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Leistbare Mobilität

ÖAMTC Verbandsdirektor gegen Citymaut und Fahrverbotszonen

"Es geht weniger um die Verteufelung einzelner Verkehrsträger, sondern viel mehr um deren sinnvolle Kombination", sagt ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold in der TV-Sendung "Hohes Haus" am 27. Mai 2012. Schnittstellen zwischen öffentlicher Anbindung und Individualverkehr sind deshalb gefragt. Wenn diese fehlen, bleibt in vielen Regionen nur das Pendeln mit dem Auto zum Arbeitsplatz.

Vertretung für Anliegen aller mobiler Menschen

Als Chef des größten Mobilitätsclubs Österreichs setzt sich Schmerold vehement für die Anliegen aller mobilen Menschen ein und weiß wie herausfordernd es ist, den größtmöglichen Nenner für die vielfälten Mobilitätsbedürfnisse der Menschen zu finden. Das belegt auch die im Vorjahr durchgeführte, erste große repräsentative Mobilitätsbefragung des Clubs von über 3.000 Befragten. Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass das Auto hierzulande schon lange kein Statussymbol mehr ist, sondern viel mehr Mittel zum Zweck. Es werden nur mehr die Strecken mit dem Kfz zurückgelegt, die nicht vermeidbar sind.

Nein zur Citymaut

Es ist eine Tatsache, dass Schnittstellen so gut wie in allen Ballungsräumen für die Anbindung an öffentliche Verkehrsknotenpunkte fehlen und „Park & Ride“ Anlagen oder günstige Parkalternativen nicht oder nur ungenügend zur Verfügung stehen. Deshalb kann der ÖAMTC-Verbandsdirektor weder in Fahrverbotszonen noch in der Citymaut ein sinnvolles Zukunftskonzept erkennen. Beide Überlegungen haben null Lenkungseffekt und bewirken lediglich, dass sich der Verkehr vom Zentrum in die Ballungsräume der Nahbereiche von Fahrverbotszonen oder Citymaut-Zonen verlagert.

Mobilitätspauschale

Ganz klar legt der Verbandsdirektor aber ein Bekenntnis zur Kombination der einzelnen Verkehrsträger ab. Denn dort, wo Möglichkeiten auf den Umstieg in öffentliche Verkehrsmittel bestehen, werden sie auch genutzt und angenommen.

"Deshalb müssen alle Bemühungen der Verkehrspolitik auf die Verschränkung aller Mobilitätsalternativen gerichtet sein und das zu leistbaren Bedingungen", fasst ÖAMTC-Verbandsdirektor Schmerold sein Credo für Mobilität muss leistbar sein zusammen. Hier setzt auch das ÖAMTC-Konzept einer Mobilitätspauschale an. Nicht nur, dass dieses sozial verträglicher wäre, würde es sowohl Wenigverdiener als auch Teilzeitkräfte miteinbeziehen. Und ökologisch wäre sie außerdem, weil die Mobilitätspauschale die Kosten des öffentlichen Verkehrs als Maßstab nimmt, in den Regionen mit geeigneter Anbindung.