Forderung: Kombinierte Kosten- und Nutzenberechnungen

"Internalisierung externer Verkehrskosten" heißt übersetzt wieder einmal "Zur Kasse bitte".

© ÖAMTC
© ÖAMTC

Die externen Kosten des Verkehrs sind schon seit längerem Thema. Vor allem Umweltkosten, Unfall(folge)kosten und Staukosten sollen gemäß derartigen Vorschlägen den Verursachern angelastet werden.

Zur Kasse bitte!

"Mobilität ist ein grundlegendes Gut unserer Gesellschaft und nicht einfach ein Kostenfaktor. Der Plan 'Internalisierung externer Verkehrskosten' ist also wieder einmal ein Versuch, insbesondere den Individualverkehr zur Kasse zu bitten", so der ÖAMTC.

Das ist kein akzeptabler Lösungsansatz für den ÖAMTC. Oberstes Ziel muss die Verringerung der negativen Verkehrseffekte wie die Zahl der Unfälle, Lärm oder Emissionen sein. "Die Kosten müssen außerdem sachgerecht und verkehrsträgerspezifisch berechnet werden. Das heißt etwa, dass auch die Subventionen im öffentlichen Verkehr einbezogen werden müssen", so der Club. Nicht zuletzt kritisiert der Club, dass Kostenberechnungen alleine nichts über die Effizienz und den Nutzen eines Verkehrsträgers aussagen.

"Unsinnige und realitätsfremde Hochrechnungen"

Zur Erläuterung die wichtigsten, als extern angeführten, Kostenfaktoren:

  • Als Umweltkosten werden die Folgekosten von Luftverschmutzung oder Lärm bezeichnet. Das Hauptproblem sieht der Club zum einen in der Ermittlung und verursachergerechten Zuordnung der Emissionen und zum anderen in der monetären Bewertung.
  • Als Unfall(folge)kosten gelten z.B. Krankenhausaufenthalte oder Fahrzeugreparaturen. Diese sind aber meist durch Versicherungen gedeckt. "Damit zählen sie streng genommen zu den internen Systemkosten", so der Club. Vor allem aber sieht der ÖAMTC auch das ethische Problem einer "monetären Bewertung von menschlichem Leid".
  • Staukosten sind aus Sicht des Clubs ebenfalls dem internen Verkehrskostensystem zuzurechnen. "Hier wird besonders deutlich, dass es eine differenzierte Betrachtung aller Verkehrsträger geben muss. Auch Öffis stehen im Stau, verspäten sich oder haben überhaupt längere Fahrtzeiten", so der Club.
  • Die Vorlage von Maßnahmenpaketen zur Reduzierung externer Effekte vor Internalisierungsbestrebungen (zum Beispiel durch Einsatz Lärm reduzierender Technik anstatt ausufernder teurer Lärmschutzwände).
  • Kombinierte Kosten- und Nutzenberechnungen für alle Verkehrsträger. Die Kosten müssen sachgerecht und verkehrsträgerspezifisch berechnet werden (d.h. auch, dass alle Verkehrsträger gleich zu behandeln sind). "Eine Nutzenberechnung ist unerlässlich, weil auch die Effizienz jedes Verkehrsträgers einfließen muss", so der ÖAMTC abschließend. "Realitätsfremde und einseitige Zahlenspiele zu Lasten des Individualverkehrs lehnt der Club ab."