16 Sommerreifen mussten im aktuellen Test beweisen, was sie wirklich draufhaben. Eines vorweg: Am Ende zählt das Gesamtpaket. Denn ein Reifen, der nur in einer Disziplin abliefert, kann trotzdem im Gesamtergebnis durchfallen. Der Linglong Sportmaster ist fast ein Schulbeispiel für die Problematik eines Reifens. Auf Nässe war er im Test eine Sensation und bekam von den Testfahrern sogar eine 0,6 auf der nassen Strecke. Der Preis dafür ist allerdings hoch: In allen anderen Belangen kann der Reifen nicht überzeugen. Bei trockener Fahrbahn fühlt es sich an, als würde man auf Eiern fahren, der Verschleiß ist enorm – und damit bildet dieser Reifen am Ende trotzdem das Schlusslicht. Genau das ist das Problem beim Reifentest: Die Reifen müssen überall gut sein, um die Note „Gut“ zu bekommen. Das erklärt auch, warum man fast nie ein „Sehr gut“ im Reifentest sieht. In der großen Gruppe der „Befriedigenden“ muss man genauer hinschauen. Dort gibt es Reifen mit einer Zwei vor dem Komma, die das „Gut“ nur knapp verpasst haben. Bei der anderen Hälfte mit einer Drei vor dem Komma lohnt sich ebenfalls ein Blick ins Detail. Diese Reifen kann man grundsätzlich noch kaufen, aber man sollte sein eigenes Nutzungsverhalten gut kennen. Es kann sein, dass ein Reifen bei Trockenheit hervorragend ist, bei Nässe jedoch nicht ganz mit den Top-Reifen mithalten kann. In Österreich, wo es häufig regnet, wäre das eher nicht zu empfehlen. Umgekehrt kann ein Reifen bei Nässe gut abschneiden, aber beim Verschleiß schwächer sein. Für Wenigfahrer spielt der Verschleiß allerdings eine geringere Rolle, sodass ein solcher Reifen durchaus infrage kommen kann. Wenn ein Reifen im Test die Note „Gut“ erhält, bedeutet das, dass er in allen Bereichen überzeugt: beim Verschleiß, auf nasser und trockener Fahrbahn sowie beim Geräusch. Solche Reifen kann man praktisch blind kaufen. Dann entscheidet eher der persönliche Geschmack oder ein attraktiver Preis, etwa weil ein Händler ein bestimmtes Modell besonders günstig anbietet. Spannend ist vor allem das Mittelfeld mit der Note „Befriedigend“. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie auf www.oeamtc.at