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Frankreich: Immer mehr Städte und Gebiete mit Umweltzonen

Nützliche und aktuelle Informationen zu den Umweltzonen in Frankreich.

Paris_Eiffelturm_von_unten.jpg © Cityguide_image
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In Frankreich führen immer mehr Städte und seit kurzem auch Departementseine Umweltzone ein. Für die Einfahrt in die Umweltzonen ist eine Plakette (die sogenannte „Vignette Crit'Air“) erforderlich, die auch Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen (u.a. Pkw, Motorräder und Wohnmobile) besitzen müssen.

Die speziellen Regeln können sich dabei von Stadt zu Stadt unterscheiden. Wer sich bereits vorab eine Plakette besorgt, ist aber auf jeden Fall auf der sicheren Seite, denndiesesind in allen französischen Umweltzonen einheitlich gültig.

 

Zwei Arten von Umweltzonen

Grundsätzlich wird in Frankreich zwischen zwei Arten von Umweltzonen unterschieden: den dauerhaft eingerichteten "Zones à Circulation Restrainte" (ZCR) und den sporadischen "Zones de Protection de l’Air (ZPA). Während die ZCR permanent gelten, treten die ZPA nur dann in Kraft, wenn bestimmte Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden. Ist dies der Fall, wird die Zone durch elektronische Anzeigen ausgewiesen.

Dauerhafte Zonen (ZCR) gibt es bislang in Paris innerhalb des Stadtautobahnrings (Boulevard périphérique) sowie im Zentrum von Grenoble. Bis zum Jahresende könnten auch die Innenstädte von Straßburg und Lille folgen.

Sporadische Zonen (ZPA) existieren in den Großräumen Paris (außerhalb des Boulevard périphérique), Grenoble (außerhalb des Zentrums), Lille, Lyon, Straßburg, Toulouse sowie in 17 der 96 Departements: Bouches-du-Rhône, Côte d´Or, Creuse, Deux-Sèvres, Drome, Eure-et-Loir, Gers, Gironde, Haute-Savoie, Herault, Isere, Loiret, Maine-et-Loire, Puy-de-Dome, Pyrénées-Atlantiques, Savoie, Vendée und Vienne.

Mit der Einrichtung weiterer Zonen ist zu rechnen.

Bestellung der Umweltplakette

Für die Fahrt in eine Umweltzone ist eine Umweltplakette (die sogenannte "Vignette Crit'Air") erforderlich. Die Plakette ist für ganz Frankreich einheitlich und gilt in allen Umweltzonen. 

Keine Umweltplakette erhalten Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Jänner 1997 und Motorräder mit einer Erstzulassung vor dem 1. Juni 2000. Davon betroffen sind auch Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen und Oldtimer. Für sie gibt es keine Sonderregelungen.

Welche Umweltplakette Ihr Fahrzeug benötigt, finden Sie hier (Infos in französischer Sprache): 

Bestellung der Vignette:
Die Plakette („Vignette Crit'Air) ist nach Verschmutzungsniveau gestaffelt (Farben violett bis grau). Sie kostet 4,21 Euro (inklusive Versand), kann nur online bestellt (https://www.certificat-air.gouv.fr/demande-ext/cgu) und mit Kreditkarte bezahlt werden. 

Eine Schritt für Schritt Bestellanleitung finden Sie hier

Die Lieferzeit kann bis zu 3 Wochen betragen. Sollte die Plakette nicht rechtzeitig geliefert werden, sollte das per E-Mail zugestellte Bestätigungs-PDF ausgedruckt und ins Auto gelegt werden.

Die Anbringung der "Vignette Crit d'Air" erfolgt durch Aufkleben auf der Innenseite der Windschutzscheibe. Bei Motorrädern sollte sie deutlich sichtbar an einem fest mit dem Fahrzeug verbundenen Teil aufgeklebt werden.

Fragen zur Umweltplakette und dem Bestellprozess können über das Kontaktformular https://certificat-air.gouv.fr/contact/formulaire an das Umweltministerium gerichtet werden.

Umweltzone Paris

Paris hat seit 1. Juli 2016 eine Umweltzone, die werktags nur mit Umweltplaketten befahren werden darf. Ältere Fahrzeuge sind darin tabu. Von dieser Regelung sind auch ausländische Fahrzeuge (u.a. Pkw, Motorräder und Wohnmobile) betroffen. Für Lkw gibt es bereits seit 1. September 2015 Einfahrtsbeschränkungen.

Die Umweltzone umfasst den Stadtbereich innerhalb des Stadtautobahnrings (Boulevard périphérique), nicht aber den Stadtautobahnring selbst. Der Nachweis der Fahrberechtigung erfolgt über die Umweltplakette.

Fahrverbotszeiten:
Alle Wochentage (Montag bis Freitag) zwischen 08:00 Uhr und 20:00 Uhr. Freie Fahrt in der Umweltzone haben alle Fahrzeuge - auch die ohne Plakette - lediglich zu folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 20:00 Uhr bis 08:00 Uhr, Samstag und Sonntag ganztags sowie an den Feiertagen.

Gültigkeit:
Die Regelungen gelten auch für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen. Für Fahrzeuge, die die Anforderungen nicht erfüllen, gibt es keine Ausnahmen.

Ahndung von Verstößen:
Einfahrtsverstöße werden mit Geldbußen zwischen 68 und 135 Euro (je nach Fahrzeugtyp) geahndet.

Bei Verschmutzungsalarm und Fahrverboten wegen Smog sind Umweltplakettenbesitzer berechtigt, kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. 

Gut zu wissen

Liegt ein gebuchtes Hotel in der Umweltzone, müssen Hotelgäste, deren Fahrzeug den Anforderungen nicht genügt, auf öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis umsteigen oder außerhalb der Fahrverbotszeiten anreisen.

Unmittelbar vor Fahrtantritt sollte man sich unbedingt über die aktuell geltende Lage in der betreffenden Region informieren und nach Möglichkeit rechtzeitig eine Plakette erwerben.

Umweltzone in Straßburg

Die Umweltzone in Straßburg umfasst die gesamte Region einschließlich des Umlands. Hier ist die Plakette nur dann notwendig, wenn der Schadstoffausstoß bestimmte Grenzwerte übersteigt. Dies wird durch elektronische Anzeigen signalisiert. Betroffen sind dann auch Teile der Autobahnen A 4 und A 35, die die Zone durchqueren.

Bei Aktivierung der Umweltzone dürfen nur noch Fahrzeuge der Plaketten-Stufe 0 bis 3 in den ausgewiesenen Bereich einfahren.

Weitere Informationen in deutscher Sprache sind in einem Flyer auf der Webseite der Stadt Straßburg zu finden.

Für das Jahr 2018 ist zudem die Errichtung einer zusätzlichen dauerhaften Umweltzone, die die engere Innenstadt umfassen soll, geplant. Nähere Einzelheiten sind derzeit aber noch nicht bekannt.

Umweltzone in Toulouse

In Toulouse tritt die Umweltzone erst ab Überschreiten einer bestimmten Schadstoffkonzentration in Kraft. Nach zwei Tagen anhaltenden Luftverschmutzungsalarms dürfen nur noch Fahrzeuge mit einer französischen Umweltplakette "Crit'Air" einfahren. Nach weiteren Tagen gelten Fahrverbote für bestimmte Plakettenklassen.

Die Umweltzone umfasst das Stadtgebiet innerhalb der Ringstraße Périphérique. Die Autobahnen A61, A62, A620, die die Ringstraße bilden, gehören nicht zur Umweltzone.

Umweltzone Grenoble

In der Stadt Grenoble gilt eine dauerhafte Umweltzone. Sie umfasst das gesamte Stadtzentrum. Die entsprechende Zone ist mit Schildern deutlich gekennzeichnet.

Gültigkeit:
Die Regelungen gelten auch für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen. Die mit der Umweltzone verbundenen Fahrverbote gelten nur für leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 t und Erstzulassung bis 30.9.1997 sowie Lkw mit Erstzulassung bis 30.9.2001.

Ahndung von Verstößen:
Einfahrtsverstöße werden mit Geldbußen zwischen 68 und 135 Euro (je nach Fahrzeugtyp) geahndet.

Mehr Informationen:
http://de.france.fr/de/info/umweltzone-grenoble

Weiters gilt für den Großraum Grenoble eine sporadische Umweltzone, in der bei längerem Überschreiten der vorgegebenen Schadstoffgrenzwerte Fahrverbote in Kraft treten. Das bedeutet, dass die bei Überschreiten der Schadstoffgrenzwerte eine Plakettenpflicht auch auf Autobahnen, die nach oder in die Stadt Grenoble führen, gilt.    

Betroffene Strecken

  • im Norden auf der A48 ab der Mautstation Voreppe
  • im Süden auf der A51 ab der Mautstation Le Crozet/Vif
  • im Westen auf der A41 ab der Mautstation Crolles
  • sowie der A480, die Grenoble durchquert

Achtung: Wenn ein Verschmutzungsalarm (Alert Pollution) ausgerufen wird, dann wird dies auf elektronischen Informationstafeln angezeigt sowie in lokalen Radio- und Fernsehsendern und der Tagespresse bekannt gegeben. Ein Alarm wird bis 15 Uhr für den dann folgenden Tag ausgelöst. Die aktuellen Luftwerte für Frankreich finden Sie hier.

Umweltzone Lyon

Die Umweltzone in Lyon tritt erst ab Überschreitung einer bestimmten Schadstoffgrenze in Kraft. Die Zone  erstreckt sich auf das Stadgebiet von Lyon sowie die Nachbarstadt Villeurbanne. Ausgenommen sind folgende Straßen:

  • Boulevard Laurent Bonnevay
  • Boulevard Pierre Sémard
  • Boulevard péripherique Nord
  • Autobahnen A7, A6, A42, Zufahrten zum Parc Relais de Vaise (über Quai Sedaillan, Quai du Commerce, Quai de la Gare d'Eau, Rue de Saint-Cyr, Rue du 24 mars 1852),
  • Zufahrt zum Parc Relais de Vaise vom Boulevard Péripherique aus (über die Rue Bourgogne und die Rue du 24 mars 1852)
  • Zufahrt zum Parc Relais de la Soie vom Boulevard Laurent Bonnevay aus (über die RD 517, die Rue Léon Blum, die Rue de la Soie und die Rue de la Poudrette)
  • Weg von der A7 zum Parkplatz des Bahnhofs Lyon-Perrache.


Werden die Schadstoffgrenzwerte überschritten, dürfen nur Fahrzeuge mit einer Umweltplakette einfahren. Zudem gilt bei einem entsprechendem Grad der Luftverschmutzung für die Umweltzone ein alternierendes Fahrverbot. Genaue Informationen sowie welche Fahrzeuge betroffen sind, finden Sie hier.

Achtung: Wenn ein Verschmutzungsalarm (Alert Pollution) ausgerufen wird, dann wird dies auf elektronischen Informationstafeln angezeigt sowie in lokalen Radio- und Fernsehsendern und der Tagespresse bekannt gegeben. 

Umweltzone Lille

Die Umweltzone umfasst den Großraum Lille mit 89 dazugehörenden Gemeinden. Durch die Zone führen die Autobahnen A25 (aus Dunkerque), A27 (nach Brüssel) und A22 (nach Gent) sowie die A1 (nach Paris) und die A23 (nach Valenciennes).

Betroffene Fahrzeuge
Die Umweltzone gilt derzeit nicht dauerhaft, sondern tritt erst in Kraft wenn bestimmte Luftschadstoffkonzentrationen überschritten werden. Tritt ein Luftverschmutzungsalarm ein, dürfen noch Fahrzeuge mit den Umweltplaketten 1, 2, 3 oder der grünen Plakette in die Umweltzone einfahren. 

Der Luftverschmutzungsalarm wird durch elektronische Anzeigen öffentlich bekanntgegeben. Außerdem sollte auf Meldungen in den Medien und im Internet geachtet werden.

Es gibt Pläne eine dauerhafte Umweltzone einzurichten.

Umweltzonen in anderen Städten

Weitere Kandidaten für künftige Zonen sind Bordeaux, Cannes und Arras. Hier gibt es aber noch keine genauen Daten.

Quelle: ADAC

Mehr Infos über Frankreich finden Sie in der ÖAMTC Länder-Info.

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