Volkswagen T5, Renault Trafic
Der ÖAMTC hat einen Vergleichstest von Kleinbussen durchgeführt, weil immer wieder Mitglieder nach der Sicherheit von diesen Fahrzeugen, wie zum Beispiel dem T5 von VW fragen. Als Kontrahent zum T5 wurde bei diesem Vergleichstest der Renault Trafic ausgesucht, da er in Österreich ähnlich starke Verbreitung findet. Außerdem ist der Renault baugleich mit dem Opel Vivaro und dem Nissan Primastar. Die durchgeführten Tests stellen einen sehr harten Frontalaufprall dar, bei dem es zu einer Kollision mit einem gleich schweren Fahrzeug kommt. Im realen Unfallgeschehen kommt es aber statistisch gesehen häufiger vor, dass Kleinbusse mit einem leichteren und kleineren Gegner kollidieren.
Beide Hersteller haben die schweren Testsanforderungen (Frontalaufprall gegen gleich großes und gleich schweres Fahrzeug) erfolgreich absolviert. Es gab in beiden Fahrzeugen keine hohe Gesamtverletzungsschwere für die Frontinsassen. Das Verletzungsniveau der Insassen hinten ist, bis auf die hohen Kniebelastungen niedrig. Die Knieverletzungen treten bei beiden Fahrzeugen deshalb auf, weil sich der Insasse auf der letzten Sitzreihe an den Metallverstrebungen der Vordersitzbank schwer verletzt. Das wichtigste Ergebnis ist jedoch die niedrige Verletzungsgefahr für Kinder, weil diese Fahrzeuge häufig als Schuloder Kindergartenbusse eingesetzt werden.
| Volkswagen T5 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
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| Front | 2. Sitzreihe | 3. Sitzreihe | ||||
| Fahrer | Beifahrer | Kind (3) | Passagier | Kind (1 ½) | Passagier | |
| Kopf, Nacken | O | + | + | + | O | + |
| Brust | Ø | O | + | + | + | + |
| Knie, Oberschenkel, Becken | Ø | Ø | + | - | ||
| Unterschenkel, Füße | - | + | ||||
| Testurteil | Ø | O | + | + | O | O |
| + | gut | O | ausreichend | Ø | mittel | ≠ | schwach | - | schlecht | unbewertet |
| Renault Trafic | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
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| Front | 2. Sitzreihe | 3. Sitzreihe (1 | ||||
| Fahrer | Beifahrer | Kind (3) | Passagier | Kind (1 ½) | Passagier | |
| Kopf, Nacken | + | + | + | + | O | + |
| Brust | O | Ø | O | + | + | + |
| Knie, Oberschenkel, Becken | Ø | Ø | + | - | ||
| Unterschenkel, Füße | O | O | ||||
| Testurteil | O | O | O | + | O | O |
| (1 ... Laut Hersteller ist die Verwendung von Kindersitzen in der 3. Sitzreihe nicht vorgesehen | ||||||
| + | gut | O | ausreichend | Ø | mittel | ≠ | schwach | - | schlecht | unbewertet |
Während VW noch Verbesserungspotential an der Stabilität der Fahrgastzelle hat, weil es dort zu schweren Beinverletzungen beim Fahrer kommen kann, sollte Renault einen serienmäßigen Beifahrerairbag anbieten, um die Brustbelastungen zu reduzieren. Beide Hersteller sollten die Knieaufprallzonen für die Frontinsassen entschärfen und die Gurthöheneinstellung auf den hinteren Sitzplätzen ermöglichen.
Wenn auch Insassen auf der zweiten Sitzreihe sehr sicher sind, muss man die dritte Sitzreihe in beiden Fahrzeugen eher kritisch bewerten, weil sich die Insassen an der vorderen Sitzbank schwere Beinverletzungen zuziehen können. Bei der Auslegung und Erprobung der hervorragend haltenden Sitzbänke, muss doch dieser Effekt beiden Herstellern aufgefallen sein.
Der ÖAMTC fordert daher VW auf die Stabilität des Fußraumes für den Fahrer zu erhöhen, die Pedaleindringung zu minimieren und die Sicherheitshinweise für die Nutzung von rückwärtsgerichteten Kindersitzen auf dem Beifahrersitz zu verbessern. Beide Hersteller sollten jedoch die Beinaufprallzonen für die Insassen auf den vorderen Sitzplätzen und in der letzen Sitzreihe entschärfen, da es hier zu höheren Verletzungen kommen kann. Renault wird aufgefordert die missverständliche Einschränkung der Benutzung von Kindersitzen in der Fahrzeugbedienungsanleitung zu ändern, oder eine eindeutige Kennzeichnung im Fahrzeug vorzunehmen. Die eindeutig darauf hinweist, die letzte Sitzreihe nicht für die Kindersicherung zu nutzen. Außerdem fordern wir Renault auf auch den Beifahrerairbag serienmäßig anzubieten.