Der ÖAMTC warnt aktuell vor schwerwiegenden Sicherheitsmängeln bei mehreren Kindersitzmodellen. Sitze lösten sich bei den Crashtests von der Basisstation und wurden durchs Fahrzeug geschleudert. Insbesondere sogenannte "White Label" Kindersitze sind betroffen. Ja, was ist White Label? Also im Prinzip haben wir letztes Jahr schon einen Sitz aus Fernost getestet, der komplett davon geflogen ist im Frontcrash und wo wir auch eine Produktwarnung ausgesprochen haben. Und diesen Sitz gibt es aber unter zig anderen Brandnames. Und das sind sogenannte "White Label" Produkte. Das heißt, der Produzent produziert den Sitz und ein Händler kann ihn unter einem bestimmten Namen dann vertreiben. Das macht die Sache für uns sehr kompliziert. Trotzdem warnen wir hier jetzt eben vor 10 Produkten. Einer davon heißt Ding Iden 360. Das Produkt, was wir letztes Jahr getestet haben, hat Reecle 360 geheißen. Man kennt das von anderen Produkten aus Fernost. Und das Problem ist nur, hier geht es um ein Sicherheitsprodukt. Und dieser Kindersitz oder diese Kindersitze, die in Wahrheit alle gleich sind, sind im Frontcrash komplett davongeflogen, die sind lebensgefährlich. Deswegen betone ich bei der Gelegenheit immer auch ganz gerne: Ein Kindersitz ist ein Fachhandelsprodukt. Denn im Fachhandel finden wir alle diese Sitze nicht. Und auch der Kinderkraft Mink Pro 2 ist durch den Test gefallen. Wir haben eine Babyschale hier im Test gehabt, Kinderkraft ist an sich eine Marke, eine europäische. Und diese Babyschale kann gegurtet verwendet werden. Da war es kein Problem. Aber auf der Basis, auf der Isofix-Basis, wo diese Babyschale auch montiert werden kann, hält die Schale auch beim Frontcrash nicht. Die ist auch komplett davongeflogen. Deswegen gilt auch für den Kinderkraft Mink mit der Basis Mink eine Produktwarnung. Da würden wir derzeit abraten davon, das Produkt zu kaufen. Wir haben aber den Hersteller informiert. Es ist davon auszugehen, dass das Produkt in dieser Konfiguration vom Markt genommen wird. Aber warum sind dermaßen gefährliche Sitze im Handel überhaupt erhältlich? Ja, an sich ist es so: Es gibt eine europäische Zulassung, die UN-Regulierung 129 für Kindersitze. Und das bestehen oder haben diese Sitze auch bestanden. Wir wissen nur nicht, in welchem Labor oder ob das eine Auswahl modifizierter Kindersitze waren. Unser Test ist ein wenig strenger. Wir orientieren uns an realen Fahrzeugen und bilden einen echten Pkw-Crash-Impuls nach. Der ist in der Regel etwas härter. Nur die meisten Produkte, die seriös entwickelt sind, können das trotzdem problemlos bestehen. Wir haben dann zwar Noten von "Sehr gut" bis "Genügend" teilweise, also es ist unterschiedlich. Aber dass ein Sitz komplett davonfliegt, das passiert doch nicht so häufig. Also das kann schon sein, dass Sitze eine Zulassung erhalten für den europäischen Raum. Nur in dem Fall kommt uns das ein bisschen eigenartig vor, vor allem bei diesen Billigprodukten aus Fernost. Da frage ich mich schon, wie die die Zulassung gekriegt haben und ob das wirklich die Produkte waren, die wir dann selbst auch im Handel gekauft haben. Der vollständige Kindersitztest des ÖAMTC mit allen Modellen erscheint am 26. Mai 2026.