Carsharing in Österreich

Nutzen statt besitzen - Die gemeinsame Nutzung und das Teilen von Fahrzeugen gewinnt zunehmend an Bedeutung

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Unter Carsharing (englisch für  „Autoteilen“ oder „Gemeinschaftsauto“) versteht man die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Automobile. Die verschiedenen Modelle, die dazu dienen, Kosten zu sparen oder zu teilen, bereichern das Mobilitätsangebot in Österreich und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Carsharing wird entweder privat organisiert oder gewerblich von darauf spezialisierten Unternehmen angeboten.

Doch was ist Carsharing genau? Welche Angebote gibt es und was muss man als Nutzer beachten?

Kommerzielles Carsharing

Bei kommerziellen Carsharing-Angeboten können zwei Typen unterschieden werden:
  • das Fahrzeug muss an festgelegten Standorten abgeholt und zu diesen zurückgebracht werden (stellplatzgebundene Systeme),
  • das Fahrzeug kann innerhalb einer definierten Zone abgeholt und beliebig abgestellt bzw. zurückgegeben werden (flexible on-demand Systeme). Der Standort und die Verfügbarkeit des Fahrzeugs kann bei flexiblen Systemen über das Internet oder über Apps ermittelt werden.
Kosten

Fixe Gebühren:
  • Registrierungs- bzw. Mitgliedsgebühren sowie gelegentlich Servicekosten bei Buchungsplattformen

Nutzungsgebühr:

  • Bei stellplatzgebundenen Systemen zumeist die Summe der Zeitkosten (in Stunden) sowie ein fahrleistungsbezogener Kilometersatz.
  • Bei flexiblen Systemen wird die Nutzung des Autos per Minute verrechnet (Minutensatz).
  • Parktarif bei manchen Anbietern: wenn das Auto geparkt wird, wird ein günstigerer Minutentarif verrechnet.

Für das gewerbliche Carsharing haben die ÖAMTC-Juristen in einer Checkliste Tipps zusammengestellt, die darüber informieren, auf welche Punkte Sie bei den Angeboten besonders achten müssen!

Privates Carsharing

Private Carsharing-Angebote werden nach gemeinschafts- und plattformbasierten Angeboten unterschieden.

  • Bei gemeinschaftlich organisiertem Carsharing teilt sich eine Gruppe von Personen ein Fahrzeug
  • Bei plattformbezogenen Angeboten werden Personen, die ihr Fahrzeug zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung stellen und solche, die ein Fahrzeug suchen, über Online-Plattformen zueinander vermittelt.
Carsharing im engeren Sinn: Das Fahrzeug gehört mehreren Personen

Üblicherweise steht eine Sache im Eigentum einer Person (Alleineigentum). Sind mehrere Personen - nach Bruchteilen bzw. Quoten  - Eigentümer derselben Sache, liegt Miteigentum vor. Miteigentum (z.B. an einem Fahrzeug oder einer anderen Sache wie z.B. Anhänger oder Parkplatz) kann u.a. durch Vertrag entstehen. Die Rechte und Pflichten der Miteigentümer bestimmen sich nach dem Verhältnis der Anteile.

Der ÖAMTC empfiehlt Privatpersonen, die an einem Fahrzeug oder einer anderen Sache ein Miteigentum begründen wollen, einen Vertrag zur gemeinsamen Anschaffung und Nutzung zu erstellen. Wichtig ist, dass alle Vertragspartner einen von allen unterschriebenen Car-Sharing-Vertrag ausgehändigt bekommen.

Für das gemeinschaftlich organisierte Carsharing, bei dem eine Sache von mehreren Personen gemeinsam angeschafft und genutzt wird, haben die ÖAMTC-Juristen in einer Checkliste Tipps zusammengestellt, die darüber informieren, auf welche Punkte besonders zu achten ist!

Das Verleihen von Fahrzeugen

Häufig verleihen Privatpersonen ihr Fahrzeug oder andere Sachen wie z.B. einen Anhänger fallweise. Dies geschieht einfach „per Handschlag" ohne schriftliche Vereinbarung. Allgemeine Geschäftsbedingungen werden - im Gegensatz zur gewerblichen Automiete - in der Regel nicht verwendet.   

Leihe ist - rechtlich gesehen - die unentgeltliche Überlassung zum Gebrauch einer Sache auf bestimmte Zeit. Der Leihvertrag ist ein sogenannter Realvertrag, d.h. der Vertrag kommt mit der physischen Übergabe (z.B. des Fahrzeugs bzw. der Fahrzeugschlüssel und des Zulassungsscheins) zustande. Ein Vertrag muss nicht geschlossen werden.

Die ÖAMTC-Juristen empfehlen dennoch eine schriftliche Vereinbarung mit beiderseitiger Unterschrift, um späteren Missverständnissen und Streitigkeiten vorzubeugen. Von der Miete unterscheidet sich die Leihe durch die Unentgeltlichkeit. Ein so niedriges Entgelt für das Leihen eines Fahrzeuges, dass es gegenüber dem Wert der Benützung praktisch nicht ins Gewicht fällt bzw. ein Anerkennungszins, schadet der Unentgeltlichkeit nicht. Darüber hinaus muss der Verleiher an gewerberechtliche oder steuerrechtliche Konsequenzen denken: Um nicht in Gewinnerzielungsabsicht zu handeln und somit Gewerbsmäßigkeit unterstellt zu bekommen, dürfen nur solche Kosten vereinbart werden, die die tatsächlich anfallenden Unkosten über die Leihdauer höchstens decken.

Zur Entleihung eines Fahrzeuges oder einer anderen Sache von Privatpersonen haben die ÖAMTC-Juristen eine Checkliste erstellt.

Mietwagen

Eine Alternative zum Carsharing stellt nach wie vor der klassische Mietwagen dar, welcher tageweise gemietet werden kann. Für ÖAMTC Clubmitglieder gibt es im Rahmen unserer Vorteilspartner vergünstigte Mietkonditionen.

Die ÖAMTC-Touristik hat in Kooperation mit den Clubjuristen Tipps zum Thema Mietauto und zwei übersichtliche Mietwagen-Checklisten erstellt.

Anbieter in Österreich

Kommerzielle Carsharing-Angebote

www.drive-now.com mit 400 Fahrzeugen in Wien
www.zipcar.at österreichweit in 17 Städten und 19 Bahnhöfen
www.car2go.at in Wien

www.flinkster.at ;in Wien, Graz und Salzburg
www.fahre-emil.at in Salzburg
www.futuredriving.at E-Auto Vermietung in Pfaffendorf
www.blitzzcar.at mit Blitzzcall Bring-& Holerservice

Private Carsharing-Angebote

www.caruso.mobi
www.carsharing247.com