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Malediven: Ausnahmezustand im Urlauberparadies

Unruhen im Ferienparadies: Am Montag, 5. Februar, wurde auf den Malediven im Indischen Ozean der Notstand ausgerufen.

Malediven © IngaIvanova
Malediven © IngaIvanova

Diese Maßnahme wurde notwendig, nachdem es Tage zuvor in der Hauptstadt Malé bei Protesten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war. Die Bürgerrechte wurden eingeschränkt, die Sicherheitskräfte mit erweiterten Befugnissen versehen. Urlauber sind beunruhigt, müssen sich vorerst aber keine allzu großen Sorgen machen, wenn sie bestimmte Regeln befolgen.

Das Außenministerium rät Reisenden, sich über die aktuelle Lage zu informieren und von nicht unbedingt notwendigen Reisen in die Hauptstadt Malé abzusehen. Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten gemieden und die Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt befolgt werden.

Die Lage in den Touristenresorts

In den Ferienresorts bekommen Touristen von den Unruhen bisher wenig mit. Laut Außenministerium gibt es derzeit keine Auswirkungen der Unruhen auf die Ferienanlagen auf den Urlauberinseln. Der Transfer in die Resorts erfolgt in der Regel direkt vom Flughafen. Dieser befindet sich auf einer eigenen Insel und nicht in der Hauptstadt Malé, so dass ein Aufenthalt in Malé für die An- und Abreise nicht erforderlich ist. Reiseveranstalter, die auch Ausflüge in die Hauptstadt anbieten, haben diese inzwischen bis auf weiteres aus dem Programm genommen.

Nach Angaben der Regierung der Malediven bleiben alle Inselflughäfen, Inselresorts, Hotels, Touristenschiffe und Häfen in Betrieb, um die Tourismus- und Reisebranche nicht zu beeinträchtigen.

Hintergrund

Grund für die Unruhen war ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Malediven, das die Freilassung und Rehabilitierung mehrerer Oppositionspolitiker, unter anderem von Ex-Präsident Mohamed Nasheed, anordnete. Die Regierung unter Präsident Yameen weigerte sich bislang, das Urteil umzusetzen. Am Dienstag, 6. Februar, wurde der frühere Präsident Abdul Gayoom festgenommen. Der 80-Jährige hatte die Opposition unterstützt, die Präsident Yameen zuletzt unter Druck gesetzt hatte.

Quellen: ADAC, BMEIA

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