Die Testergebnisse im Detail und worauf man achten muss beim Kauf eines Kinderfahrrads bespreche ich jetzt mit Dominik Darnhofer von der ÖAMTC Technik. Hallo Dominik, schön, dass du da bist. Hallo Jenny, kommen wir zuerst gleich mal zum Gesamtergebnis und deinem Fazit. Inwiefern hat sich denn der Testsieger von allen anderen Modellen abgehoben? Grundsätzlich, das Testergebnis war sehr positiv. Der Testsieger, ein Hersteller aus Österreich Woom, hat mit dem Explorer 5 in allen Testkriterien Bestnoten erzielt. Es hat eine sehr gute Ergonomie gehabt, die im Testfeld war, ist das einzige Fahrrad mit Scheibenbremsen und auch das einzige ohne Schadstoffe. Ein Fahrrad haben wir abwerten müssen aufgrund von Schadstoffen in den Griffen, die sind krebserregend und daher die Note „Nicht genügend“. Jetzt hast du schon die Bremsen angesprochen, wie testet ihr das denn und worauf muss man generell achten, damit sein Kind auch wirklich gut bremsen kann? Die Fahrräder kommen alle ins Labor auf den Bremsenprüfstand. Dort wird eine trockene und eine nasse Fahrbahn simuliert und da gibt es ein bestimmtes Verhältnis, das ist in der Norm niedergeschrieben. Und bei einem Fahrrad hat das Verhältnis nicht gepasst, da mussten wir abwerten. Wichtig ist, dass der Bremshebel einstellbar ist. Nur so ist dann gewährleistet, dass das Kind richtig zupacken kann und die Bremskraft auch auf den Boden bringt. Und was hast du jetzt für generelle Tipps für Eltern, die sich ein neues Kinderfahrrad zulegen möchten? Ja, auf alle Fälle die Kinder oder den Jugendlichen mitnehmen in den Fachhandel, dort mehrere Modelle Probesitzen bzw. Probefahren, auch Bremsversuche gleich durchführen, schauen, ob die Hand wirklich zum Bremshebel passt. Dann kann man sich auch noch anschauen, wie weit lässt sich der Sattel ausfahren, ist der Lenkervorbau verstellbar, dann hat man mehr Spaß bzw. kann das Fahrrad länger nutzen. Und welches Verbesserungspotenzial gibt es jetzt beim Thema Sichtbarkeit im Dunkeln? Ja, viele der Fahrräder haben nicht genug Reflektoren oder keine im Serienumfang. Da muss nachgebessert werden beim Hersteller, ebenso beim Front- und beim Rücklicht. Bei den Lichtern, bei den Scheinwerfern gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten: Das eine ist mit Batterie betrieben, dann mit Akku oder eben mit dem Nabendynamo. Vorteil vom Nabendynamo: der ist quasi immer fix am Fahrrad. Nachteil ist, bei niedriger Geschwindigkeit fängt das Licht zum Flackern an beziehungsweise geht ganz aus. Bei einer roten Ampel kann das Kind im Dunkeln übersehen werden. Beim Akku ohne Akkuanzeige fährt man weg und dann fällt vielleicht das Licht aus. Und beim batteriebetriebenen Fahrradlicht müssen die Batterien regelmäßig ausgetauscht werden. Bei der StVO-Ausstattung darauf achten, dass Front- und Rücklicht vorhanden sind, ebenso Reflektoren und die Glocke. Und beim Pedal die Reflektoren nicht vergessen. Ab 8 Jahren ist auch die Farbe und die Form vom Fahrrad wichtig, das hat der Test auch gezeigt – also die Kinder unbedingt mitnehmen zum Probesitzen. Vielen Dank, Dominik, fürs Gespräch und deine wichtigen Tipps. Danke. Den kompletten Test mit allen Ergebnissen, Bewertungen und Tipps gibt es auf unserer Homepage.