Achtung! Mietauto-Fallen

Vorsicht bei Übernahme und Rückgabe des Mietautos

Tipps, um Kostenfallen zu vermeiden, und Checklisten zum Downloaden.

© ÖAMTC
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Immer wieder gehen Urlauber Betrügern auf den Leim. Die ÖAMTC-Juristen und Touristiker raten zu einer gesunden Portion Skepsis sowohl bei der Übernahme als auch bei Rückgabe des Mietwagens. Hat man den Schlüssel für den Wagen erhalten, gibt man ihn am besten nicht mehr aus der Hand.

Tipps und Mietwagen-Checklisten

Die ÖAMTC-Touristik gibt in Kooperation mit den Clubjuristen Tipps für Mietwagenfahrer, um Kostenfallen zu vermeiden, und hat weiters zwei übersichtliche Mietwagen-Checklisten erstellt: eine Checkliste für die Mietwagenbuchung und eine Checkliste für die Fahrzeugübernahme.

Rundgang ums Auto

Grundsätzlich sollte jeder Mieter vor Fahrtantritt durch einen Rundgang ums Auto den technischen Zustand des Fahrzeugs selbst überprüfen. Vor allem auf abgefahrene Reifen, mangelhafte Bremsen, Licht, Blech- oder Lackschäden ist zu achten. Selbst geringfügige Kratzer und kleinere Mängel sollte man sich vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen. Bestenfalls macht man auch gleich Fotos zur Dokumentation. 

Tankregelung

In der Regel bekommt man den Mietwagen vollgetankt zur Verfügung gestellt, dennoch sollte man unbedingt die Tankregelung im Vorfeld abklären. Ist im Vertrag eine Übergabe und Rückgabe mit vollem Tank vereinbart, unbedingt sofort reklamieren, wenn die Tankanzeige nicht stimmt. Bietet der Vermieter als "Sonderservice" an, das Fahrzeug selbst wieder aufzutanken, muss man in der Regel mit höheren Kosten rechnen, als wenn man selbst zur Tankstelle fährt. Außerdem kann man die verrechnete Menge nicht kontrollieren.

Schriftlicher, verständlicher Vertrag

Den Mietvertrag sollte man sich unbedingt in einer verständlichen Sprache schriftlich geben lassen, durchlesen und bei Unklarheiten nachfragen. Alle Zusagen im Vertrag schriftlich festhalten.

Dokumente

Auto mieten ist meistens ohne Kreditkarte nicht möglich. Im Vorfeld erkundigen, welche Dokumente (Führerschein, Personalausweis) außerdem benötigt werden.

Altersgrenzen

Altersbeschränkungen beachten. Manche Autovermieter fordern ein Mindestalter zwischen 21 und 25 Jahren, andere legen ein Höchstalter fest. In Spanien liegt das durchschnittlich bei 79 Jahren. Wer die Altersgrenzen nicht erfüllt, zahlt extra oder bekommt gar kein Auto. Vorausgesetzt wird auch, dass man mindestens ein Jahr im Besitz eines Führerscheins sein muss.

Wer darf lenken?

Wichtig ist auch vorab zu klären, wer mit dem Auto fahren darf: Scheint nur ein Fahrzeuglenker im Mietvertrag auf, besteht auch nur für diese eine Person Versicherungsschutz. Zusatzgebühren für weitere Lenker wären eigentlich in Europa unnötig und stellen ein "Körberlgeld" für Mietwagenfirmen dar.

Versicherungsschutz prüfen

Besteht nur eine Haftpflicht- oder auch eine Vollkaskoversicherung?
Bei der Haftpflichtversicherung sollten Sie darauf achten, wie hoch die Deckungssumme ist, d. h. der Höchstbetrag, den die Versicherung für von Ihnen verursachte Schäden bezahlt. Reicht diese Summe nicht, haften Sie mit dem Privatvermögen. Der ÖAMTC empfiehlt, einen Mietwagen nur dann anzumieten, wenn für diesen eine Haftpflichtdeckungssumme von mind. zwei Millionen Euro oder mehr besteht. Tipp: In der ÖAMTC Kfz-Haftpflichtversicherung* ist eine kostenlose Auslands-Mietwagen-Lenkerhaftpflicht (in Europa, max. 31 Tage) bis 7 Millionen Euro inkludiert.

Deckungsumfang und Selbstbehalt
Gerade wenn man mit einem unbekannten Auto in einem fremden Land unterwegs ist, ist ein Kaskoversicherungsschutz wichtig. Eine Vollkaskoversicherung mit einem ähnlichen Deckungsumfang wie in Österreich ist leider nicht überall selbstverständlich. Mieter sollten unbedingt Details hinsichtlich Deckung und Selbstbehalt erfragen, weil die Vermieter oft für Laien unverständliche Kürzel wie CDW (Collision Damage Waiver) verwenden und gerade bei der Höhe des Selbstbehalts enorm sind. Außerdem wird oft der Selbstbehalt sofort fällig, auch wenn der Mieter schwört, den Schaden habe sein Unfallgegner verschuldet! Den vorweg abgezogenen Selbstbehalt erhält der Mieter oft erst nach vielen Monaten langen Wartens - nach Zahlung durch die gegnerische Haftpflichtversicherung - zurückgezahlt. Wer den Selbstbehalt reduzieren oder sogar ganz ausschließen möchte, muss im Urlaubsland mit fürstlichen Prämienzuschlägen rechnen - ein einträgliches Geschäft für viele Mietwagenfirmen. Eine Kaskoversicherung ohne Selbstbehalt ist z.B. dann inkludiert, wenn man schon im Heimatland bei einem Vermittler (z.B. www.holidayautos.at) bucht.

* Versicherungsagent:
ÖAMTC Betriebe Ges.m.b.H., Reg.Zl. 002477F01/08
Versicherer: SK Versicherung AG

Mitführpflichten

Zu beachten sind auch etwaige gesetzliche Mitführpflichten - die auch für Mietautos gelten. Die Warnweste und zwei Pannendreiecke sind in Spanien zwar Pflicht, stehen aber nicht automatisch bei allen Mietwagen-Vermietern zur Verfügung. Über die jeweiligen Mitführbestimmungen im Land - z.B. für Autoapotheken - kann man sich jedenfalls in der ÖAMTC Länder-Info informieren.

Bei Panne, Unfall, Diebstahl

Unbedingt nachfragen, was im Falle einer Panne, bei Unfall oder Diebstahl zu tun ist. Sicherheitshalber immer die Polizei verständigen und einen Unfallbericht anfertigen. Apropos Unfallbericht: Von zuhause aus einen Europäischen Unfallbericht beim ÖAMTC besorgen oder auf der ÖAMTC-Homepage runterladen, ist ratsam. Die länderspezifischen ÖAMTC Reiseinformationen beinhalten auch eine Übersetzungshilfe der Europäischen Unfallberichte in die jeweilige Landessprache.

Versteckte Kosten und Fallen im "Kleingedruckten"

  • Bearbeitungsgebühren und Kilometerbegrenzung sind unüblich.
  • Im Mietpreis sollten Mehrwertsteuer und unübersichtliche Sondersteuern bereits enthalten sein - am besten schriftlich bestätigen lassen.
  • Reinigungskosten können extra anfallen, sollten aber inklusive sein.
  • Viele Mietwagenfirmen buchen Geldstrafen für Verkehrsdelikte und nicht bezahlte Parkgebühren ohne Rücksprache von der Kreditkarte des Mieters ab und schlagen noch eine eigene Verwaltungsgebühr dazu.
  • In Ländern, wie beispielsweise Italien, kann außerdem auch eine Straßennutzungsgebühr zusätzlich zur Maut berechnet werden.
  • Keine unnötigen Versicherungen aufschwatzen lassen. Durch ein harmloses Ankreuzen einer unverständlichen Abkürzung zahlt man horrende Summen für sinnlosen Versicherungsschutz, wie zusätzliche Insassen- oder Gepäckversicherungen.
  • Service- und Tankgebühren sind üblich, sofern die Tankregelung nicht eingehalten wird.
  • Extra-Kosten für Zubehör wie Kindersitz sind üblich.

Abschließender Tipp des ÖAMTC

Die Billigtarife kleiner, unbekannter Mietwagenfirmen im Urlaubsland sind zumeist mit einschränkenden Konditionen verbunden - seien es die Freikilometer oder minimierte Versicherungsleistungen. Außerdem stellt sich die Frage nach der Fahrzeugsicherheit. Es kann auch passieren, dass der Vertrag nur in der Landessprache gehalten ist. Hat man als Kunde das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden oder wirkt der Anbieter nicht seriös, sollte man am besten gleich die Finger davon lassen.

So hilft der ÖAMTC im Notfall

Sollte es vor Ort Probleme geben, sind die ÖAMTC-Juristen im Notfall unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 120 00 auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar. Eine Rechtsschutzversicherung erleichtert im Streitfall die Rechtsdurchsetzung.

Geld sparen und Vorteilspartner nützen

Achten Sie auch auf Sonderaktionen und nützen Sie als ÖAMTC-Mitglied die Ermäßigungen von Mietwagen-Anbietern über die ÖAMTC-Vorteilspartner.