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Sommerärgernisse rund um Maut und Vignette in Europa

Probleme mit slowenischen Mautkategorien, ungarischer Vignette und portugiesischer Ersatzmaut

Maut in Europa © iStock / fotojog
Maut in Europa © iStock / fotojog

Die Hauptreisezeit ist vorüber. Über den Sommer waren die ÖAMTC-Juristen mit einigen spezifischen Anfragen zur Maut im Ausland konfrontiert.

Mautärgernisse im Sommer 2018

Slowenien:

In Slowenien führen beispielsweise die verschiedenen Mautkategorien immer wieder zu Unklarheiten und Ärger. Clubmitglieder berichteten, dass sie nicht nur Strafen wegen einer vermeintlich falschen Kategorie zahlen mussten, sondern dass ihnen die Weiterfahrt bei Nichtbezahlung von slowenischen Behörden teils verwehrt wurde – selbst im "Niemandsland" nach der slowenischen Grenzstation.

"Die Kategorie 2A gilt für Pkw bis 3,5 Tonnen und bis zu einer Höhe von 1,30 Meter, gemessen am Mittelpunkt der Vorderachse. Ist das Fahrzeug höher, fällt es in die teurere Kategorie 2B", sagt Juristin Verena Pronebner. "Betroffen sind oftmals Transporter oder große Vans." Die Expertin rät: "Bei der slowenischen Maut sollte man tunlichst auf die richtige Kategorie und auch die zeitliche Gültigkeit achten. Ist man beispielsweise von Samstag bis Samstag in Slowenien, benötigt man zwei 7-Tages-Vignetten oder gleich eine Monatsvignette – in beiden Fällen zahlt man gleich viel.

Ungarn:

Es häufen sich die Ersatzmautforderungen für einen bestimmten Streckenabschnitt der ungarischen Autobahn M1 direkt nach der Grenze. Das Teilstück zwischen Hegyeshalom und Mosonmagyaróvár ist – entgegen einiger Meinungen – nicht von der Vignettenpflicht ausgenommen. Zudem wird die Strecke nun offensichtlich strenger kontrolliert. "Im Zuge der Bezahlung der E-Vignette in Ungarn kommt es außerdem immer wieder zu Fehlern bei der Eingabe des Kennzeichens oder des Länderkürzels – was ebenfalls Mautnachforderungen zur Folge haben kann", warnt die Expertin. "Daher sollte man die Daten noch vor dem Bezahlen unbedingt kontrollieren." Am besten besorgt man sich die E-Vignette aber vorab online unter www.virpay.hu oder bei der ÖAMTC-Grenzstation Nickelsdorf. 

Portugal:

Vermehrt wandten sich Mitglieder auch wegen Nachforderungen der portugiesischen Maut an die Juristen des Mobilitätsclubs. Die Autobahnen in Portugal sind überwiegend gebührenpflichtig – der Betrag richtet sich nach der gefahrenen Strecke und kann entweder an den Mautstationen oder elektronisch gezahlt werden (Hinweisschild: "electronic toll only"). In Mietwagen ist meist eine entsprechende Box installiert, mit deren Hilfe die Beträge direkt von der Kreditkarte abgebucht werden. "Achtung jedoch, wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist: Nicht portugiesische Fahrzeuge müssen sich vorab registrieren und die elektronische Maut im Voraus zahlen – eine nachträgliche Bezahlung ist nicht möglich", erklärt Pronebner. Infos dazu unter: www.portugaltolls.com. "Nicht bezahlte Autobahngebühren können bis zu acht Jahre nachgefordert und in Österreich zwangsweise eingetrieben werden". 
 

Abschließender Tipp der Juristin Verena Pronebner:

"Man sollte sich unbedingt vor der Fahrt informieren, wie man die Straßenbenutzungsgebühr im jeweiligen Land bezahlen kann. Und um Diskussionen im Nachhinein vorzubeugen, bewahrt man den Zahlungsbeleg für Maut bzw. Vignette am besten mindestens acht Jahre auf." 

Mobilitätsclub unterstützt mit Detailinfos und Rechtsberatung

Konkrete Infos zu den Mautanforderungen im jeweiligen Land findet man in der Länder-Info des Clubs.

Gerät man im Ausland doch in eine Notsituation oder hat Probleme mit der Polizei, erreicht man die Clubjuristen rund um die Uhr unter der Nummer der Schutzbrief-Nothilfe +43 1 25 120 00. Auch bei ungerechtfertigten Zahlungsaufforderungen im Nachhinein hilft die ÖAMTC Rechtsberatung telefonisch oder persönlich an den Stützpunkten weiter – für Mitglieder kostenlos. 

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