30.08.2011
Autor:
Christian Stich & Günter Rauecker

In aller Kürze

Vergleich: Kia Picanto mit Chevrolet Spark und Hyundai i10.

Fotostrecke

Thumbnails

Bild 1 von 15
Bild 2 von 15
Bild 3 von 15
Bild 4 von 15
Bild 5 von 15
Bild 6 von 15
Bild 7 von 15
Bild 8 von 15
Bild 9 von 15
Bild 10 von 15
Bild 11 von 15
Bild 12 von 15
Bild 13 von 15
Bild 14 von 15
Bild 15 von 15
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
In aller Kürze. Der Trend zum sprit- und platzsparenden Kleinwagen hält ungebrochen an. Wir vergleichen den neuen Kia Picanto gegen Chevrolet Spark und Hyundai i10.
In aller Kürze. Der Trend zum sprit- und platzsparenden Kleinwagen hält ungebrochen an. Wir vergleichen den neuen Kia Picanto gegen Chevrolet Spark und Hyundai i10.
Aus Zeiten stetig steigender Benzinpreise, notorisch zugeparkter Großstädte und täglich neuer Horrormeldungen über bevorstehende Finanzkrisen kann derzeit vor allem eine Fahrzeugklasse erheblich Kapital schlagen. Kleinwagen nämlich. Sie nutzen die Gunst der Stunde und überzeugen mit ihren Qualitäten immer mehr Käufer.
Neuerdings sind aber nicht mehr nur rationale Argumente für das Unterzeichnen des Kaufvertrages entscheidend. Denn dank flottem Design kommt jetzt auch die Emotion nicht zu kurz. Bestes Beispiel: der neue Kia Picanto. Hat er das Zeug zum Kleinwagen-Beau? Der Vergleich mit Chevrolet Spark und Hyundai i10 wird’s zeigen.

AUSSEN & INNEN

Obwohl der neue Kia Picanto und der seit Jahren beliebte Hyundai i10 aus einem Konzern kommen, könnten sie optisch kaum unterschiedlicher sein. Hier der unauffällige i10, da der trendige und auffällige Picanto. Auch der Chevrolet Spark zeigt mit seinen spitz zur A-Säule zulaufenden Scheinwerfern reichlich Pepp im Blech.

Trotz kurzer Karosserie-Abmessungen von rund 3,6 Metern überraschen alle drei Kleinwagen mit passablem Platzangebot. Am luftigsten lebt sich’s dennoch im Picanto. Ein deutliches Ausrufezeichen setzt er bei den Sitzen: ausgesprochen bequem, gut konturiert und einfach verstellbar. Ernst nimmt Kia auch das Thema Verarbeitungs- und Material-Qualität. Keiner der beiden anderen Kandidaten kann dem Picanto hier das Wasser reichen.

Wer Platz zum Transportieren sucht, wird beim fünftürigen Trio nur bedingt fündig. Dafür eignen sich die Vertreter der teureren Viermeter-Liga à la VW Polo & Co. eindeutig besser. Trotzdem: Solide 200 Liter bei aufgestellten Rücksitzen machen den Kia Picanto zu mehr als nur einem Zweitwagen fürs Einkaufen.

Funktionell und am besten durchdacht ist auch das Cockpit des Kia Picanto. Er verfügt auch über die mit Abstand meisten und größten Ablagemöglichkeiten. Spürbar zusammenrücken müssen Insassen im Chevrolet Spark. Außerdem stören die viel zu kurzen Schenkelauflagen und deutlich weniger bequeme Vordersitze. Das Kofferraumvolumen im Spark ist mit 170 Litern das kleinste im Trio. Immerhin verfügt er wie die beiden anderen Kandidaten über geteilt umlegbare Rücksitze. Das tadellos funktionelle Spark-Cockpit hat einen Nachteil: den bei einfallendem Sonnenlicht schlecht ablesbaren Bordcomputer.

Im Hyundai i10 geht’s ähnlich luftig wie im Picanto-Innenraum zu. Lobenswert bei ihm: die langen Schenkelauflagen der Sitze. Im Fond muss man dafür mit einer etwas geringeren Kniefreiheit leben. Mit soliden 225 Litern (größter Kofferraum im Vergleich) bei aufgestellten Rücksitzen, einfacher Beladung und niedrigster Ladekante erfüllt der i10 die Vorgaben für zwei Erwachsene plus Kind noch am ehesten. Tadellos: das funktionelle Cockpit.

FAHREN & SICHERHEIT

Jeweils rund 1,2 Liter Hubraum und gut 80 PS leisten alle drei Kleinwagen. Dennoch liefert der kultivierte Vierzylinder im Picanto die besten Fahrleistungen. Weitere Vorzüge sind der hohe Fahrkomfort und das sichere Fahrverhalten. Eine exakte Schaltung und die präziseste Lenkung katapultieren den Kia in der Fahrspaß-Skala ganz nach oben. Der Hyundai i10 ist seinem Konzernbruder dicht auf den Fersen und verwöhnt ebenfalls mit einem langstreckenfreundlichen Fahrwerk. Auffallend: der filigrane Schalthebel. Im Spark bekommen Insassen schlechte Straßen am stärksten zu spüren.

Stichwort Bremsen. Obwohl jeder des Trios unter einer Tonne Eigengewicht bleibt, sind Werte von teilweise deutlich über 40 Metern aus 100 km/h enttäuschend. Beim Thema Insassenschutz müssen sich Hyundai-Kunden mit serienmäßigen Frontairbags begnügen. Für Seiten- und Kopfairbags werden zusätzlich 390 Euro fällig. Selbst ESP muss im i10 um 525 Euro extra bestellt werden. Spark und Picanto haben sämtliche dieser Features aufpreisfrei an Bord.

GELD & UMWELT

Der Kia Picanto ist zwar der teuerste der drei Kandidaten, bietet im Vergleich aber die beste Serienausstattung. Sowohl Sitzheizung, Lichtsensor oder Lenkradheizung sucht man bei den anderen Herstellern vergeblich. Aktuelles Kia-Zuckerl: Alle Barzahler kommen derzeit in den Genuss eines 500-Euro-Bonus. Auch der Spark überzeugt mit einer umfangreichen Serien-Mitgift. Die Ausstattung des i10 ist dagegen auf das Notwendigste beschränkt.

Kleine Autos, niedriger Verbrauch? Nicht ganz. Zwar begnügen sich alle drei Kleinen mit rund sechs Litern Super auf hundert Kilometer, im Vergleich zu stärker motorisierten Diesel-Fahrzeugen aus der größeren Kompakt- oder sogar Mittelklasse ist das jedoch kein überragender Wert. Überragend dafür: die siebenjährige Garantie für den Kia Picanto. Chevrolet und Hyundai gewähren maximal drei Jahre (beim i10 immerhin auf fünf verlängerbar).

DER SIEGER

Es kann nur einen geben. Einen König der Stadt. Dieser Titel geht an den neuen Kia Picanto. Er sichert sich in souveräner Manier den Sieg im Vergleichstest. Vor allem bei Fahrkomfort, Funktionalität, Materialqualität und mit sieben Jahren Garantie setzt der Koreaner neue Maßstäbe. Mit dieser Performance wird der Picanto sogar eine Klasse höher zur ernsthaften Konkurrenz. Deutlich dahinter landet der Hyundai i10. Der Konzernbruder des Kia leistet sich nirgends grobe Schnitzer und überzeugt mit dem größten Kofferraum im Vergleich sowie hohem Fahrkomfort. Auf den dritten Rang fährt der jugendlich gestylte Chevrolet Spark. Er leidet unter dem engsten Innenraum, zu kurzen Schenkelauflagen und schlappen Fahrleistungen. Wie beim Hyundai ist der Bremsweg zu lang. Brav dafür: die solide Serienausstattung.