Im aktuellen Winterreifentest des ÖAMTC und seiner Partner wurden insgesamt 32 Reifen in den Dimensionen 185/65 R15 für Kleinwagen und 225/50 R17 für Fahrzeuge der Mittelklasse getestet. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Von den getesteten Produkten erzielten gerade einmal sechs davon ein "gutes" Gesamtergebnis. Zwölf bekommen ein "Befriedigend", sechs ein "Genügend" und gleich acht Produkte fallen mit "Nicht genügend" durch. Man muss einmal trennen zwischen den zwei Dimensionen, die man getestet haben. In der kleineren Dimension mit 185 ist es tatsächlich auffällig, dass wenig Markenprodukte im Spitzenfeld sind und dafür Fernost Produkte aufgeschlossen haben. Ich führe das darauf zurück, dass die Premiumhersteller nicht hier alles rauslassen, was sie können. In der breiteren Dimension sieht es eigentlich noch ganz gut aus. Das sind alle Markenhersteller vorne zu finden und im hinteren Feld sieht man allerdings, dass einige Hersteller sich auf bestimmte Produkteigenschaften spezialisieren, da gibt es Reifen, die sind Top auf Schnee, versagen aber völlig in anderen Belangen und kriegen dann von uns trotzdem ein "Nicht genügend." Auf nasser Fahrbahn sind die Unterschiede teils verheerend. Mehrere Produkte stellen hier ein Sicherheitsrisiko dar. In der Dimension für die Mittelklasse fallen sechs Reifen wegen ihrer schlechten Ergebnisse in punkto Fahrsicherheit mit "Nicht genügend" durch, auch in der Dimension für Kleinwagen fallen drei Reifen wegen mangelhafter Nasseigenschaften durch. Es ist an sich so, dass eben diese Reifen, die nur auf Schnee optimiert sind, speziell auf Nässe schwächen haben. Dabei ist die nasse Fahrbahn eigentlich die wichtigste Fahrbahn im Winter. Es schneit nicht mehr so oft. Und eigentlich ist die Nasseigenschaft das Wichtigste. Natürlich ist es für einen Reifenhersteller eine größere Herausforderung, einen Winterreifen zu konstruieren, denn er muss auf Schnee, auf Eis, auf Nässe und auf Trockenheit funktionieren. Das ist aber alles schon gelungen. Ich verstehe nicht, warum es jetzt nicht mehr so gut funktioniert. Wir haben hier teilweise Reifen dabei, die wenn ein anderes Fahrzeug mit guten Reifen schon steht, ein Fahrzeug noch mit 40 oder 50 km/h unterwegs sein lassen. Das muss man sich mal so vorstellen: Bei einer roten Ampel knalle ich quasi dem vorne fahrenden Fahrzeug mit 50 km/h Restgeschwindigkeit hinein. Das mag das vielleicht nur ein Blechschaden sein, aber wenn das im Ortsgebiet passiert, kann es auch sein, dass Fußgänger zusammengeführt werden. Und die Eigenschaften bei Nässe sind eigentlich die Kerneigenschaft des Winterreifens heutzutage durch die milden Winter. Hier würde ich auf keinen Fall eine schlechte Note riskieren. Also ich empfehle allen, schauen Sie sich die Tabelle ganz im Detail an. Es kann gerne bei Geräusch oder bei Lebensdauer eine Einbuße in Kauf genommen werden, aber sicher nicht bei den Eigenschaften auf nasser Fahrbahn. Daher rät der ÖAMTC auf das Gesamtpaket zu achten. Zum Kauf hat Technikexperte Steffan Kerbel auch weitere wichtige Tipps parat. Erstens, rechtzeitig schauen, ob die Reifen noch etwas taugen. Das wäre also jetzt schon an der Zeit, obwohl es noch sehr warm draußen ist. Viele Leute warten zu lang, bis in den November. Dann kriegt man erstens nicht mehr die Reifen, die man vielleicht gerne gehabt hätte. Und einen Umsteck-Termin kriegt man auch nicht. Man darf nicht vergessen, ab November müssen die Reifen wirklich drauf sein. Und da weit mehr als vier Millimeter Profiltiefe haben. Man soll sich auch nicht blind auf Markenprodukte verlassen, das zeigt gerade der aktuelle Test. Also besser immer einmal auf das Testergebnis schauen. Und da muss es auch nicht der Testsieger sein, sondern man sucht sich die besten fünf Reifen in der jeweiligen Größe aus und bestellt dann das entsprechende Produkt. Und schaut, dass man das aber bitte Ende Oktober schon erledigt hat, dann sind die Reifen rechtzeitig drauf. Eine Geschichte wäre noch, dass man also nicht immer nur eine Achse neue Reifen kauft, also wenn ich jetzt hinten sechs Millimeter Profiltiefe noch hätte und vorne nur mehr vier. Dann kaufe ich mir trotzdem 4 neue Winterreifen und nicht nur für eine Achse. Das ist ganz wichtig. Und falls bei der aktuellen Dimension nicht das eigene Fahrzeug zu finden ist. Unser Reifentest ist historisch vergleichbar. Man gibt einfach auf der Homepage die Reifendimension ein und findet dann mit Sicherheit das passende Testergebnis. Das Einzige, worauf man aufpassen muss, ist, die Bezeichnung muss wirklich exakt die gleiche sein, sonst kann man das Reifentestergebnis nicht übernehmen. Und eine größere Größe und eine kleinere Größe kann man gern auch auf das Ergebnis, das wir jetzt erzielt haben, anwenden. Wichtig ist nur, dass die Produktbezeichnung immer exakt die gleiche ist. Die vollständigen Testergebnisse und weitere Details finden Sie auf oeamtc.at/Reifentests