FT Insides - Dezember 2022

Manche sind von ihnen fasziniert, andere assoziieren mit Haien Adrenalin und Gefahr. Unser Kollege Harald Minarik zählt zu erster Gattung: Als Unterwasserfotograf ging er bereits mehrmals auf Tuchfühlung mit den Knorpelfischen, seine Begeisterung für die Tiere ist seither ungebrochen. Neben seiner Tätigkeit bei der ÖAMTC Fahrtechnik engagiert sich Harald seit vielen Jahren für das Wohl der Tiere und den Erhalt ozeanischer Lebensräume. Denn die Hochseehai-Population hat sich in den vergangenen 50 Jahren nach und nach verringert – und die Situation scheint sich zu verschlechtern. Harald Minarik über das 'Sharkproject' Der Hai-Flüsterer Wie alles begann „Vor 20 Jahren habe ich mit dem Tauchen begonnen. Ein Bekannter hat mich damals zu einer Schnuppersession eingeladen und da war es um mich geschehen. Mittlerweile bin ich seit vielen Jahren Tauchlehrer. Das Gefühl, zu schweben und die absolute Ruhe unter Wasser faszinieren mich auch heute noch bei jedem Tauchgang“, erzählt uns Harald. Bei seinen zahlreichen Tauchgängen ist ihm zunehmend ins Auge gestochen, dass sich die Meere verändern – nur leider nicht zum Besseren: „Weniger Bewuchs, weniger Fische und mehr Müll. Ich wollte dann selbst aktiv werden, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, denn der Ozean ist ja nicht das Habitat des Menschen. Ich wollte etwas zurückgeben.“ Harald stieß auf das Hilfsprojekt 'Sharkproject'. „Ich war Feuer und Flamme und lernte so viel wie möglich über Haie und Meeresbiologie. Seither versuche ich, bei jeder Gelegenheit auf das Hilfsprojekt und die Probleme in Bezug auf Überfischung und Verschmutzung der Meere aufmerksam zu machen.“ Haie in der „freien Wildbahn“ Harald ist über die Jahre oft mit den faszinierenden Tieren getaucht: „Einen Hai unter Wasser in freier Wildbahn zu sehen und zu beobachten ist immer ein Erlebnis mit Gänsehaut-Potenzial. Das sind unglaublich schöne und elegante Raubtiere. Wenn man ihnen mit Respekt begegnet und einige Spielregeln einhält, geht von den Tieren kaum Gefahr aus. Man sieht einem Hai nämlich an, welche Laune er hat. Und entsprechend verhalte ich mich ihm gegenüber.“ Seine Tipps für zukünftige Wassersportler:innen: „Wichtig ist, den eigenen Körper in eine aufrechte Position zu bringen, denn kein Beutetier unter Wasser ist aufrecht, sie sind alle waagrecht. Somit weiß der Hai, dass es sich bei dem:der Taucher:in nicht um eine ‚Leckerei‘ handelt. Wenn ein Hai auf eine:n Taucher:in zu schwimmt und die Brustflossen ganz waagrecht hält, ist er in der Regel sehr entspannt und ruhig. Sind die Brustflossen jedoch nach unten gerichtet, ist er nervös. Kommt der Hai dann auf einen zu, sollte man immer in seine Richtung schauen und sich mit ihm mitdrehen, wenn er vorbei schwimmt.“ Zum schlechten Image von Haien entgegnet der Oberösterreicher: „Ein Hai ist keine hirnlose Fressmaschine. Die Tiere stehen an der Spitze der Nahrungspyramide und erfüllen einen Zweck. Ohne Haie würden unsere Meere einer Wüste ähneln." Steckbrief: Harald Minarik ist seit 1985 als Pkw- und Motorrad-Instruktor und im Bereich der Rettungs- und Einsatzorganisation bei der ÖAMTC Fahrtechnik in Marchtrenk tätig. Er möchte als Instruktor dazu beitragen, die Straßen sicherer zu machen und die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren.

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