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Dienstag, 16.Mai 2017

ÖAMTC-Expertengespräch zum Thema Diversitätsmanagement

Wie Unternehmen Minderheiten erfolgreich integrieren können.

Unter dem Titel "Muss anders immer artig sein?" lud der ÖAMTC am Dienstag, den 9. Mai, zu einem Symposium in sein Mobilitätszentrum. Die geladenen Experten diskutierten darüber, was Diversitätsmanagement wirklich bedeutet und ob beruflicher Erfolg für Minderheiten nur dann möglich ist, wenn diese sich der Norm anpassen und ihre Identität hintanstellen. "Wir beschäftigen uns mit Vielfalt, weil wir als größter Mobilitätsclub Österreichs mit über 2,3 Millionen Mitgliedern gesellschaftliche Verantwortung tragen", erklärt Christoph Mondl, stv. Verbandsdirektor. "Wir setzen uns für ein respektvolles Miteinander und Inklusion ein."

Begonnen hat der Vormittag mit einem Referat von Armgard von Reden, Diversity-Dozentin an der Leibniz Universität Hannover und ehemalige IBM-Direktorin. Sie betonte, dass es für Unternehmen besonders wichtig sein muss, dass Diversity in der Firmen-Genetik verankert ist. "Wir wissen, dass Frauen es sofort wahrnehmen, wenn Gender-Vielfalt in einem Betrieb zwar propagiert aber nicht gelebt wird", so von Reden. "Untersuchungen haben gezeigt, dass in solchen Fällen überdurchschnittlich viele Frauen die Unternehmen verlassen, was sich wiederum negativ auf den Geschäftserfolg auswirkt". Dieser Geschäftserfolg ist laut von Reden auch der Grund dafür, weshalb sich Firmen überhaupt mit Diversity-Management auseinandersetzen. "Je wohler sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz fühlen, desto motivierter sind sie. Ziel ist es also, allen Angestellten dieses Gefühl von Akzeptanz, Respekt und Bestätigung zu ermöglichen", so die Referentin.

Gläserne Decke wird zu Stahlbetondecke

In der darauffolgenden Gesprächsrunde wurde unter anderem über die "Gläserne Decke" – das Phänomen, dass qualifizierte Frauen kaum in die Top-Positionen von Unternehmen vordringen – diskutiert. "Wir haben es zunehmend mit einer Stahlbetondecke zu tun. Seit Jahrzehnten wird versucht, den Unternehmen gut zuzureden, aber die aktuelle Situation zeigt, dass wir Quoten brauchen", meinte Brigitte Handlos, Ressortleiterin des ORF. Sie sprach sich zudem dafür aus, Minderheiten nicht nur zu fördern, sondern auch zu fordern. "Förderprogramme sind wichtig und können viel bewirken. Ich denke aber auch, dass es einen Punkt gibt, an dem man betroffenen Menschen oder Gruppen auch Verantwortung übergeben muss. So können sie aus einer Position der vermeintlichen Hilflosigkeit herausfinden", so Handlos.

Vielfalt fängt bei uns selbst an

Die abschließende Frage war, was man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter tun kann, um das Klima der Vielfalt in einem Unternehmen positiv zu beeinflussen. "Man sollte bei sich selbst anfangen und seine Anliegen und Meinungen selbstsicher kommunizieren", empfiehlt Diversity-Berater Norbert Pauser. "Von anderen Offenheit einzufordern funktioniert besser, wenn man auch selbst offen ist".

Video: Expertenstatements

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Video: Gesamter Vortrag

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