Artikel drucken
Drucken

Gelbes Haus mit Ökoherz

Saubere Energie vom Dach in die Akkuspeicher. In Saalfelden geht der erste energieautarke Stützpunkt Österreichs in Betrieb.

SAMTC Stützpunkt Saalfelden © Birgit Engelhardt
SAMTC Stützpunkt Saalfelden © Birgit Engelhardt

Der ÖAMTC Salzburg setzt starke Zeichen für den Klimaschutz. Ein gesamtheitliches Energiekonzept sorgt ab jetzt am Standort in Saalfelden für sauberen Strom und Unabhängigkeit. „Unser Ziel ist, den gesamten Energiebedarf des Gebäudes selbst zu produzieren und so zu speichern, dass wir keinen zusätzlichen Strom aus dem Netz benötigen“, erläutert ÖAMTC-Chef Erich Lobensommer.

Zu diesem Zweck wurden am Dach 75 hochwertige Photovoltaikpaneele installiert. Ausgerichtet im 35° Winkel sollen sie über das ganze Jahr verteilt eine gleichmäßige Stromproduktion gewährleisten. Im Unterschied zu herkömmlichen Photovoltaik-Anlagen, bei denen der überschüssige Strom ins Netz fließt, wird in Saalfelden die Energie in Blei-Carbon-Akkus gespeichert. „Die Kapazität dieser Batteriespeicher beträgt gut 100 Kilowattstunden und ermöglicht die Nutzung des Stroms nach Bedarf, also auch nachts oder an sonnenarmen Tagen“, weiß Franz Schweighofer von NET (Neue Energie Technik GmbH). Der Energie-Profi aus Salzburg brennt für erneuerbare Stromgewinnung. „Grundsätzlich sind Dachflächen bestens geeignet, um den Energiebedarf für Strom, Wärme, Kühlung und E-Mobilität regional abzudecken“, weiß Schweighofer.

Schon beim Bau des neuen Stützpunkts legte der ÖAMTC großen Wert auf Nachhaltigkeit und eine saubere CO2-Bilanz. Das Gebäude wurde mit ressourcenschonenden Materialien errichtet, Klimatisierung und Heizung erfolgen mittels Tiefenwärme und Solepumpe. Ein Teil des Daches wurde extensiv begrünt. Spezielle Pflanzen dienen der Wärmedämmung, schaffen ein angenehmes Mikroklima und funktionieren bei Starkregen wie ein Drainagesystem mit Wasserspeicher. „Mit der Photovoltaikanlage und den Batteriespeichern haben wir jetzt den letzten Schritt zum „gelben“ Vorzeigeprojekt in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gemacht“, betont Lobensommer. Der Stützpunkt in Saalfelden ist damit österreichweit der erste energieautarke ÖAMTC-Betrieb.

Interview:

Warum investiert der Club in nachhaltige Technologie?

Lobensommer: Umweltschutz ist für den ÖAMTC kein Lippenbekenntnis. Wir fühlen uns in allen Bereichen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt verpflichtet. Das beginnt im Kleinen beim Verzicht auf Plastikflaschen und endet im Großen bei der nachhaltigen Bauweise und Energiegewinnung.

Rechnet sich das?

Es gibt vor allem einen Gewinner, und das ist die Umwelt und damit nicht nur wir alle, sondern auch die kommenden Generationen! Im Übrigen kann man ein ambitioniertes ökologisches Gesamtkonzept auch wirtschaftlich vertretbar umsetzten. Das haben wir schon beim Stützpunkt-Neubau in Salzburg Nord bewiesen. In Saalfelden rechnen wir in 12–14 Jahren mit einer Amortisierung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr News

News aus Salzburg

ÖAMTC Stützpunkt