09.01.2015

Normverbrauchsabgabe (NoVA)

Alles über die Abgabe die fällig wird, wenn ein Pkw, Kombi (auch Wohnmobil) oder Kraftrad in Österreich erstmals zum Verkehr zugelassen wird.

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Allgemeines zur NoVA

Was ist die NoVA?
Die NoVA ist eine einmalige Abgabe die abhängig von den CO2-Emissionen (Pkw, Kombi) oder vom Hubraum (Krafträder) als Prozentsatz vom Fahrzeugwert (Netto) berechnet wird. Bei Pkw ist darüber hinaus eine CO2-Malus-Regelung anzuwenden und abhängig von der Antriebsform ein Fixbetrag abzuziehen.

Die NoVA wird fällig, wenn:
ein neuer Pkw, Kombi (auch Wohnmobil) oder ein neues Kraftrad in Österreich an den Kunden geliefert wird oder ein Fahrzeug zum ersten mal zum Verkehr in Österreich zugelassen wird. Dem entsprechend wird die NoVA unter anderem auch fällig wenn,
  • neue oder gebrauchte Kraftfahrzeuge aus dem Ausland importiert und zugelassen werden sollen (siehe Linkbox)
  • Kraftfahrzeuge als Übersiedlungsgut ins Inland verbracht und zugelassen werden sollen (Siehe Fahrzeuge als Übersiedlungsgut)
  • der Grund für eine NoVA-Befreiung entfällt: Zulassung eines ehemaligen Diplomaten-, Fahrschulfahrzeugs oder eines ehemaligen Miet-, Taxi oder Gästewagens bzw. Umtypisierung (z.B.  von LKW auf Wohnmobil)

 

Die NoVA wird nicht fällig, wenn:

  • es sich um einen Anhänger (z.B. Wohnwagen), um einen Omnibus, um einen (sowohl kraftfahrrechtlichen als auch zolltarifarischen) Lkw handelt.
  • es sich um ein Elektrofahrzeug handelt (Hybidfahrzeuge sind sehr wohl NoVA-pflichtig!)
  • es sich um ein Fahrschulkraftsfahrzeug, einen Miet-, Taxi oder Gästewagen, Diplomatenfahrzeuge etc. handelt (weitere Ausnahmen unter www. bmf.gv.at)
  • Bei NoVA-befreiten Fahrzeugen kann die Zulassungsstelle unter Umständen eine Unbedenklichkeitserklärung verlangen (erhältlich beim Wohnsitzfinanzamt).
  • Oldtimer: Folgende Kraftfahrzeuge gelten als Sammlerstücke von geschichtlichem Wert und sind daher von der NoVA befreit:
    • die 30 Jahre oder älter sind und
    • die einem nicht mehr hergestellten Modell oder Typ entsprechen und
    • die noch im Originalzustand sind (keine wesentliche Änderung des Fahrgestells, des Steuer- oder Bremssystems, des Motors, usw.)
    • Alle Kraftfahrzeuge, die vor dem Jahr 1950 hergestellt wurden (auch in nicht fahrbereitem Zustand).
    • Ebenso jüngere Fahrzeuge, die bei einem geschichtlichen Ereignis benutzt wurden und
    • Rennwagen, mit denen bedeutende sportliche Erfolge errungen wurden.


NoVA-Pflicht bei Kauf eines Neufahrzeuges in Österreich:
Der Käufer des Fahrzeuges bezahlt die NoVA beim Händler, dieser führt sie dem Finanzamt ab. Grundsätzlich sind alle Leistungen, die der Importeur bzw. der Erzeuger erbringt, NoVA-pflichtig. z.B: Sportlenkrad, Breitreifen, Sonderausstattungen (wie ABS, Airbag, Klimaanlage, Schiebedach etc.), Sondermodelle. Keine NoVA-Pflicht entsteht, wenn die Leistungen erst nach Übernahme des Fahrzeuges erbracht werden (Kriterien: individueller Auftrag, Zusatzleistung und nicht Ersatz, entsprechendes Entgelt. z.B. Autoradio, Zusatzscheinwerfer, Alarmanlage). 

NoVA-Pflicht bei Eigenimport durch Private:
In diesem Fall ist die NoVA bei Neufahrzeugen und Gebrauchtfahrzeugen abzuführen. Die NoVA ist von jener Person, auf die das Fahrzeug erstmalig in Österreich zugelassen wird, selbst zu berechnen und seit 1.1.1998 vor der Zulassung mittels Formular "NoVA 2" und Zahlschein an das zuständige Wohnsitzfinanzamt zu entrichten. Ohne Bestätigung des Finanzamtes, dass keine steuerrechtlichen Bedenken gegen die Zulassung bestehen, kann das Fahrzeug nicht zugelassen werden. Zur Berechnung beim Eigenimport und zu weiteren Fragen zu diesem Thema siehe Eigenimport nach Österreich durch Private.

 

NoVA-Rückvergütung:

Die NoVA kann, wenn das Fahrzeug ins Ausland verbracht bzw. verkauft wird unter gewissen Voraussetzungen zurückgefordert werden. So ist zum Beispiel die Rückforderung möglich, wenn das Fahrzeug als Übersiedlungsgut durch einen Privaten ins Ausland verbracht wird. Beim Verkauf ins Ausland durch einen Privaten (bzw. Unternehmer die das Fahrzeug nicht überwiegend für das Unternehmen genutzt haben) ist derzeit jedoch keine Rückforderung möglich. Per 31.12.2015 wird diese Einschränkung jedoch durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs aufgehoben. Der Gesetzgeber könnte aber schon vorher eine entsprechende Reparatur des Gesetzes vornehmen.

Berechnung der NoVA

Für Motorräder:

Berechnung des Steuersatzes:

  • (Hubraum (in ccm) - 100) x 0,02 = Steuersatz
  • dieser Steuersatz ist auf volle Beträge ab- bzw. aufzurunden
  • der Höchststeuersatz liegt bei 20 Prozent
  • bei einem Hubraum von nicht mehr als 125 ccm beträgt der Steuersatz 0 Prozent

Der errechnete Steuersatz ist auf den Nettowert (exkl. USt und NoVA) des Motorrads anzuwenden, dies ergibt die zu leistende NoVA.   

 

Für Pkw/Kombi:

Berechnung des Steuersatzes:

  • (CO2-Emissionen (in g/km) - 90) / 5 = Steuersatz
  • dieser Steuersatz ist auf volle Beträge ab- bzw. aufzurunden
  • der Höchststeuersatz liegt bei 32 Prozent
Abzugsposten: Der errechnete Steuersatz ist auf den Nettowert (exkl. USt und NoVA) des Pkw/Kombi anzuwenden, anschließend sind im Jahr 2015 grundsätzlich 400 Euro und bei alternativ betriebenen Fahrzeugen (Hybridantrieb, Verwendung von Kraftstoff der Spezifikation E 85, von Methan in Form von Erdgas/Biogas, Flüssiggas oder Wasserstoff) 600 Euro abzuziehen. Durch den Abzugsposten kann es jedoch zu keiner Steuergutschrift kommen.
 
Malus bei Pkw/Kombi mit CO2-Emissionen über 250g/km:
  • für jedes Gramm CO2 über dem Grenzwert von 250g/km erhöht sich die zu leistende NoVA um 20 Euro