Versicherungstipps für Konsumenten

Was Sie vor Abschluss eines Versicherungsvertrages beachten sollten

Vor Abschluss eines Versicherungsvertrages sollte man mehrere Angebote vergleichen. Der ÖAMTC gibt Tipps, was Sie bei einem Vertrag alles beachten sollten.

© ÖAMTC
© ÖAMTC
  • Vor Abschluss eines Versicherungsvertrages sollte man mehrere Angebote vergleichen. Nicht das erstbeste Angebot nehmen, sondern sich bei mehreren Versicherungen umhören.
  • Versicherungspflicht:
    Eine Haftpflichtversicherung muss man abschließen, sonst wird das Auto gar nicht zugelassen. Die Prämien richten sich oft nach dem Fahrzeug (bei Pkw/Kombi meist nach Motorleistung in kW, aber auch andere Kriterien sind möglich) und nach der Höhe der Deckungssumme. Weiters sind diverse Rabatte und Zuschläge möglich. Die Angebote kann man den "Unternehmenstarifen" entnehmen, weitere - "individuelle" - Vereinbarungen sind möglich.
  • Deckungssumme:
    Die gesetzliche Mindestversicherungssumme beträgt 7 Mio. ?. Höhere Deckungssummen gegen Prämienzuschläge sind empfehlenswert und beinhalten oft auch noch Zusatzleistungen (wie z.B. Unfallversicherung, Auslandsschutz etc.).
  • Prämie:
    Eine Besonderheit bei der Prämien-Berechnung in der Haftpflichtversicherung ist das Bonus-Malus-System. Demnach bestimmt sich die Höhe der Prämie nach dem Verlauf der Schadensereignisse. Jemand der sein Kraftfahrzeug zum ersten Mal anmeldet, beginnt grundsätzlich in der Grundstufe neun von 18. Ein Schadensfall führt zu einer Rückversetzung um drei Prämienstufen. Möchte man die aktuelle Bonusstufe beibehalten, kann der Schaden selbst bezahlt werden. Ob das sinnvoll ist, hängt von der Schadenssumme ab.
    Die rechtzeitig bezahlte Prämie ist Voraussetzung für die Leistung aus dem Versicherungsvertrag. Bei Verzug bitte sofort einzahlen, sonst besteht unter Umständen Gefahr der Leistungsfreiheit.
  • Prämienhöhe und Risiko:
    Vor dem Erstgespräch mit dem Anbieter sollte man sich klar machen, welches "Risiko" man selbst für die Versicherung darstellt. Je geringer das Risiko, desto lieber wird man als Neukunde angenommen. Also zum Beispiel: Wer Bonusfahrer ist, Beamtin, 40 Jahre alt, hat jedenfalls die besseren Chancen auf günstige Prämien als ein Führerscheinneuling, Schüler, 19 Jahre alt.
  • "Fixprämien":
    Diese unterliegen nicht dem altbekannten Bonus-Malus-System! Andererseits sind Fixprämien meist günstiger als "Normalprämien" - daher besonders gut vergleichen und überlegen! Vor allem: Wie sieht die Prämie in fünf Jahren aus? Wer garantiert, dass die Versicherung mich nicht im Schadenfall kündigt?
  • Selbstbehaltsvarianten:
    Selbstbehalte (oder "Schadenersatzbeiträge") können entweder fix mit dem Vertrag verbunden sein (Beispiel: Für jeden Schadenfall, den ein jugendlicher Fahranfänger mit dem versicherten Auto verursacht, kommt ein Schadenersatzbeitrag von x Euro zur Anwendung) oder in Zusammenhang mit gewährten Prämienrabatten (Beispiel: Frau erhält einen "Ladyrabatt" - wird ein Schadenfall von einem männlichen Lenker verursacht, kommt ein Schadenersatzbeitrag von x Euro zur Anwendung). Daher auch immer vorher überlegen, inwieweit einen ein solcher Schadenersatzbeitrag treffen könnte und ob sich das in Relation zum Prämienrabatt auszahlt!
    Der Vorteil: Meist deutlich geringere Prämie. Kleinere Schäden wird man ohnehin zahlen, um der Maluseinstufung zu entgehen. Der Selbstbehalt wird hingegen bei einem "Großschaden" kaum ins Gewicht fallen.
  • Andere Versicherungen:
    Kasko-, Rechtsschutz- oder andere Versicherungen (zB Insassenunfall) sind im Gegensatz zur Haftpflicht freiwillig. Oft wird aber die Gesamtprämie günstiger, wenn man sie im "Paket" mit der Haftpflichtversicherung zusammen abschließt. Auch wenn man bereits in anderen Sparten (Haushalts-, Lebensversicherung etc.) als langjähriger guter Kunde bekannt ist, kann das bei den Prämienverhandlungen vorteilhaft sein. Beachten muss man hier allerdings die unterschiedlichen Laufzeiten und Kündigungstermine.
  • Kündigung durch den Kunden:
    Haftpflichtversicherungen können grundsätzlich nach einem Jahr unter Einhaltung der einmonatigen Frist vor Ablauf des Versicherungsvertrages oder innerhalb eines Monats nach Mitteilung einer Prämienerhöhungen gekündigt werden.
    Grundsätzlich muss eine Kündigung schriftlich - am besten eingeschrieben - erfolgen und zeitgerecht beim Versicherungspartner einlangen. Man sollte einen bestehenden Versicherungsvertrag aber erst kündigen, wenn man ein verbindliches Ersatzoffert der neuen Versicherung hat. Sonst riskiert man, kurzfristig keinen günstigen Versicherungsschutz zu haben.

    Bei anderen Sparten ist der Ausstieg nicht so einfach. Daher sollte man, wenn man sich nicht zu lange binden will, darauf achten, dass die Versicherungen nur auf einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen werden (z.B. zwei oder drei Jahre). Verlängern kann man immer noch. Oft gibt es aber spezielle Rabatte dafür, wenn man sich länger als ein Jahr bindet.

  • Kündigung durch den Versicherer:
    Notorische "Crash-Piloten", also Personen mit "schlechtem Schadenverlauf" können im Schadenfall gekündigt werden. Die Folge: Man steht ohne Versicherung da und muss hoffen, ein Versicherungsunternehmen zu finden. Wer vom Versicherungsverband ein Versicherungsunternehmen zugewiesen bekommt, muss sich mit dem entsprechenden "Vertragsangebot" (meist Zuschläge bis zu 50%, abgesehen vom Malus) zufrieden geben.
  • Motorbezogene Versicherungssteuer:
    Diese wird zusammen mit der Haftpflichtprämie vom Versicherer eingehoben und richtet sich daher auch nach deren Zahlungsweise. Oft bieten Versicherer an, die Prämie monatlich vom Konto abzubuchen und auf den üblichen Zuschlag (6%) zu verzichten. Die motorbezogene Versicherungssteuer wird dann aber auch monatlich verrechnet, was im Vergleich zur Jahressteuer einen Zuschlag von 10% bedeutet. Daher gilt auch in Bezug auf die Steuer: Vorher gut überlegen, welche Variante man persönlich bevorzugt.