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ÖAMTC Stau-Bilanz Sommerreiseverkehr 2020

Covid 19 veränderte sehr vieles - rund 28 Prozent weniger Staus als im Vorjahr.

autobahn grenze.jpg © Erich Westendarp
Autobahn Grenze © Erich Westendarp

439 Staus im Sommerreiseverkehr 2020, rund 28 Prozent weniger als im Jahr zuvor, das ist die Stau-Bilanz der ÖAMTC-Mobilitätsinformationen. Bedingt durch Reisebeschränkungen und vielerlei Unsicherheiten war der Urlauberverkehr heuer deutlich geringer als in den Jahren zuvor.

Dafür wurden zeitweise Rekord-Staus verzeichnet, die alles Bisherige in den Schatten stellen. Verursacht durch die gesundheitsbedingten Grenzkontrollen mussten Reisende an den Grenzstationen enorme Wartezeiten in Kauf nehmen. Rekordhalter war der Grenzübergang beim Karawanken Tunnel (A11), wo man bei der Einreise nach Österreich bis zu 12 Stunden warten musste, gefolgt vom Loibl Pass (B91) mit 10 Stunden Wartezeit; beides jeweils am 23. August.

Von der Anzahl der Staus her war das Wochenende 1./2. August das verkehrsreichste; hier wurden von den Transitrouten in Summe 64 Staus gemeldet. An diesem Wochenende begannen die Ferien in Baden-Württemberg und aus Bayern kam eine sehr starke zweite Reisewelle.

Stauursachen

    © ÖAMTC
Ferienrreiseverkehr: Vergleich der Stauursachen Sommer 2019 - Sommer 2020

Stauursache Nr. 1 waren erstmals Unfälle mit 31,4%. Durch das deutlich geringere Verkehrsaufkommen war Verkehrsüberlastung heuer nur bei 27,8% der Auslöser für Staus. Im Gegensatz zum Vorjahr, als noch mehr als 40% der Staus durch Überlastung verursacht wurden. Den anteilsmäßig größten Anstieg gab es bei Grenzkontrollen, die nach nur 5,6% 2019 in diesem Sommer für 21% der Staus verantwortlich waren.

  2016 2017 2018 2019 2020
Unfälle 32,4% 20,6% 32,7% 33,1% 31,4%
Überlastung 32,8% 40,7% 40,0% 40,6% 27,8%
Grenzkontrollen 11,8% 15,7% 9,9% 5,6% 21%
Defekte Fahrzeuge 4,1% 3,5% 5,1% 5,9% 8,4%
Baustellen 12,3% 15,2% 5,7% 7,8% 6,8%

Bundesländer im Vergleich – deutliche Veränderungen zu den Vorjahren

Auch im Bundesländer-Stauranking schaut es heuer deutlich anders aus als in den Jahren zuvor. Spitzenreiter ist diesmal Salzburg mit 22,1% aller Staus, gefolgt von der Steiermark mit 18,2% und Kärnten mit 16,9%. Vorjahresspitzenreiter Tirol liegt 2020 mit 16,6% nur auf dem vierten Rang. Grund dafür ist, dass viele aufgrund der Covid 19-Situation nicht nach Italien gefahren sind, was Tirol deutlich entlastete, während der Zustrom in die Balkanländer weiterhin stark war.

Hotspots und belastete Routen – Grenzübergänge am häufigsten verstaut

    © ÖAMTC
Reisesommer 2020: Wo gab es die meisten Staus

Hotspots waren in diesem Sommer aufgrund der Kontrollen eindeutig die Grenzübergänge – diese belegten die ersten fünf Plätze im Stauranking. Vom Karawanken Tunnel wurden ebenso 22 Staus gemeldet wie vom Grenzübergang Spielfeld. Am Walserberg waren es 14, in Nickelsdorf 13 und am Loiblpass 11.

Die am meisten verstaute Transitroute im diesjährigen Sommerreiseverkehr war die Tauern Autobahn (A10) mit 13,4% der Staus, dicht gefolgt von der Pyhrn Autobahn (A9) mit 12,8%. Die ÖAMTC-Statistik weist an dritter Stelle mit deutlichem Abstand die West Autobahn (A1) mit 7,1% auf, dahinter die Süd Autobahn (A2) mit 6,4%. Der Vorjahres-Spitzenreiter, die Fernpass Straße (B179), liegt mit 5,9% nur mehr knapp vor der Karawanken Autobahn (A11) mit 5,2%.

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