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Frankreich: Streiks im Reiseverkehr auch im Jänner

Ein Ende des Streikmarathons in Frankreich ist weiter nicht in Sicht: Die Gewerkschaften wollen ihre Protestaktionen, die sich gegen die geplante Rentenreform richten, fortsetzen.

Frankreich © TomasSereda
Frankreich © TomasSereda

Diese Aktionen werden immer mehr auf dem Rücken von Reisenden ausgetragen. Frankreichs Premier Édouard Philippe hatte die Reformpläne am Mittwoch, 11. Dezember, vorgestellt und dabei auch Zugeständnisse gemacht. Diese reichen aber nicht allen Gewerkschaften aus. Insgesamt sind die Behinderungen jedoch weniger als zu Beginn der Protestwelle.  Allerdings ist für Donnerstag, 16. Jänner, erneut ein Großkampftag angekündigt.

Seit Beginn der Proteste ist vor allem der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt Paris gestört.

Störungen und Ausfälle gibt es mitunter aber auch

  • im Zugverkehr der französischen Staatsbahn SNCF und der Deutschen Bahn
  • bei der staatlichen Fluggesellschaft Air France, der Lufthansa und anderen Airlines
  • an den Flughäfen
  • in den Häfen bzw. im Fährverkehr

Wird die Bahn bestreikt, hat dies auch Auswirkungen auf die internationalen Verbindungen von Thalys und TGV. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, drohen auf folgenden Strecken Verspätungen und Ausfälle:

  • ICE-/TGV-Züge Paris Est – Saarbrücken – Mannheim – Frankfurt (M)
  • TGV-Züge Marseille – Strasbourg – Mannheim – Frankfurt (M)
  • ICE-/TGV-Züge Stuttgart –Strasbourg – Paris Est

Auch Angestellte der Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Museen und anderer touristischer Einrichtungen (z.B. die Pariser Opernhäuser, Louvre, Eiffelturm), der Schulen und Müllabfuhr beteiligen sich zeitweise an den Protesttagen. Darüber hinaus könnte es für Reisende noch viel schlimmer kommen, sollten sich die Gewerkschaften anderer Sektoren anschließen. Möglich sind dann auch Streiks bei:

  • Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung (Banken, Post)
  • Geschäften 
  • Abschleppunternehmen
  • Tankstellen
  • Autobahn-Mautstationen

Auch Blockaden an wichtigen Straßenverbindungen müssen Autofahrer in Kauf nehmen, da zum einen die sogenannten Gelbwesten mit von der Partie sind, die 2018 aus Ärger über die Regierung Macrons monatelang für massive Behinderungen auf den Straßen gesorgt hatten.

Zum anderen sorgen seit Mitte Dezember auch Lkw-Fahrer im ganzen Land mit Störaktionen wie Blockaden von Lagern und anderen neuralgischen Punkten und Schneckentempo auf Autobahnen für Chaos auf den Straßen. Sie wollen mit ihren Aktionen für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Ohnehin sind die Straßen–insbesondere im Großraum Paris –wegen der Ausfälle bei Bus, Bahn, Metro und Tram seit Beginn der Protestwelle besonders voll.

Die Blockadeaktionen an den Raffinerien sollen ausgeweitet werden, wie die Gewerkschaften angekündigt haben. Spritengpässe an den Tankstellen gibt es bisher nicht, können aber je nach Dauer der Störaktionen nicht ausgeschlossen werden.

Tipps für Reisende

Reisende tun gut daran, einen großen Bogen um Menschenansammlungen und Demonstrationen zu machen. Bereits mehrfach kam es in der Vergangenheit am Rande von Großkundgebungen zu Ausschreitungen und Krawallen. Mehrere Sehenswürdigkeiten, wie z.B. der Eiffelturm oder der Louvre, wurden dabei aus Sicherheitsgründen vorsorglich geschlossen.

Wer derzeit eine Frankreich-Reise plant, sollte sich über die Medien oder seinen Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls einen anderen Reisezeitraum wählen. Einige Veranstalter bieten kostenlose Umtauschmöglichkeiten für Tickets an. Erfreulich ist, dass es bisher keine Störungen an Tankstellen und Autobahn-Mautstationen gegeben hat. Auch die Abschleppunternehmen waren bisher im Einsatz.

Noch ein Rat für Autobesitzer: Wer nach Frankreich fährt, sollte bereits vor Fahrtantritt mit seinem Versicherer klären, ob das Fahrzeug gegen Krawall-Schäden abgesichert ist. Und: Wer wegen der Blockade der Raffinerien Benzin in Reservekanistern mitführen will, sollte sich aus Sicherheitsgründen mit maximal 10 Liter begnügen.   

Quelle: ADAC

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