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Mittwoch, 13.Mai 2026

403 Verkehrstote im Jahr 2025

Steigende Unfall- und Getötetenzahlen mit E Bikes und E Scootern: Club fordert Ausweitung der Helmpflicht auf alle Altersgruppen.

Im Jahr 2025 starben in Österreich 403 Menschen bei Verkehrsunfällen – 52 mehr als im Vorjahr. Besonders alarmierend: Die Zahl der getöteten und verletzten E-Biker:innen erreichte ein Rekordhoch. Der ÖAMTC kritisiert die neue StVO-Novelle als unzureichend und fordert eine altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter.

  • 403 Verkehrstote 2025 – ein Anstieg um 52 gegenüber dem Vorjahr
  • 32 getötete E-Biker:innen und 3.154 Verletzte – zweithöchster Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1961
  • StVO-Novelle 2026 schreibt Helmpflicht nur bis 14 bzw. 16 Jahre vor
  • 84 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für eine Helmpflicht bei E-Bikes aus

Mit der Veröffentlichung der Verkehrsunfallstatistik 2025 durch die Statistik Austria bestätigt sich eine traurige Entwicklung: Die Zahl der getöteten und verletzten Radfahrenden, insbesondere von E-Biker:innen, erreichte ein hohes Niveau mit 65 Todesopfern (davon 32 getötete E-Biker:innen) und 10.488 Verletzten (davon 3.154 E-Biker:innen) – der zweithöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1961. Auch die mittlerweile weit verbreiteten E-Scooter forderten mit 6 Getöteten und 2.597 Verletzten viele Opfer.

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 403 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind um 52 mehr als im Jahr 2024. Mit 166 getöteten Pkw-Insass:innen verunglückten auch hier 19 Menschen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten Motorrad-Aufsass:innen liegt mit 81 auf ähnlich hohem Niveau wie 2024. Auch bei den getöteten Fußgänger:innen gab es mit 58 Todesopfern einen Anstieg um 21 Prozent.

Anstieg der Verletztenzahl bei Unfällen mit Fahrrad-Beteiligung

47.041 Verletzte waren im Vorjahr bei allen Verkehrsunfällen zu verzeichnen – der höchste Wert seit 2017. Während die Zahl der verletzten Pkw-Insass:innen rückläufig ist, ist die Zahl verunglückter Radfahrer:innen (mit Muskelkraft oder elektrisch betrieben) weiter gestiegen (10.488 Verletzte – um 427 mehr als im Vorjahr). Gründe dafür sind eine gesteigerte Nutzung, ein geändertes Freizeitverhalten und der Trend zum E-Bike. Speziell die Altersgruppe 50+ setzt vermehrt auf das E-Bike, was sich leider auch in den Unfallzahlen widerspiegelt.

Der ÖAMTC sieht einmal mehr einen klaren Auftrag an die Politik und fordert eine altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter. David Nosé, Verkehrstechniker beim ÖAMTC: "Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass das reale Unfallgeschehen vor allem Erwachsene betrifft. Beschränkungen auf Kinder und Jugendliche gehen an der Realität vorbei. Gerade bei E-Bikes sehen wir seit Jahren, dass der Großteil der tödlich Verunglückten älter als 14 Jahre alt war."

StVO-Novelle greift zu kurz: "Es braucht eine treffsichere Lösung!"

Die seit 1. Mai 2026 gültige StVO-Novelle sieht eine Helmpflicht lediglich für E-Bike-Fahrende bis 14 Jahre und E-Scooter-Lenkende bis 16 Jahre vor. Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist dieser Ansatz wenig treffsicher: "Angesichts dieser Zahlen braucht es eine zielführende und treffsichere Lösung für mehr Verkehrssicherheit. Die überwiegende Mehrheit der Verunglückten ist deutlich älter als die von der Helmpflicht erfasste Zielgruppe – die altersbeschränkte Regelung verfehlt daher ihr Ziel deutlich."

Der Mobilitätsclub spricht sich daher klar für eine allgemeine Helmpflicht für E-Scooter-Lenker:innen ohne Altersbeschränkung, sowie eine allgemeine Helmpflicht für E-Bike-Fahrende, allerdings ohne Strafandrohung – vergleichbar mit der bewährten Regelung bei der Kinderhelmpflicht – aus. Das Tragen eines Helmes verhindert keine Unfälle, schützt aber im Falle von Unfällen den Kopf vor schweren oder tödlichen Verletzungen.

Unterstützung erhält die Forderung des ÖAMTC auch aus der Bevölkerung: Laut einer repräsentativen Umfrage des Clubs im November 2025 sprechen sich 84 Prozent für eine Helmpflicht bei E-Bikes, 85 Prozent für eine Helmpflicht bei E-Scootern aus. "Bei diesem klaren Votum für mehr Verkehrssicherheit stellt sich die Frage, warum die Politik die letzte StVO-Novelle nicht genutzt hat, um mit einer altersunabhängigen Helmpflicht bei E-Bikes und E-Scootern den steigenden Verunglücktenzahlen entgegenzuhalten," so David Nosé vom ÖAMTC.

Verkehrstote nach Bundesland

Bundesland Verkehrstote 2025 Verkehrstote 2024
Burgenland 20 15
Kärnten 35 30
Niederösterreich 111 84
Oberösterreich 74 72
Salzburg 24 28
Steiermark 68 63
Tirol 42 32
Vorarlberg 14 7
Wien 15 20
Österreich 403 351

Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC

Häufige Fragen zur Verkehrsunfallstatistik 2025

Wie viele Menschen starben 2025 bei Verkehrsunfällen?

Laut Statistik Austria kamen 2025 insgesamt 403 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben – 52 mehr als 2024, als 351 Todesfälle gezählt wurden. Besonders betroffen waren Pkw-Insass:innen mit 166 Getöteten sowie Motorrad-Aufsass:innen mit 81 Todesfällen.

Warum fordert der ÖAMTC eine altersunabhängige Helmpflicht?

Weil der Großteil der tödlich verunglückten E-Biker:innen und E-Scooter-Fahrenden deutlich älter als 14 bzw. 16 Jahre ist. Die geltende StVO-Novelle erfasst nur Kinder und Jugendliche – und verfehlt damit laut ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé die eigentliche Risikogruppe.

Was regelt die StVO-Novelle ab Mai 2026?

Die seit 1. Mai 2026 gültige Novelle schreibt eine Helmpflicht für E-Bike-Fahrende bis 14 Jahre und für E-Scooter-Lenkende bis 16 Jahre vor. Erwachsene bleiben ausgenommen. Der ÖAMTC kritisiert dies als unzureichend und fordert eine Ausweitung auf alle Altersgruppen.