11.05.2011

Augen auf Nepal

Das Land am Himalaja ist zurück auf der touristischen Landkarte.

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Ein Sadhu  ein heiliger Mann  posiert für Touristen am Durbar-Platz von Kathmandu © Roland Fibich
Ein Sadhu, ein heiliger Mann, posiert für Touristen am Durbar-Platz von Kathmandu © Roland Fibich
Mehr als 1.500 Jahre schon ruhen die weisen Augen des Ur-Buddha von Svayambhunath auf dem Hochtal von Kathmandu, doch so viel Veränderung war noch nie. In Nepal, dem Land am Himalaja, ist die Republik ausgerufen worden, und der beim Volk so unbeliebte König Gyanendra muss aus seinem Palast ausziehen. Doch die Gläubigen, die auch an diesem Tag unter den bunten Gebetsfahnen die steilen Stufen hinauf zum ältesten Heiligtum des Landes strömen, sind voller Hoffnung. Der Friede scheint zurück gekehrt nach Nepal, die verwinkelten, von Leben berstenden Gassen und Straßen Kathmandus füllen sich wieder mit neugierigen Touristen aus aller Welt.

Vom Kantipur Temple House, unserer komfortablen Unterkunft, spaziert Führer Om Shankar Shrestha mit uns hinunter zum Durbar-Platz mit seinen einzigartigen Palästen, Tempeln und Heiligtümern, hinter denen man an klaren Tagen die Achttausender des Himalaja aufragen sehen kann. Eine Prozession von Krishna-Jüngern zieht tanzend mit Gesang und Schellenschlag zum Platz vor dem Haus der Kumari, der lebendigen Kindgöttin, die sich den Pilgern nur manchmal kurz zeigt.

Weltkulturerbe im Kathmandu-Tal. Weil Nepal bis nach dem Zweiten Weltkrieg fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten war, hat sich hier eine einzigartige, vornehmlich hinduistisch geprägte Welt gegen die Moderne stemmen können: Alleine im Kathmandu-Tal warten sieben Orte, die als Weltkulturerbe aufgelistet sind, auf ihre Erkundung durch den Reisenden.

Einige davon sind für Westler an Exotik kaum zu überbieten. Auch Touristen können Pashupatinath besuchen, eines der wichtigsten Hindu-Heiligtümer in ganz Asien. Zwar bleibt uns der Zutritt zum Tempel des Gottes Shiva, der hier als "Beschützer der Tiere" verehrt wird, verwehrt. Doch Om führt uns auf die andere Seite des Bagmati-Flusses, zu den Verbrennungsplätzen für die Verstorbenen direkt am Ufer. Wir halten respektvoll Abstand, um die Zeremonien nicht zu stören. Leider ist der Fluß Bagmati,der die Asche forttragen sollte, aber nicht viel mehr als eine stinkende Kloake: für uns ein mehr als gewöhnungsbedürftiger Anblick, für die vielen Pilger und Sadhus jedoch, halbnackte hei-lige Männer, der Alltag im ewigen Kreislauf der Welt.

Wir fahren hinüber nach Bodnath, wo tibetische Mönche, darunter auch viele Flüchtlinge, unter den Augen des Ur-Buddha ihre Runden um den größten Stupa der Welt ziehen. Die eindrucksvollste Aussicht auf das gigantische Heiligtum hat man auch hier von einem der vielen Dach-Restaurants, die es im Kathmandu-Tal gibt. "Free Tibet" hat jemand auf eine Tempelwand gesprüht. Sonst ist heute von den regelmäßigen Demonstrationen gegen die chinesische Politik im Nachbarland nichts zu bemerken.

Mit Bhaktapur und Patan (Lalitpur) bietet das Tal noch zwei zusätzliche Zauberstädte, die Kathmandu nicht nachstehen. Manchmal fällt es dem Gast jedoch schwer, alles von der völlig fremdartigen Philosophie, Religion und Kultur aufzunehmen. Da tut es gut, sich durch diese lebendigen Museen treiben zu lassen, man muss ja nicht alle Inkarnationen des Gottes Vishnu zu Hause aufsagen können. Eine schöne Abwechslung bietet daher auch ein Spaziergang durch die Felder und Wiesen südlich der Hauptstadt. Am Wegesrand wächst hier Cannabis wie bei uns die Brennnesseln.

Im Flug zum Everest. Nepal ist aber auch das Land des Himalaja und des Mount Everest, des höchsten Berges der Welt. Früh am Morgen besteigen wir eine 18 Personen fassende Maschine der Buddha-Air, die zu einem spektakulären Rundflug startet. Jeder Passagier hat in dem kleinen Flugezug einen Fensterplatz - und schon bald steigen aus dem Dunst des Tales die "Wohnsitze der Götter" auf.

Auf welcher Seite man sitzt, ist völlig egal. Auf dem Hinflug sind die Eisriesen links zu sehen, auf dem Rückweg rechts. Jeder Passagier darf kurz ins Cockpit. "Die Pyramide da vorne ist der Everest", sagt die Pilotin - der Berg bietet einen grandiosen Anblick, den man wohl ein Leben lang nicht mehr vergessen wird.

Baden mit Elefanten. Zu ebener Erde kommt man in Nepal freilich nicht so rasch voran. Die kurvenreiche "Autobahn" hinunter in die Tiefebene ist die Hauptverbindung nach Indien und wird ihrem Namen in keiner Weise gerecht. Die Reise führt uns in ein völlig anderes Nepal, in den Chitwan-Nationalpark. Im Camp oder Hotel wohnt man nahe dem Dschungel, im Rapti-Fluss tummeln sich Krokodile. Hoch auf dem Rücken von Elefanten erkunden wir den Park. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein Panzernashorn vor uns auf. Die Tiger, Könige dieses Dschungels, geben uns an diesem Tag jedoch keine Audienz. Um sie zu sehen, muss man schon sehr viel Glück haben, erklärt uns der Mahut.

Wer möchte, kann sich im Camp auch einem ganz besonderen Vergnügen hingeben - einem Elefantenbad. Eigentlich ist es aber ein Menschenbad, denn als Höhepunkt verpasst der Elefant seinem Wohltäter per Rüssel eine Hochdruck-Dusche ...

Atemberaubende Ausblicke. Im Chitwan-Nationalpark kann es drückend heiß sein. Daher wird der Besucher die Fahrt zurück ins Gebirge vielleicht auch als Erleichterung empfinden. Das Ziel ist Pokhara, direkt an der Gebirgskette des Himalaja. Jeden Tag werden in den Hotels der Stadt die Touristen noch bei Dunkelheit geweckt, in Autos und Busse verfrachtet und auf den Sarangkot gefahren. Die Gipfel der Annapurna (8.091 m), des Machapuchhare ("Fischschwanz") und auch des Dhaulagiri sind hier bei gutem Wetter fast zum Greifen nah. Aber auch am Phewa-See und vielen anderen Plätzen sind die Bergriesen ständige Begleiter.

Das Viertel rund um den See ist am Abend voll mit Touristen und Trekkern, die einander ihre Abenteuer erzählen. Es herrscht eine fröhliche, ausgelassene Stimmung. Die Realität sind aber auch viele Flüchtlinge aus Tibet, die oft mit dem Verkauf von Schmuck ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Zurück in Kathmandu, sprechen wir mit Bharat Basnet, dem freundlichen Besitzer der Agentur Explore Nepal und des Kantipur Tempel House. Über Nepal hinaus hat er sich einen Namen mit seiner Kampagne gegen die leider allgegenwärtigen Plastikverpackungen gemacht. "Das Wichtigste ist, dass wir unsere Natur bewahren", sagt er - und drückt uns ein Stoffsackerl fürs Einkaufen in die Hand. So kamen wir also aus Nepal zurück: Mit dem Land in unserem Herzen und ohne Plastik im Gepäck.

Nepal kompakt

Einreise: Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein. Visum am Flughafen von Kathmandu, US-Dollar 30,- pro Person.
Beste Reisezeit: Oktober bis März.
Geld: Euro wird in Banken und Hotels gewechselt. Auch etwas US-Dollar mitnehmen. Nur ganz wenige Bankomaten. Für Europäer ist Nepal sehr billig.
Sicherheit: Nach den Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung wurde die Republik ausgerufen. Die bisherigen Rebellen ("Maoisten") haben die Wahlen gewonnen und den bewaffneten Widerstand beendet. Schon in den vergangenen Jahren kam in Nepal kein Tourist bei politisch motivierten Ereignissen zu Schaden. Von Demonstrationen sollte man sich dennoch fernhalten.
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