Andere Länder, andere Sitten

Wo schneller Abschied erwünscht und Bikini unerwünscht ist – Geldstrafen möglich

© iStockphoto
© iStockphoto
Wer auf Reisen geht, sollte sich über die jeweiligen Religionen, Traditionen und Gepflogenheiten der Urlaubsdestination informieren. Denn ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln wird in einigen Ländern nicht nur missbilligt, sondern kann sogar strafrechtlich verfolgt werden. In Thailand beispielsweise drohen Geldstrafen bis hin zu Gefängnisaufenthalten, wenn man sich auf Buddha-Statuen setzt oder stellt. Es gilt, sich über wichtige kulturelle Unterschiede hinsichtlich Begrüßung, Kleidung, Restaurantbesuch oder Fotografieren zu informieren – damit man Fettnäpfchen im Urlaub vermeidet.

Begrüßung eher distanziert – bei Körper- bzw. Augenkontakt ist weniger mehr

Anders als in Österreich gibt man sich in Großbritannien zur Begrüßung selten die Hand. Die Frage "How are you?" ist hier Teil des Begrüßungsrituals – ebenso eine Floskel wie "Fine, thanks" als Antwort. In China, Japan und weiten Teilen Südostasiens begrüßt man sich mit einer kleinen Verbeugung - ohne direkten Augenkontakt. Ein tiefer Blick in die Augen des Gegenübers kann schnell als taktlos empfunden werden. Auch ein Schulterklopfen ist in den meisten fernöstlichen Ländern verpönt.

Kleidung eher verdeckend – zu viel nackte Haut kann bestraft werden

Hinsichtlich der Bekleidung hat jedes Land seine eigenen, mitunter strengen Vorschriften. In Barcelona beispielsweise verleitet der Stadtstrand viele Touristen zum Flanieren durch die Altstadt in Badebekleidung. Dies ist jedoch verboten und kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Auch in Mallorca sind Touristen, die in Badehose oder Bikini durch die Hauptstadt Palma spazieren, nicht erwünscht.
Kurze Shirts oder Röcke, die viel nackte Haut offenbaren, werden in vielen Ländern des Nahen Ostens als Zeichen der Respektlosigkeit gedeutet. Bedeckte Schultern und knielange Bekleidung sind hier empfehlenswert. Ein Tabu ist in solchen Ländern das Sonnenbad "oben ohne". Nicht nur in muslimischen, auch in streng katholischen Ländern sollten Urlauber nicht zu freizügig sein. So ist "oben ohne" in der Dominikanischen Republik sowie in vielen anderen Ländern Mittel- und Lateinamerikas nicht gern gesehen - mit Ausnahme der meisten hoteleigenen Strände.

Restaurantbesuch – Pasta lieber im Ganzen, Zahlen schnell und bargeldlos

Will man es sich mit den Italienern nicht verscherzen, hält man sich an die dort gültigen Tischmanieren: In Italien ist es verpönt, die Spaghetti klein zu schneiden - es gilt als Kleinkindmanier. Vermeiden sollte man ebenfalls, den Löffel zu Hilfe zu nehmen. Italiener essen Spaghetti nur mit einer Gabel. Bleibt man in einem Restaurant in den USA nach dem Essen noch lange sitzen, macht man sich damit eher unbeliebt – es ist unüblich und gilt als unhöflich. Bezahlt wird in Amerika für gewöhnlich nur mit Kreditkarte. Wer bar bezahlt, könnte in den Verdacht geraten, nicht kreditwürdig zu sein. Während in vielen Ländern großer Wert auf gepflegte Tischmanieren gelegt wird, ist z.B. in China das Rülpsen und Schmatzen bei Tisch ein Zeichen dafür, dass das Gericht besonders gut schmeckt. Ein absolutes Tabu in China, Japan und Indien ist es, sich bei Tisch die Nase zu putzen.

Fotografieren – Rücksicht auf religiöses Brauchtum nehmen

In muslimischen Ländern ist das Ablichten von Flughäfen, Bahnhöfen, Polizeistationen, Uniformierten und militärischen Anlagen streng verboten. Auch bei Kirchen, Moscheen oder Tempeln sollte man vorsichtig sein - fotografieren ist häufig untersagt. In Sri Lanka ist es verboten, sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue fotografieren zu lassen. Begegnet man in einem Land mit hinduistischem Glauben einer Gruppe weiß gekleideter Menschen, handelt es sich vermutlich um eine Trauergesellschaft. Diese sollte selbstverständlich nicht fotografiert werden.