendlicht ein. Halten Sie am nächstgelegenen Fahrbahnrand an (das kann auch der mittlere Grünstreifen sein) und ziehen Sie die Warnweste an. Versuchen sie keinesfalls im Rückwärtsgang zur Auffahrt zurückzufahren oder zu wenden. Trotz aller Vorsichtmaßnahmen ist aber mit einer Geldstrafe von 2.180 Euro zu rechnen. Zusätzlich wird der Führerschein für mindestens sechs Monate entzogen.
  • Auto fällt ins Wasser
    In so einer Situation zählt jede Sekunde. Es braucht schnell eine Möglichkeit, das Auto zu verlassen, also durch eine Tür oder Fenster. Ist man nicht schnell genug, kann man die Scheiben nur mehr mit einem Nothammer oder anderem Werkzeug einschlagen, mit Hand oder Ellbogen hat man hier keine Chance. 
  • Plötzliches Aquaplaning
    Ruhe bewahren und das Lenkrad festhalten. Sobald die Reifen nämlich wieder Grip haben, ist die Stellung der Reifen entscheidend. Bei Autos mit Schaltgetriebe sofort die Kupplung treten, bei Automatikgetrieben den Fuß vom Gas nehmen – und das Auto einfach ausrollen lassen. Starkes Bremsen ist nicht förderlich, denn die Reifen könnten blockieren, der Aufschwimm-Effekt verstärkt werden und das Fahrzeug bei erstem Fahrbahnkontakt zum Schleudern beginnen. 

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