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Ab in die Festivalsaison

Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Party-Sommer.

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- Party am Festival © iStock

Auf die Zelte, fertig, los! Mit der warmen Jahreszeit beginnt auch die Festivalsaison. Bei dieser besonderen Art von Urlaub kann die falsche Ausstattung gründlich die Stimmung vermiesen. Der Club gibt Tipps und Tricks, wie man gut vorbereitet und ohne unangenehme Zwischenfälle in die Party starten kann.

Was brauche ich mit?

Das klingt nach einer einfachen Frage, doch es lohnt sich an mehr als die Basics zu denken. 

Grundausstattung

Die Grundausstattung bei einem Festival ist natürlich das Zelt. Wichtig ist, neben einer vollständigen Ausstattung für den korrekten Aufbau, die Größe. Ist man zu zweit, sollte man sich zumindest ein 3-Personen Zelt leisten. Denn das Gepäck muss neben dem Schlafsack auch noch Platz finden.

Neben dem Zelt sollte euer Basic-Set auch mit folgendem ausgestattet sein:

  • Ein Vorhängeschloss ist eine mögliche Sicherung des Gepäcks, eher aber um Betrunkene davon abzuhalten in fremden Zelten zu landen. Es sichert auch davor ab, unappetitliche Hinterlassenschaften zu finden.
    Allerdings sollten trotzdem keine Wertsachen im Zelt bleiben. Die Folie ist schnell aufgeschnitten und das Schloss könnte eventuell erst recht Schatzsuchende auf euer Eigentum aufmerksam machen. Daher am besten immer, auch nachts, die Wertsachen am Körper behalten (oder mit in den Schlafsack packen). Alternativ reicht auch eine größere Büroklammer. Betrunkene Verirrte bekommen das in ihrem Zustand sowieso nicht auf.
  • Es werde Licht! Eine Campingleuchte wird euch ordentlich das Leben erleichtern. Auch Taschenlampen oder Stirnlampen sollten mit im Gepäck sein.
  • Zur grundlegenden Ausstattung gehört auch das Gaffer-Tape. Sei es um das Zelt zusammenzuflicken, Markierungen zu befestigen oder eine Bierkiste zusammenzuhalten, Gaffer-Tape ist ein Alleskönner.
  • Essentiell sind auch der Camping-Sessel und ein Pavillon. Niemand will den ganzen Tag am Boden sitzen und der Sonne ausgesetzt sein. 


 

Tipp: Campingsessel in auffälliger Farbe!

Die werden gerne mal geklaut oder verwechselt. Mit einem gepunkteten knallgelben oder signierten Sessel kann es keine Missverständnisse geben. 

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Gummistiefel sind Pflichtausstattung

Die richtige Kleidung

Klar checkt man vorab die Wettervorhersage und packt dementsprechend ein. Um wirklich top vorbereitet zu sein, sollte man sich aber auf beides einstellen: Traumhaftes Sommerwetter und Weltuntergangsstimmung.

Hier eine kleine Checkliste fürs Feiern:

  • Regenponcho
  • imprägnierte feste Schuhe/Gummistiefel/Springerstiefel
  • billige Sonnenbrille
  • Kappe für den Sonnenschutz
  • Wechselgewand in wasserfester Tasche
  • Bikini/Badehose

Wichtig ist aber auch der nächtliche Schlaf. Die Hitze des Tages kann sich abends schnell verflüchtigen und dich zitternd im Zelt zurücklassen. Daher ist es eine gute Idee, dicke Pullover und Socken mit einzupacken, eventuell auch eine weiche Haube.

Ebenfalls sollte unbedingt gemütliche Kleidung Platz in der Tasche finden. Die Wenigsten wollen den ganzen Tag in Jeans und Feierkleidung verbringen. Auch praktisch sind Schuhe zum schnell Reinschlüpfen für die gemütlichen Momente am Campingplatz.

Hygieneartikel

 

Ja, Festivals sind schmutzig. Es will aber keiner tagelang müffeln oder sich ständig eklig fühlen. Die Basics hat jeder dabei, ein paar Utensilien sind für viele aber nicht selbstverständlich (oder werden gerne vergessen). Hier wieder eine Checkliste:

  • Rolltasche, die man in Duschen aufhängen kann/ Plastiktasche für nasse Duschutensilien
  • Desinfektionsmittel, Desinfektions/- Erfrischungstücher
  • Sonnencreme und After Sun
  • Trockenshampoo
  • Handtücher
  • Klopapier und Klositzabdeckungen
  • Mückenspray

Essen und Trinken

Beim Campen darf es auch an Verpflegung nicht fehlen. Mittlerweile gibt es bei Festivals viele Foodtrucks mit unterschiedlichen Küchen, allerdings kann das schon teuer werden. Für die Sparfüchse ist also ein Camping-Kochset zu empfehlen.

  • Gaskocher mit extra Gaskartusche
  • Feuerzeug
  • Campingtopf mit Griffen
  • Geschirr
  • Besteck
  • Taschenmesser
  • Dosenöffner

Auch wertvoll sind Wasserkanister. Wasser braucht man zum Kochen, Trinken und auch Waschen, somit ist es immer praktisch eine größere Menge mit auf den Zeltplatz nehmen zu können.

Achtung: Vorher erfragen, ob Gaskocher erlaubt sind!

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Ausgestattet zum Kochen

Komfort

Manche Dinge sind vielleicht nicht akut notwendig, verbessern aber deutlich das Festivalerlebnis.

  • Fließdecke 
  • Schlafmaske
  • Ohropax
  • Sonnensegel/Rettungsfolie zum Abblocken der Sonne und Hitze im Zelt

Richtige Position

Bevor der Spaß losgeht und die Ausstattung überhaupt zum Einsatz kommt, geht es an die Suche nach dem richtigen Schlafplatz. Hier tut man gut daran eher zu früh als zu spät anzureisen, denn die guten Zeltplätze sind heiß begehrt. Doch was ist wichtig für den idealen Zeltplatz?

  • Eine wichtige Sache ist der Untergrund. Vermeide unebene Stellen mit Mulden, denn hier sammelt sich bei Regen das ganze Wasser. Dann verwandelt sich alles ums Zelt herum in einen Sumpf. Markiert euren Zeltplatz am besten auch irgendwie, sodass ihr es schnell wiederfinden könnt. Dazu eignen sich Fahnen oder Banner.
  • Es empfiehlt sich auch einen gesunden Abstand zu den Durchgangswegen einzuhalten. Ist das Line-Up des Tages vorbei, torkeln alle über genau diese Wege und stolpern gerne über Zelthalterungen oder versuchen gar sich in ein fremdes Zelt zu legen. Und selbst wenn das nicht passiert, findet man hier durch den ständigen Durchzug eher schwer Ruhe.
  • Und last but not least: Haltet euch von Zäunen fern. Bereits erfahrene Festivalbesucher scheuen diese Stellen wie der Teufel das Weihwasser, denn Zäune werden gerne als Alternative zur Toilette missbraucht. Wer als nicht zu einem interessanten olfaktorischen Erlebnis einschlafen möchte, sollte solche scheinbar geschützten Randplätze eher meiden.

Auto und Parken

Das passende Zelt ist gewählt, praktische Kleidung dabei und auch sonst fehlt es an nichts. Trotz richtiger Ausstattung kann aber noch einiges schiefgehen. Hier ein paar einfache "Survival-Tipps" fürs Auto.

 

Die paar Tage am Festival muss das Auto auch irgendwo stehen bleiben. Mit einem extra Parking-Ticket kann man auf den Parkmöglichkeiten des Festivals stehen, aber hier gibt es drei Dinge, die ihr beachten solltet:

  • Besser nicht mit dem schönsten und teuersten Auto fahren
  • in eine diebstahlsichere Kennzeichenhalterung investieren
  • Standort speichern

Im Auto kann man auch noch extra trockene Kleidung und Schuhe platzieren, falls etwas schiefgehen sollte.

Der Autoschlüssel sollte gut verstaut werden.

Nachhaltigkeit

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Festivals machen leider viel Müll

Auch bei der wildesten Party ist es machbar einen Blick auf die Umwelt zu haben. Eine Teil der Grundausstattung sind Müllsäcke, um die ganzen Dosen, Flaschen und Essensverpackungen entsorgen zu können. Aber es gibt noch ein paar weitere Tipps die Umwelt zu schonen. 

  • Sucht euch für die Anreise eine Mitfahrgelegenheit
  • Investiert in ein richtiges Zelt! Pop-Up Zelte sind durch den einfachen Aufbau eine beliebte Wahl bei Festivals, allerdings gemeinsam mit den Billig-Pavillons Müllquelle Nummer 1: Die Speedy-Zelte punkten leider nicht mit Qualität und bleiben daher gerne nach dem Festival auf dem Gelände zurück.
  • Nehmt all eure Sachen und das ganze Camping-Equipment wieder mit nach Hause.
  • Verzichtet auf Stromaggregate. Ja, sie liefern praktischen Strom am Zeltplatz. Aber: Ihr betreibt den ganzen Tag einen Motor mit Benzin, der laut ist, stinkt und ordentlich Dreck in die Luft haut. Das beleidigt nicht nur Mutter Natur, sondern stellt auch eine ziemliche Belästigung für eure Zeltnachbarn dar.
  • Entsorgt Zigaretten fachgerecht. Die kleinen Dinger haben es nämlich in sich: Ein Zigarettenstummel braucht 10-15 Jahre, bis er endgültig in der Natur verrottet ist.
  • Kauft gemeinsam Essen und plant wie viel man wirklich braucht. Getränke und Essen bleibt immer in Massen am Campingplatz zurück, weil die Leute sich grob verschätzen oder jeder für sich einzeln einkauft. Beispiel: Teilt man sich eine Müslipackung zu dritt anstatt drei Packungen für drei Personen zu kaufen, wird das eher aufgegessen!
  • Falls man sich von den Essensständen etwas holt, kann man eigene Behälter oder Becher mitnehmen. Die hat beim Campen sowieso jeder dabei und so wird wieder ordentlich Müll gespart.
  • Verzichtet auf Einweg-Regenponchos. Investiert in einen richtigen Regenponcho oder gleich eine Regenjacke.
  • Packt eine Kühlbox ein. Mittlerweile gibt es bei fast jedem Festival Eispackungen zu kaufen, die in der Kühlbox den ganzen Tag halten. Für nur ein paar Euro pro Tag, gibt es frische unverpackte Lebensmittel (und natürlich kühles Bier). 
  • Es müssen keine Einwegbecher oder Plastikteller sein. Campinggeschirr gibt es in praktischen Sets zu kaufen, kombiniert mit einer großen Schüssel und Geschirrspülmittel kann man die auch abwaschen. Auch Geschirr und Becher aus Hartplastik halten ewig. Tipp: Falls man nicht abwaschen möchte/kann, kann man sporadisch mit feuchtem Geschirrtuch arbeiten.

Unbedingt Müllsäcke mitnehmen!

Gesundheit

Damit man immer fit für die Lieblingsband ist, ist es eine gute Idee auf medizinische Probleme vorbereitet zu sein und gewisse problematische Situationen zu vermeiden. 

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Immer ein paar Medikamente einpacken
  • Es ist zu empfehlen eine kleine Reiseapotheke dabei zu haben. Pflaster, Wunddesinfektionsspray, Schmerz- oder Allergietabletten braucht man schnell mal und können einen wirklich den Aufenthalt retten. Ebenfalls sind Tabletten gegen Magenprobleme sowie Brandsalbe eine gute Investition.
  • Besonders auf Festivals wird gerne Alkohol getrunken, geraucht und an Grenzen gegangen. Das macht zwar Spaß, aber gerade bei Festivals kann es sehr schlecht enden, wenn man die Kontrolle verliert. Achtet also auf eure Grenze, trinkt viel Wasser und habt Magnesium und Anti-Übelkeit Tabletten gegen den schweren Kater dabei. 
  • Gesund essen hat beim Feiern zwar keine Relevanz, trotzdem ist es sinnvoll darauf achten, ob das mitgebrachte Essen nicht vielleicht verdorben ist und auf ganz wilde Mischungen zu verzichten. Sonst könnte der restliche Tag schnell auf den oft nicht sehr sauberen Toiletten enden. 

Restalkohol kann bis zur Abfahrt bleiben!

Am letzten Abend vor der Heimreise ist es besonders für Autofahrende wichtig nicht zu tief in den Becher zu schauen. Viel zu oft setzen sich die Leute mit Restalkohol im Blut ans Steuer. Auch wenn ihr einen hochwertigen Alkoholtester mithabt, ist das keine Garantie, dass ihr fahrtauglich seid, also verlasst euch darauf nicht.

Der Fahrer oder die Fahrerin sollte also am Abend vor der Fahrt keine oder nur sehr wenige alkoholische Getränke oder sonstige berauschende/stimulierende Substanzen konsumieren.

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Restalkohol kann fatal sein

No Go's: Was braucht man nicht?

Lieber mehr als weniger einpacken ist natürlich eine gute Devise. Aber manche Sachen braucht man wirklich nie: Hier die Anti-Packliste.

  • Hohe Schuhe/schöne Schuhe sind natürlich völlig fehl am Platz, wenn man über Campingplätze stolpert oder stundenlang vor der Stage steht. Im besten Fall ruiniert ihr euch einfach die Schuhe, im schlimmsten habt ihr Fußschmerzen oder knickt so ungünstig um, dass es zu ernsthaften Verletzungen führt. 
  • Jumpsuits, besonders die lockeren sommerlichen, sind nur bis zum ersten Toilettenbesuch angenehm. Spätestens dann sitzt Frau nur in Unterwäsche mit dem flattrigen Jumpsuit am dreckigen Boden da und bereut die Kleiderwahl.
  • Nähzeug kann natürlich in Kleidernotfällen helfen, aber da ist es deutlich praktischer lieber ein Shirt mehr mitzuhaben. Das gerissene Teil kann auch Zuhause in Ruhe repariert werden. 
  • Wie schon erwähnt: Stromaggregate wirken vielleicht praktisch, sind aber umweltschädlich und eine akustische und olfaktorische Qual für alle um euch herum. 
  • Riesige Musikboxen erhöhen vielleicht eure Stimmung, ruinieren aber die aller anderen. Bei der Bühne ist es sowieso immer laut, beim Campingplatz darf man sich dann den Nachbarn zuliebe ein wenig zurückhalten.
  • Klingt schräg, aber ist auch absolut unnötig: ein Flaschenöffner. Denn meistens darfst du keine Glasflaschen aufs Festivalgelände mitnehmen. 
  • Glasflaschen oder Glasbehälter, zum Beispiel mit Sugo oder eingelegtem Gemüse. Meistens sind die nicht erlaubt, aber unabhängig davon ist die Gefahr von Scherben Grund genug eher auf Dosen zurückzugreifen. 
  • Teure Kleidung besser auch Zuhause lassen. Jede Kleidung, die auf Festivals mitgenommen wird, sollte ohne großen Herzschmerz kaputt gehen dürfen!
  • Spielereien wie Bücher, Laptops oder etwa Zeichenblöcke. Abgesehen davon, dass Laptops aufgeladen werden müssen, die Hitze nicht gut vertragen und geklaut werden, werdet ihr das zu 100% nicht brauchen.
  • Stylingprodukte wie Glätteisen oder Lockenstab. Im Normalfall ist man schon gut dabei, wenn man jeden Tag eine Dusche einplant. Für stundenlanges Styling hat meistens keiner Zeit und Nerven.

Pannenhilfe am Nova Rock

Wie jedes Jahr ist der Club wieder am Nova Rock zur Stelle. Seit 2006 gibt es einen mobilen Stützpunkt am Festivalgelände, der rund um die Uhr besetzt ist.

ÖAMTC am Nova Rock © ÖAMTC © ÖAMTC
ÖAMTC am Nova Rock
Der Mobilitätsclub ist mit Pannenfahrern, Fahrzeugen und einem mobilen Stützpunkt am Nova Rock Festival (Nickelsdorf/Burgenland) vertreten.

Auch heuer sind von 9. bis 12. Juni wieder Pannenfahrer des ÖAMTC vor Ort bei den Pannonia Fields im Einsatz, um den Festivalbesuchern im Notfall helfen zu können. Rund um die Uhr geben sie am Nova Rock Starthilfe, sperren Autos auf und reparieren Notstromaggregate und Kühlschränke. 

Wie jedes Jahr wird der Club-Stützpunkt in der Nähe der Zufahrt zum Caravanplatz eingerichtet. Bei Pannen oder technischen Problemen einfach an einen Verkehrseinweiser mit Funk wenden und die Gelben Engel sind rasch zur Stelle, um zu helfen. Für ÖAMTC-Mitglieder gibt es auch heuer wieder den bewährten Schlüsselanhänger mit Funddienstfunktion. Wer auf Nummer sicher gehen will, stattet uns am mobilen Pannenstützpunkt im Eingangsbereich einen Besuch ab und holt sich seinen Gratis-Anhänger, dieser wird durch seine Nummer mit den Kontaktdaten des Mitglieds verknüpft. Sollte jemand so einen Schlüssel finden, bitte direkt bei uns abgeben oder einfach in einen Post­kasten werfen.

Tipps Österreichischer Camping Club

Der Österreichische Camping Club hat auch ein paar Tipps sowie eine Checkliste für Festivals parat.

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