403 Verkehrstote im Jahr 2025
Steigende Unfall- und Getötetenzahlen mit E Bikes und E Scootern: Club fordert Ausweitung der Helmpflicht auf alle Altersgruppen.
Im Jahr 2025 starben in Österreich 403 Menschen bei Verkehrsunfällen – 52 mehr als im Vorjahr. Besonders alarmierend: Die Zahl der getöteten und verletzten E-Biker:innen erreichte ein Rekordhoch. Der ÖAMTC kritisiert die neue StVO-Novelle als unzureichend und fordert eine altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter.
- 403 Verkehrstote 2025 – ein Anstieg um 52 gegenüber dem Vorjahr
- 32 getötete E-Biker:innen und 3.154 Verletzte – zweithöchster Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1961
- StVO-Novelle 2026 schreibt Helmpflicht nur bis 14 bzw. 16 Jahre vor
- 84 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für eine Helmpflicht bei E-Bikes aus
Mit der Veröffentlichung der Verkehrsunfallstatistik 2025 durch die Statistik Austria bestätigt sich eine traurige Entwicklung: Die Zahl der getöteten und verletzten Radfahrenden, insbesondere von E-Biker:innen, erreichte ein hohes Niveau mit 65 Todesopfern (davon 32 getötete E-Biker:innen) und 10.488 Verletzten (davon 3.154 E-Biker:innen) – der zweithöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn 1961. Auch die mittlerweile weit verbreiteten E-Scooter forderten mit 6 Getöteten und 2.597 Verletzten viele Opfer.
Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 403 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind um 52 mehr als im Jahr 2024. Mit 166 getöteten Pkw-Insass:innen verunglückten auch hier 19 Menschen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten Motorrad-Aufsass:innen liegt mit 81 auf ähnlich hohem Niveau wie 2024. Auch bei den getöteten Fußgänger:innen gab es mit 58 Todesopfern einen Anstieg um 21 Prozent.
Anstieg der Verletztenzahl bei Unfällen mit Fahrrad-Beteiligung
47.041 Verletzte waren im Vorjahr bei allen Verkehrsunfällen zu verzeichnen – der höchste Wert seit 2017. Während die Zahl der verletzten Pkw-Insass:innen rückläufig ist, ist die Zahl verunglückter Radfahrer:innen (mit Muskelkraft oder elektrisch betrieben) weiter gestiegen (10.488 Verletzte – um 427 mehr als im Vorjahr). Gründe dafür sind eine gesteigerte Nutzung, ein geändertes Freizeitverhalten und der Trend zum E-Bike. Speziell die Altersgruppe 50+ setzt vermehrt auf das E-Bike, was sich leider auch in den Unfallzahlen widerspiegelt.
Der ÖAMTC sieht einmal mehr einen klaren Auftrag an die Politik und fordert eine altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter. David Nosé, Verkehrstechniker beim ÖAMTC: "Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass das reale Unfallgeschehen vor allem Erwachsene betrifft. Beschränkungen auf Kinder und Jugendliche gehen an der Realität vorbei. Gerade bei E-Bikes sehen wir seit Jahren, dass der Großteil der tödlich Verunglückten älter als 14 Jahre alt war."
StVO-Novelle greift zu kurz: "Es braucht eine treffsichere Lösung!"
Die seit 1. Mai 2026 gültige StVO-Novelle sieht eine Helmpflicht lediglich für E-Bike-Fahrende bis 14 Jahre und E-Scooter-Lenkende bis 16 Jahre vor. Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist dieser Ansatz wenig treffsicher: "Angesichts dieser Zahlen braucht es eine zielführende und treffsichere Lösung für mehr Verkehrssicherheit. Die überwiegende Mehrheit der Verunglückten ist deutlich älter als die von der Helmpflicht erfasste Zielgruppe – die altersbeschränkte Regelung verfehlt daher ihr Ziel deutlich."
Der Mobilitätsclub spricht sich daher klar für eine allgemeine Helmpflicht für E-Scooter-Lenker:innen ohne Altersbeschränkung, sowie eine allgemeine Helmpflicht für E-Bike-Fahrende, allerdings ohne Strafandrohung – vergleichbar mit der bewährten Regelung bei der Kinderhelmpflicht – aus. Das Tragen eines Helmes verhindert keine Unfälle, schützt aber im Falle von Unfällen den Kopf vor schweren oder tödlichen Verletzungen.
Unterstützung erhält die Forderung des ÖAMTC auch aus der Bevölkerung: Laut einer repräsentativen Umfrage des Clubs im November 2025 sprechen sich 84 Prozent für eine Helmpflicht bei E-Bikes, 85 Prozent für eine Helmpflicht bei E-Scootern aus. "Bei diesem klaren Votum für mehr Verkehrssicherheit stellt sich die Frage, warum die Politik die letzte StVO-Novelle nicht genutzt hat, um mit einer altersunabhängigen Helmpflicht bei E-Bikes und E-Scootern den steigenden Verunglücktenzahlen entgegenzuhalten," so David Nosé vom ÖAMTC.
Verkehrstote nach Bundesland
| Bundesland | Verkehrstote 2025 | Verkehrstote 2024 |
| Burgenland | 20 | 15 |
| Kärnten | 35 | 30 |
| Niederösterreich | 111 | 84 |
| Oberösterreich | 74 | 72 |
| Salzburg | 24 | 28 |
| Steiermark | 68 | 63 |
| Tirol | 42 | 32 |
| Vorarlberg | 14 | 7 |
| Wien | 15 | 20 |
| Österreich | 403 | 351 |
Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC
Häufige Fragen zur Verkehrsunfallstatistik 2025
Wie viele Menschen starben 2025 bei Verkehrsunfällen?
Laut Statistik Austria kamen 2025 insgesamt 403 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben – 52 mehr als 2024, als 351 Todesfälle gezählt wurden. Besonders betroffen waren Pkw-Insass:innen mit 166 Getöteten sowie Motorrad-Aufsass:innen mit 81 Todesfällen.
Warum fordert der ÖAMTC eine altersunabhängige Helmpflicht?
Weil der Großteil der tödlich verunglückten E-Biker:innen und E-Scooter-Fahrenden deutlich älter als 14 bzw. 16 Jahre ist. Die geltende StVO-Novelle erfasst nur Kinder und Jugendliche – und verfehlt damit laut ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé die eigentliche Risikogruppe.
Was regelt die StVO-Novelle ab Mai 2026?
Die seit 1. Mai 2026 gültige Novelle schreibt eine Helmpflicht für E-Bike-Fahrende bis 14 Jahre und für E-Scooter-Lenkende bis 16 Jahre vor. Erwachsene bleiben ausgenommen. Der ÖAMTC kritisiert dies als unzureichend und fordert eine Ausweitung auf alle Altersgruppen.