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ÖAMTC Stau-Bilanz Sommerreiseverkehr 2019

613 Staus im Sommerreiseverkehr 2019, damit ein Plus von 8,5% gegenüber dem Jahr zuvor – das ist die Bilanz der ÖAMTC-Mobilitätsinformationen.

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ÖAMTC Stau-Bilanz Sommerreiseverkehr 2019 © ÖAMTC

„Vom frühen Freitagnachmittag bis in die Sonntag Abendstunden waren die Transitrouten heuer fast durchgehend stark belastet. Dadurch hat sich der Verkehr besser verteilt und Megastaus von 20 Kilometer Länge und mehr blieben so heuer aus.“, erklärt Gilles Dittrich von den ÖAMTC-Mobilitätsinformationen.

Gezählt wurden, wie auch in den vergangenen Jahren, Staus mit einer Länge von mehr als 1,5 Kilometern bzw. Verzögerungen von mindestens 15 Minuten an den Samstagen und Sonntagen während der Ferien in Österreich.

Verkehrsreichstes Wochenende war einmal mehr der Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg Ende Juli, als von den Transitrouten 82 Staus gemeldet wurden. Gefolgt vom Wochenende 17./18. August mit 76 längeren Verzögerungen, wobei hier der Rückreiseverkehr besonders stark war.

Verkehrsüberlastung als häufigste Stauursache

Stauursache Nr. 1 war einmal mehr Verkehrsüberlastung mit rund 40%, gefolgt von Unfällen mit etwas mehr als 33%. Knapp 8% der Staus wurden durch Baustellen verursacht, defekte und brennende Fahrzeuge waren für knapp 6% der Staus verantwortlich. Die auch in diesem Sommer durchgeführten Grenzkontrollen waren in Summe 34 Mal Ursache für längere Verzögerungen, das entspricht rund 5,5%.

  2015 2016 2017 2018 2019
Verkehrsüberlastung 38,8% 32,8% 40,7% 40,0% 40,6%
Unfälle   39,3% 32,4% 20,6% 32,7% 33,1%
Baustellen 8,1% 12,3% 15,2% 5,7% 7,8%
Defekte Fahrzeuge         5,4% 4,1% 3,5% 5,1% 5,9%
Grenzkontrollen 11,8% 15,7% 9,9% 5,6% 5,5%

Bundesländer im Vergleich - Tirol als Spitzenreiter

Den ersten Platz im Bundesländer-Stauranking belegt dieses Jahr unangefochten Tirol - mehr als jeder vierte Stau wurde hier verzeichnet. Rang zwei und drei belegten Salzburg und die Steiermark mit jeweils etwa 16,5%. Knapp 13% der Staus wurden dem ÖAMTC aus Niederösterreich gemeldet, rund 11% waren es in Kärnten und etwa 10% in Oberösterreich.

Hotspots und belastete Routen

Die am meisten verstaute Transitroute im heurigen Sommerreiseverkehr war die Fernpass Straße (B179) in Tirol – insgesamt 68 Staus wurden dem ÖAMTC von hier gemeldet. Knapp dahinter liegen drei Autobahnen beinahe gleichauf. Jeweils 62 Staumeldungen kamen von der Tauern Autobahn (A10) und der Pyhrn Autobahn (A9), 60 von der West Autobahn (A1). Mit deutlichem Abstand folgen die Süd Autobahn (A2) mit 32 und die Karawanken Autobahn (A11) mit 29 Staus.

„Hier fallen die Unterschiede bei den Stauursachen auf“, erklärt ÖAMTC-Experte Dittrich. Während auf der B179 fast 90% und auf der A10 knapp 70% der Staus durch Überlastung entstanden, waren auf der A1 Unfälle mit mehr als 63% Hauptursache für Verzögerungen.

Deutlich erkennbar waren heuer die klassischen Engstellen auf den Transitrouten: vor Gleinalm Tunnel (A9), Karawanken Tunnel (A11) und Lermooser Tunnel (B179) standen die Autofahrer in diesem Sommer am häufigsten im Stau. Beinahe ebenso oft mussten Verzögerungen bei der Grenze am Walserberg (A1) in Kauf genommen werden, wobei es hier vor allem im Juli zu zahlreichen Staus kam und sich die Situation im August entschärft hat.

Abfahrtssperren und Situation an der Grenze

„Wir beobachten kontinuierlich sehr starkes Verkehrsaufkommen an den Wochenenden. Schon seit Beginn der Sommerferien kommt es ab Freitagnachmittag bis Sonntagabend immer wieder zu längeren Staus. Phasenweise sind wir vor allem im Großraum um die Landeshauptstadt hart an der Belastungsgrenze“, so Aloisia Gurtner vom ÖAMTC in Salzburg.

Die Abfahrtssperren für den Durchzugsverkehr schlagen sich in der Stau-Statistik kaum nieder. Allerdings weist der ÖAMTC darauf hin, dass die Einhaltung der Maßnahmen sehr von deren Kontrollen abhängen. Gegen Ende der Saison registrierten die ÖAMTC-Staubeobachter eine merkliche Zunahme des Ausweichverkehrs im untergeordneten Straßennetz. „Die Sperren zeigten durchaus Wirkung, für einen Idealzustand ist aber noch einige Luft nach oben“, so Gurtner.

Positive Auswirkungen auf die Stau-Statistik ortet man mit der Errichtung der dritten Abfertigungsspur am Grenzübergang Walserberg. „Die zusätzliche Spur wurde anfänglich von den Autofahrern zu wenig wahrgenommen. Der Verkehrsfluss an der Grenze hat sich aber mit verstärkter Ankündigung, etwa mittels Überkopfwegweiser, deutlich verbessert“, so Aloisia Gurtner abschließend.

Lotterie Grenzübergang Spielfeld

Zu selteneren, dafür sehr langen Staus kam es wegen der Grenzkontrollen in Spielfeld (A9). Wenn Kontrollen durchgeführt wurden, mussten Reisende mit massivem Stau rechnen. „Es ist nicht einzusehen, dass ich zwischen Kroatien und Slowenien (der Schengen-Außengrenze Anm.d.Red.), wo ich Staus befürchte, mit moderaten Wartezeiten davon komme und dann quasi vor der Haustüre bei Spielfeld drei Stunden in der Hitze stehe“, brachte ein verärgertes ÖAMTC-Mitglied die Situation auf den Punkt.

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