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Freitag, 20.April 2018

Rauf aufs Rad!

Kommt ein Radhauptrouten-Netz?

Positiv sieht der ÖAMTC Landesdirektor die Pläne für das angedachte Radhauptrouten-Netz im Großraum Linz. Die Umsetzung wird aber noch einiges an Zeit und Geld in Anspruch nehmen. Optimistischer sieht Thurnhofer das Potenzial des Fahrrads, den innerstädtischen Verkehr zu entlasten: „Für viele Kurzstrecken und somit auch für in Linz wohnende und lebende Menschen wäre das Rad das ideale Fortbewegungsmittel. Rund 30 Prozent der PKW-Jahresverkehrsleistung sind Fahrten bis zu fünf Kilometer. Das trifft vor allem auf innerstädtische Pendler zu“, weiß Thurnhofer.

Das geplante Radhauptrouten-Netz © ÖAMTC Das geplante Radhauptrouten-Netz

Einfache Maßnahmen in Linz

Die Verantwortlichen der Stadt Linz sind bemüht, den Anteil der „Radler“ von derzeit acht Prozent zu erhöhen. Dazu wurden in der Vergangenheit einige durchaus schlaue Lösungen umgesetzt. „In vielen Straßen ist beispielsweise das Fahren mit dem Rad gegen die Einbahn erlaubt und teilweise durch eigene Streifen gekennzeichnet. An immer mehr Kreuzungen gibt es vorgezogene Radstreifen. Busspuren dürfen befahren werden. Diese Maßnahmen sind sinnvoll, mit weiteren Maßnahmen könnte die Attraktivität aber zusätzlich gesteigert werden“, weiß Thurnhofer. Die Ausweitung von Begegnungszonen, zusätzliche Radstreifen bzw. –wege wären gute Möglichkeiten.

Verbesserungen brauchen Management

Eine flächendeckende Umsetzung bzw. Verbesserung der Radsituation erachtet der Landesdirektor als schwierig bzw. herausfordernd: „Wie bei vielen Infrastrukturmaßnahmen ist auch hier das Zusammenwirken von Land, Stadt, Gemeinden und Verkehrsbetrieben maßgeblich. Nur gemeinsam lassen sich Verbesserungen umsetzen.“

Auch Pendler müss(t)en umdenken

Es hänge aber auch an den Pendlern selbst. In Österreich liegen die Verkaufszahlen für Fahrräder weit über jenen des Neuwagen-Marktes. Allerdings fahren die Oberösterreicher hauptsächlich in der Freizeit mit dem Rad. Im Alltagsverkehr spielt das Rad nach wie vor nicht die Rolle, die es haben könnte. „Den Weg zur Arbeit oder in die Ausbildungsstätte mit dem Rad anstatt dem Auto zurückzulegen, erfordert natürlich ein Umdenken, hätte aber seine Vorteile. Radfahren fördert die Gesundheit und ist oftmals sowohl eine zeit- als auch geldsparende Alternative“, erklärt ÖAMTC-Präsident Karl Pramendorfer.