In der Lehrwerkstatt Sankt Pölten wird ein ehemaliges Pannenfahrzeug in seine Bestandteile zerlegt und neu zum Leben erweckt. Bei der Lehrabschlussprüfung, auch wenn man es gar nicht glauben kann, wird noch immer der alte 1,6 Liter Saugdiesel von VW verwendet, um gewisse Prüfeinstellungen vorzunehmen. Und wir wollten unbedingt so einen Motor haben, dass wir das auch hier in der Lehrwerkstatt in Sankt Pölten den Lehrlingen auch wirklich hautnah noch beibringen können und zeigen können. Und wie wir dann nach den Motor gesucht haben, hat sich ein Kollege gemeldet und hat gesagt: Moment, ich hätte nicht nur den Motor, sondern ich habe ein ganzes Auto und zufälligerweise ist das eben ein ehemaliges Pannenauto von uns. Und den könnte wir erwerben. Und es ist in einem restaurierungsbedürftigen Zustand, aber es ist wirklich die Substanz noch sehr, sehr gut. Und dann haben wir gesagt: das müssen wir haben und wir richten uns auch wieder so her wie es damals halt 1990 oder so, wie es da halt unterwegs war. Die Lehre zum KFZ-Techniker umfasst die Mechanik, Elektrik und die Grundlagen der Karosseriearbeiten. All das lernen die jungen KFZ-Techniker und Technikerinnen beim Auseinander und wieder Zusammenbauen des ehemaligen Pannenfahrzeuges. Ja, es ist wirklich learning by doing. Und das ist eben das Schöne. Also wir drei Ausbildner sind ganz stark natürlich dahinter, dass die Lehrlinge alles selber machen. Wir stehen dabei. Ja, wir zeigen einiges natürlich vor. Wie funktioniert das? Wir sind auch für die Bestellungen der Teile zuständig und und wir haben so den Projektüberblick einfach Wann kommt was. Egal wer ist von welchem Lehrjahr - Erstes, zweites, drittes, viertes. Sie arbeiten miteinander und jeder kann von dem anderen einfach was mitnehmen und lernen. Und das heißt auch wir arbeiten sehr überschneidend von den Lehrjahren. Also jemand aus dem dritten arbeitet mit jemanden aus den ersten zusammen und macht eben Metallkunde oder Motor oder oder Getriebe wie auch immer. Und das Schöne ist, dass du nach dem Projekt wirklich rausgehen kannst und sagen kannst: Sehr cool, ich habe von allem jetzt eine Ahnung. Ich habe alles einmal gemacht. Ich habe die Lackiertechnik gesehen, Ich habe einen Motor instand gesetzt. Ich habe ein Auto restauriert. Nach dem Entkernen und Auseinandernehmen von Motor, Getriebe und dem kompletten Fahrwerk dürfen die Lehrlinge bei einem vierwöchigen Workshop in Wien Lackier und Spengler-Arbeiten erlernen. In der Lackierbox bekommt das ehemalige Pannenfahrzeug dann auch seinen neuen Lack. Das sind ganz, ganz viele Zwischenschritte. Das wird gefüllert, das wird geschliffen und dann wird es vielleicht noch einmal grundiert, noch einmal geschliffen und dann kommt erst der Lack drauf. Dann kommt der Klarlack drauf. Also das sind auch ganz spannende Zwischenschritte, die halt sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Und so kommen wir dann gesamt auf diese zwei Jahre, weil zusammenbauen müssen wir ihn dann auch noch, Wenn es dann wieder zusammengebaut ist und wir sind fertig mit der Restauration, dann kommt es wieder auf die Straße, dann wird es wieder als Pannenauto eingesetzt. Bei Spezial- Events wie Oldtimer-Rallye und so. Dieses spezielle Projekt gefällt mir sehr gut, weil ich auch schon damals, bevor ich überhaupt eine Lehre begonnen habe, viel mit meinem Vater privat zu Hause auch an einem Golf zwei sogar auch restauriert habe, das Auto komplett einmal hergerichtet habe und wieder auf die Straße gebracht. Und deswegen ist es auch für mich sehr emotional, so ein Auto herzurichten, weil ich es viel mit früher verbinde. Hier bei den alten Autos noch hat man nicht mehr so viele Verkabelungen, weil da alles noch eher mechanisch läuft und nicht irgendwie kontrolliert kontrolliert wird von irgendwelchen Sensoren. Und man lernt halt meiner Meinung nach auf alten Autos besser das Schrauben als wir auf neuen, weil es halt auch leichter ist und einfacher noch zu verstehen. Allein das Motor ausbauen hat schon echt Spaß gemacht. Man versteht viel, viel besser, wenn man währenddessen man etwas erklärt bekommt, gleich das mit Auge sieht und auch anfassen kann. Nicht so wie am Stützpunkte, wo wir den ganzen Tag nur Pickel oder Pannen machen, sondern eben, dass man so wie ich jetzt einen Motor ausbauen oder wie gestern Injektoren wechseln und das machen wir am Stützpunkt nicht. Deswegen ist es da doch relativ spannend. Für mich ist das super. Ich bin sehr Gruppenmensch, was ja gerne in einer Gruppe arbeitet, wenn man mal nicht weiter weiß, dass man einen anderen per Hand hat, dass dir unter die Arme greifen kann. Wenn man es sich lustig macht, macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß. Mit der letzten Schraube, die reingedreht wird, ist auch das Wissen rund ums KFZ-Techniker Handwerk komplett. Die Restauration eines ehemaligen Pannenfahrzeuges in der Lehrwerkstatt Sankt Pölten hat einen doppelten Mehrwert. Nämlich umfassend ausgebildete Kfz-Techniker und Technikerinnen und ein Werkstück, das wieder auf den Straßen Österreichs unterwegs sein kann.