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Stau-Bilanz Sommerreiseverkehr 2017

Zwiespältig sieht der ÖAMTC die Stau-Bilanz im Reiseverkehr an den Sommerwochenenden  2017. Mit 509 gemeldeten Staus gab es zwar rund 20 Prozent weniger Staus als im Vorjahr, die Belastung an Wochentagen steigt allerdings.

Rettungsgasse.JPG © ÖAMTC
Rettungsgasse.JPG © ÖAMTC

An Wochenenden ist die Anzahl der Staus wieder auf das Niveau von 2015 und 2014 gesunken. Gezählt wurden, wie auch in den vergangenen Jahren, Staus mit einer Länge von mehr als 1,5 Kilometern bzw. Verzögerungen von mindestens 15 Minuten an den Samstagen und Sonntagen während der Ferien in Österreich.

Drei Hauptgründe für den Rückgang

Zwei Hauptgründe sieht der Club im geänderten Reiseverhalten der Urlauber und am Rückgang der durch Unfälle verursachten Staus. „An der Grenze Walserberg kam es den ganzen Sommer über auch wochentags zu Verzögerungen“, bilanziert ÖAMTC-Stauberater Herbert Thaler. „Die Reisenden sind flexibler geworden und weichen den Hauptreisetagen zeitlich aus. Das ergibt zwar Verzögerungen auch unter der Woche, die Wartezeiten am Wochenende verkürzen sich aber.“ Erfreut ist der Club über den Rückgang der durch Unfälle verursachten Staus. Hatten diese sich 2016 noch mit 32% zu Buche geschlagen, so verursachten Karambolagen 2017 nur noch jeden fünften Stau. Damit erhält ein Trend der letzten Jahre eine neuerliche Bestätigung. Der dritte Grund ist ein rein statistischer. Da 2016 Mariä Himmelfahrt auf einen Montag fiel, wurde er – als zum Wochenende gehörig - in die letztjährige Statistik mit einbezogen. 4% der Vorjahresstatistik gehen auf diesen zusätzlichen Reisetag.

Verkehrsüberlastung abermals häufigste Stauursache

Verkehrsüberlastung war dieses Jahr mit knappen 41% abermals die häufigste Ursache für Staus. Vor den Tunnels der Hauptreiserouten wurde regelmäßig Blockabfertigung verhängt. Trotz des Rückganges behaupten von Unfällen verursachte Staus mit knappen 21% Platz zwei. Fast gleichauf rangieren Grenzkontrollen (15,7%) und Baustellen (15,2%) als Stauursachen. Pannen und defekte Fahrzeuge finden zwar mit nur 3,5% Niederschlag in der Statistik, ein Fahrzeugbrand im Oswaldiberg Tunnel (A10) und die daraufhin verhängte Sperre sorgte aber am Samstag, 19.08., für drei- bis vierstündige Verzögerungen im Raum Villach und stellt damit das Ereignis mit den größten Auswirkungen im Sommerreiseverkehr dar. Der Rest lässt sich auf heftige Regenfälle und die An- und Abreise zu Großveranstaltungen zurückführen.

Stauursachen
  2013 2014 2015 2016 2017
Verkehrsüberlastung 33,6% 34,4% 38,8% 32,8% 40,7%
Unfälle 44,2% 46,9% 39,3% 32,4% 20,6%
Baustellen 3,3% 7,6% 8,1% 12,3% 15,2
Defekte Fahrzeuge 8,2% 6,0% 5,4% 4,1% 3,5%
Grenzkontrollen       11,8% 15,7%

Bundesländer im Vergleich – Tirol wieder mit den meisten Staus

Die klassischen Transitländer Tirol und Salzburg führen auch heuer das Stauranking des ÖAMTC an. Ist das Stauaufkommen in Tirol von 27,4% auf knappe 25% leicht rückläufig, so bleibt Salzburg mit 18,6% im Ländervergleich stabil. Den dritten Rang nimmt heuer die Steiermark mit 16,1% ein. Hier wirkten sich vor allem Tunnelsanierungen auf der Pyhrn Autobahn (A9) auf den Verkehrsfluss aus. In Kärnten (11,4%) bildete erwartungsgemäß der Karawankentunnel (A11), in Niederösterreich (10,4%) der Gegenverkehrsbereich auf der West Autobahn (A1) zwischen Pöchlarn und Melk neuralgische Engstellen. Der Wegfall des Gegenverkehrsbereiches auf der Innkreis Autobahn (A8) zwischen Haag und Ried, sowie nur gelegentliche Wartezeiten am Grenzübergang bei Suben brachten in Oberösterreich, letztes Jahr noch an dritter Stelle, weitgehende Verbesserungen, 8,8%. In Wien (5,5%) spürte man die Großbaustelle im Stadlauer Tunnel auf der Südost Tangente (A23). Das Stauaufkommen im Burgenland (2,1%) und Vorarlberg (2,0%) war marginal.

Hotspots und belastete Routen

Der Hotspot im heurigen Sommerreiseverkehr war der Großraum Salzburg (A1 und A10). Neu erwirkte Umweltmaßnahmen wie Fahrverbote auf den Ausweichstrecken durch autobahnnahe Gemeinden sprechen eine deutliche Sprache. Stauanfällig war auch wieder die Grenze am Karawankentunnel (A11).

Unverändert an der Spitze des Staurankings ist die Tauern Autobahn (A10). 18,1% aller registrierten Staus wurden hier verzeichnet. Es folgt die Pyhrn Autobahn (A9) mit 14,3%. Vorne dabei auch wieder die Fernpass Straße (B179) in Tirol mit 13,6%, gefolgt von der West Autobahn (A1) mit 11,6%.

Zeitliche Ausreißer - Ferienbeginn in Bayern

Die ersten beiden Wochenenden bei Ferienbeginn in Bayern, 29.-30.07. und 05.-06.08., sorgten für die Höhepunkte des Stauaufkommens. Am ersten Wochenende wurden 92, am zweiten gar 108 Staus gezählt. Immer mehr gleichen sich in punkto Verkehrsaufkommen Samstag und Sonntag an. Am früheren Hauptreisetag Samstag kommt es nur noch zu 54% aller Staus. Am Sonntag folglich schon zu 46%. Auch das ist ein Hinweis auf die steigende zeitliche Flexibilität der Reisenden.

Dauerbrenner Rettungsgasse

Problematisch blieb laut ÖAMTC die Bildung der Rettungsgasse bei Stauaufkommen und das nicht nur in Österreich. In Bayern wurden seit August Schwerpunktkontrollen der Polizei durchgeführt, um die Bereitschaft der Autofahrer zu erhöhen. Strafen als Motivationsmittel sieht der Club aber skeptisch. Ein Grund für die mangelnde Bereitschaft könnte auch die unterschiedliche Regelung in den Urlaubs- und Nachbarländern sein. So gibt es in Kroatien keine Pflicht zur Bildung der Rettungsgasse. „Wir fassen das Thema als Informationsschwerpunkt für die nächste Reisesaison ins Auge“, so der Club abschließend.

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