Bereits in den vergangenen Jahren wurden eine Reihe von Einzelmaßnahmen gesetzt, um Bahnübergänge sicherer zu machen. So wurden in einigen Bundesländern neue Markierungen angebracht und die Erkennbarkeit von Lichtsignalanlagen optimiert. Die Unfalltendenz zeigt aber, dass die Problematik noch lange nicht entschärft ist.
Rotes LichtDie Hauptverantwortung für das sichere Überqueren der Geleise tragen aber immer die Straßenbenützer. Jeder, der sich einem Bahnübergang nähert, muss sorgfältig nach einem herannahenden Schienenfahrzeug Ausschau halten. Sieht man aber im Bereich der Eisenbahnkreuzung ein rotes Lichtzeichen, so bedeutet das auf jeden Fall Halt, egal, ob man einen Zug erkennen kann oder nicht. Hier weiter zu fahren, bedeutet Lebensgefahr.
SchrankenanlagenDoch auch an Schrankenanlagen gelten besondere Regeln: Öffnet sich ein Schranken, gilt Halt bis er vollständig geöffnet ist.
Strenge Strafen
Verstöße gegen die Bestimmungen zum Verhalten an Eisenbahnkreuzungen werden mit Strafen bis zu 726 Euro bestraft. Das Befahren einer Eisenbahnkreuzung trotz einer Verkehrsstockung, das Missachten des Rotlichtes oder das Umfahren eines Schrankens bringt außerdem eine Vormerkung im Führerscheinregister.
Besondere Vorsicht bei Übergängen ohne Lichtzeichen oder ohne Schranken
Besonders vorsichtig müssen Kraftfahrzeuglenker, Fußgänger und Radfahrer bei Übergängen ohne Lichtzeichen oder Schranken sein - speziell wenn die Sicht durch Gebäude, Felsen, Pflanzen oder Nebel beeinträchtigt ist. Sieht man nicht den gesamten Verlauf der Bahnstrecke vor der Eisenbahnkreuzung, etwa weil die Bahntrasse einer Kurve folgt oder die Sicht durch ein Hindernis eingeschränkt ist, muss man das Fenster öffnen und die Ohren spitzen. Wichtig ist Geduld zu haben. Oft ist es notwendig, mehrere Sekunden auf ein Warnsignal zu warten, denn der Zug pfeift nicht ständig. Die Schalldämmung bei Autos ist heutzutage so gut, dass man neben einem Gespräch oder Telefonat oder zu lautem Radio das Pfeifsignal des Zugs nicht oder erst zu spät wahrnimmt.
Routinestrecken bergen besonderes Risiko, bei Gefahrenstellen werden viele unvorsichtig
Jährlich ist zirka jeder 30. Verkehrstote in Österreich auf einer Eisenbahnkreuzung zu beklagen. Bahnübergänge auf gewohnten Strecken bergen ein besonderes Risiko, weil individuell gemachte Erfahrungen zu einer verzerrten Risikoeinschätzung führen können. Ein Beispiel: Ein Autofahrer überquert regelmäßig einen Bahnübergang und ist gewohnt, dass ein Zug nur selten oder zu bestimmten Zeiten auf der Strecke fährt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Schienenfahrzeug nähert, wird daher in Zukunft als eher als gering eingeschätzt bzw. Züge außer Plan werden zunehmend nicht bedacht. Die Gefahr ist groß, bei einer offensichtlichen Gefahrenstelle unvorsichtig und leichtsinnig zu werden.