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Sperre der Region Außerfern für „laute“ Motorräder, Meinung des ÖAMTC

Fahrverbot für Motorräder über 95 Dezibel.

Harley Dav_Fat Bob_www_IMO0251Michele Limina.jpg © Michele Limina
Harley Dav_Fat Bob_www_IMO0251Michele Limina.jpg © Michele Limina

Lärm durch Motorräder im Tiroler Außerfern:

Die Tiroler Region Außerfern (oberes Lechtal) ist seit vielen Jahren ein attraktives Ziel- und Durchfahrtsgebiet für Motorradfahrer. Leider ist diese Begeisterung der Zweiradfahrer für diese Täler und die kurvenreichen Pässe im Norden Tirols mit einer erheblichen Lärmbelastung für die Bevölkerung verbunden. Darum ärgert die Anrainer der Lärm, der bis vor einigen Monaten durch mitunter bis über 3.000 Motorräder pro Tag verursacht wurde. Das Land Tirol hat aus diesen Gründen bereits im Vorjahr (2020) ein Fahrverbot für alle (in- und ausländischen) einspurigen Motorräder mit einem Standgeräuschpegel von mehr als 95 dBA verhängt.

Dieses Fahrverbot wird nun auch im heurigen – und wie zu vernehmen ist – auch in den folgenden Jahren verordnet.

Der maßgebliche Wert ist im Zulassungsschein im Feld U1 („Standgeräusch“) eingetragen. Mehrspurige Motorräder (Trikes oder Quads und Beiwagenmaschinen) und auch laute Sport-Pkw sind hingegen nicht vom Fahrverbot erfasst. Das Fahrverbot wird (hauptsächlich) durch Einblick in die Fahrzeugdokumente kontrolliert. Lärmmessungen sind nicht (und wenn, dann bestenfalls nur ausnahmsweise) geplant.

Anrainer, die als Bewohner auf die Benützung solche Fahrzeuge angewiesen sind, haben bereits im Vorjahr auf Antrag entsprechende Ausnahmebewilligungen erhalten.

Vorschläge des ÖAMTC

Der ÖAMTC kann den Ärger der Bevölkerung über Belästigungen durch den Lärm nachvollziehen. Der Berg ist halt nun mal Lebensraum und nicht ein Motorsportgerät. Wenn das bedauerlicher Weise von einigen wenigen nicht akzeptiert wird, müssen viele andere dafür büßen. Das ist logisch, kann aber nicht im Interesse verantwortungsbewusster Biker liegen.

Daher appelliert der Club an alle, die auch jetzt die betreffenden Strecken benützen dürfen, sich fair und rücksichtsvoll zu verhalten und daher vor allem ein unnötiges Hochdrehen der Maschinen zu vermeiden. Wenn sich nämlich bei zunehmendem Verkehr nach „Corona“ herausstellt, dass es dann wieder lauter wird, könnten wieder Verschärfungen kommen, die noch mehr Motorradfahrer treffen würden. Auch Erweiterungen auf andere Gebiete könnten dann folgen.

Und als Partner der Biker ist die Industrie gefordert, nicht nur wie bisher Auspuffsysteme anzubieten, die Motorräder lauter und „kerniger“ klingen lassen sondern eine lärm- und umweltschonende Fahrweise – auch deutlich unterhalb der Werte im Genehmigungsdokument – ermöglichen bzw fördern.

Erfreuliche Ansätze in diese Richtung können wir schon vereinzelt wahrnehmen.

Konsumentenschutz

Thema Konsumentenschutz & Mitgliederinteressen

Der ÖAMTC vertritt Interessen von mehr als 2 Millionen ÖAMTC-Mitgliedern gegenüber der Regierung, Verwaltungsbehörden und Herstellern in den Fällen von ungerechtfertigter Belastungen, Behördenschikanen oder mangelhafter Produktqualitäten.

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