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Juli 2018

5 Tipps für perfekte Handyfotos

Smartphones machen professionellen Kameras immer mehr Konkurrenz. Mit diesen Tipps schießen Sie tolle Handyfotos im Urlaub. Von Marcel Kilic. 

Die beste Kamera ist die, die Sie immer dabei haben. Denn wem nützt eine teure Ausrüstung, die zu Hause im Kasten verstaubt, wenn Sie einen schönen Moment einfangen möchten? Ein Smart­phone kann eine professionelle Spiegelreflexkamera zwar nicht ersetzen, reicht aber vollkommen, um tolle Fotos zu machen. Sogar große Posterdrucke sind möglich – vorausgesetzt, Sie kennen ein paar Tricks.

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1. Bevor es losgeht

Vor einem Foto-Marathon sollten Sie die Linse mit einem sauberen, weichen Tuch reinigen. Das ist beim Smartphone sogar wichtiger als bei einer großen Kamera. Schließlich ist das Objektiv nur ein paar Millimeter groß und die kleinste Verunreinigung kann die Bilder einer ganzen Reise ruinieren.

Wichtig ist auch, die Auflösung auf ein Maximum zu stellen. Hersteller schrauben die Bildqualität in den Einstellungen gerne herunter, damit die Fotos weniger Speicherplatz belegen. Spätestens wenn Sie ein Last-Minute-Fotobuch für Ihre Liebsten gestalten, freuen Sie sich über auflösungsstarke Bilder.

2. Der Blitz bleibt aus

Wenn Sie keine Einbruchsspuren im Dunkeln sichern müssen, dann vergessen Sie den Kamerablitz des Smartphones. Immer. Denn sonst wird der vordere Teil des Bildes übertrieben belichtet, sodass selbst das schönste Gesicht gruselig aussieht, während der Hintergrund trotzdem dunkel wie eine steirische Landstraße bleibt.

Mit natürlichem Sonnenlicht erzielen Sie die besten und natürlichsten Ergebnisse. Im Idealfall positionieren Sie sich so, dass Sie die Lichtquelle im Rücken haben. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass Sie im Freien ­fotografieren müssen. Ein Porträtbild kann auch gelingen, wenn Wolken das Sonnenlicht streuen und die Strahlen über ein Fenster auf das Motiv fallen.

Ausnahmen bestätigen die Regeln – also experimentieren Sie ruhig. Aus einem kreativen Winkel gegen die Sonne foto­gra­fiert, verwandelt sich jede Palme in ­eine schöne Silhouette im Sonnenuntergang.

3. Kontrolle übernehmen

Das Smartphone manipuliert Ihre Bilder heimlich im Hintergrund, um die Helligkeit zu berechnen. Diese automatische Belichtungskorrektur führt allerdings nicht immer zu ­einem schönen Ergebnis. Wenn Sie auf verschiedene Punkte des Bildes auf dem Display tippen, legen Sie einen neuen Referenzwert fest. Damit bekommt die Aufnahme einen ganz neuen Look. Bei der Auswahl der ­hellsten oder dunkelsten Stelle gelangen Sie schnell zum gewünschten Effekt.

Der Autofokus stellt einen Teil des Bildes scharf. Allerdings weiß Ihr Handy nicht genau, was eigentlich im Fokus sein soll. Mit ­einem Tippen auf das Hauptmotiv setzen ­viele Smartphones diesen Punkt in den Fokus und richten gleichzeitig die Belichtung darauf ein. Je nach Modell lassen sich diese beiden Funktionen aber auch getrennt einstellen. Reagiert Ihr Smartphone darauf nicht, dann ist möglicherweise noch eine Auto­ma­tikfunk­tion in den Einstellungen aktiv.

4. Seien Sie Ihr eigenes Stativ

In dynamischen Situationen drohen Bilder leicht zu verwackeln, etwa wenn Sie nachts ohne Blitz fotografieren. Dazu gibt es zwei Pro-Tipps, die jede leuchtende Skyline scharf stellen: Das Smartphone mit beiden Händen fixieren und die Ellbogen am Oberkörper abstützen, um die Kamera möglichst ruhig zu halten. Damit das Bild nun nicht erst recht verwackelt, wenn Sie mit dem Finger auf den Auslöser drücken, stellen Sie den Selbstauslöser für wenige Sekunden ein.

Wussten Sie übrigens, dass Ihr Headset nicht nur zum Telefonieren, sondern auch als Fernauslöser dient? Halten Sie beim nächsten Gruppen-Selfie doch das Smartphone mit einer Hand hoch und drücken mit der anderen die Laustärketaste am Kopfhörer, um zu fotografieren. Zusätzlich verringern Sie dadurch das Risiko, dass Ihnen das Smartphone dabei aus der Hand rutscht. 

So wichtig wie die Arme sind auch die Beine. Denn Smartphones schwächeln im Vergleich zu Spiegelreflexkameras besonders bei Tele-Aufnahmen, also wenn Sie weit entfernte Motive nah heranholen möchten. Smartphones verfügen leider nur über Digitalzoom und verkleinern somit lediglich den Bildausschnitt, um ihn danach künstlich aufzublähen. Die Folge ist ein erheblicher Qualitätsverlust. Daher gehen Sie lieber etwas näher an das Motiv heran.

5. Der Goldene Schnitt

Bilder können langweilig und eintönig wirken, wenn das Motiv immer in der Bildmitte steht. Schon die ­alten Griechen erkannten ein allgegenwärtiges Proportionsverhältnis, das sie den "Goldenen Schnitt" nannten. Für eine kreative Bildkomposition verwenden wir eine vereinfachte Form: die "Drittelregel".

Dazu lässt sich ein Raster am Display aktivieren, das den Bildschirm durch zwei horizontale und zwei vertikale Linien in ein 3x3-Raster teilt. Natürliche Kanten wie eine Straße, ein Tor oder ein Baum sollten nun auf einer der "Drittellinien" liegen, um dieses uralte Gesetz der Ästhetik einzuhalten.

Ein Strand-Selfie machen Sie also zum perfekten Facebook-­Titelbild, wenn der Horizont auf einer waagrechten und der Kopf auf dem Kreuzpunkt der obersten und äußersten Linie liegen. Nun sollte der/die Fotografierte noch in die längere Seite des Bildes blicken – fertig ist das Foto im "Goldenen Schnitt".

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Der "Goldene Schnitt" oder die Drittelregel: Die Positionierung der einzelnen Bildelemente sorgt nach einem ästhetischen Gesetz dafür, dass der Betrachter das Foto gerne ansieht. 

Immer bearbeiten

Alle, wirklich alle erfolgreichen Blogger und Instagrammer bearbeiten ihre Fotos. Wichtig ist allerdings, dass Sie behutsam vorgehen und die Bilder ihren natürlichen Charme behalten. Zwei der effektivsten Apps zur Nachbereitung sind Snapseed von Google und Lightroom von Adobe. 

Wenn es schnell gehen soll, bieten sich verschiedene Filter an, um die Stimmung eines Bildes mit einem einzigen Tippen zu verändern. Alternativ können Sie Fotos Ihren individuellen Wünschen anpassen, indem Sie Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast, Bildschärfe und Details separat ändern. Da jedoch jede Aufnahme ihre Eigenheiten hat, gibt es dafür auch kein Kochrezept.

Snapseed_CMS.jpg ÖAMTC © ÖAMTC
Nachbearbeitung eines Handyfotos mit Snapseed von Google. 

Instagram & Co.

Etwa 1.000 Fotos laden Instagram-User im Durchschnitt in die App – pro Sekunde. Aufmerksamkeit für Ihr eigenes Werk zu generieren ist nicht leicht, hängt aber auch nicht nur vom Glück ab. Statten Sie Ihre Postings mit Hashtags (dem Raute-Zeichen #) aus, damit andere User die Beiträge finden, liken und Ihnen folgen. So präsentieren Sie sich einem großen Publikum, auch wenn Sie selbst noch nicht viele Follower haben.

Instram_CMS.jpg ÖAMTC © ÖAMTC
Auf Instagram sollten Sie aussagekräftige Hashtags (das Zeichen #) nutzen. 

Hashtags für mehr Follower

#love ist der Platzhirsch im Hashtag-Wald. Mehr als eine Milliarde Bilder wurden damit bereits gekennzeichnet. Aber es kommt nicht nur auf die Größe an. Je beliebter der Hashtag, umso schneller gehen Ihre Fotos auch wieder unter, da binnen kürzester Zeit hunderte neue Aufnahmen im Feed landen. Ältere Beiträge werden sofort verdrängt – und wenige Minuten können im Instagram-Universum bereits einer Zeitreise gleichen. 

Da Sie jedoch bis zu 30 Hashtags pro Bild setzten dürfen, sollten Sie einerseits ein paar sehr beliebte, andererseits mehrere durchschnittlich frequentierte nutzen, um zumindest einen Hauch Nachhaltigkeit zu leben. Ein Schnappschuss aus der Krone der Freiheitsstatue trägt damit nicht nur den Hashtag #newyorkcity, sondern auch #manhattan und #brooklynbridge.

Die populärsten Instagram-Accounts haben übrigens einige Dinge gemeinsam: Alle folgen nur einer kleinen Auswahl an Inhalten, wie etwa Fashion, Food, Nature oder Travel. Außerdem sehen sie ihre Gallery alle als "großes Bild" und nutzen immer einen ähnlichen Stil, damit sie konsistent wirkt. Schließlich ist doch jeder dieser Accounts eine visuelle, virtuelle Persönlichkeit.

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