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VERKEHR

Gegen Erhöhung der Parkgebühren in Wien

Club sieht keine Verbesserung des Parkplatz-Angebots

Empört machen zahlreiche Kraftfahrer ihrem Ärger über die Verteuerungen und Erweiterungen der Kurzparkzonenbestimmungen in Wien Luft. "Gerade in den vergangenen Wochen wird fast jeden Tag eine neue Belastung erfunden. Die Autofahrer sind mit Recht zunehmend frustriert", erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Parkplatzsucher, die auf ihr Auto angewiesen sind, fühlen sich abgezockt." Nicht nur die saftige Gebührenerhöhung, sondern auch die Ausdehnung der Kurzparkzeiten in die späten Abendstunden bis 22.00 Uhr erregt die Gemüter der Clubmitglieder: Durch die Verteuerung wird es - so der Tenor - nicht mehr Parkplätze geben, denn die Lokalbesucher werden sich durch die Parkgebühren nicht vertreiben lassen.

Kritik an Zeitpunkt

Die Erhöhung kommt außerdem zu einem völlig falschen Zeitpunkt: "Kaum werden die Autofahrer durch die unerwartet starke Erhöhung der Mineralölsteuer (MöSt) kräftig zur Kasse gebeten, soll nun auch das Parken empfindlich verteuert werden. Dabei liegen derzeit nicht einmal noch die Ergebnisse des Pilotversuches Stadthalle vor", kritisiert der Club-Experte.

Konstruktive Lösungen statt überzogenem Abkassieren

  • Der ÖAMTC forderte immer eine Befragung aller Wiener Bürger ein, ob eine zeitliche Ausdehnung der Kurzparkzonen gewünscht wird statt einer Husch-Pfusch-Aktion und einem "Drüberfahren" über die Bürgerinnen und Bürger. Die Erhöhung der Parkgebühren ist im geplanten Ausmaß drastisch überzogen. Schon jetzt nimmt die Stadt Millionen Euro aus Parkscheinen, Parkpickerln und Strafen ein.

  • Die Gebühren- und Strafeinnahmen sollen gezielt und vermehrt für die Förderung des Baus und Betriebes von Garagen eingesetzt werden, damit diese für die Konsumenten deutlich billiger werden. Verglichen mit vielen anderen europäischen Städten hat Wien sehr hohe Garagentarife. So geht beispielsweise aus der jährlichen Garagentarif-Erhebung der ÖAMTC-Informationszentrale hervor, dass die Dauerparktarife der Parkgaragen in den Kurzparkzonen-Bezirken durchschnittlich jährlich um 7 Prozent steigen. Mit Einführung der "Kurzparkzone Stadthalle" im Jahr 2005 sind die Preise einzelner Parkhäuser der Umgebung sogar um bis zu 75 Prozent erhöht worden.

  • Der ÖAMTC verlangt, dass die Kurzparkzonen besser als bisher beschildert werden. Unzählige Lenker aus den Außenbezirken und anderen Bundesländern sind seit Einführung der flächendeckenden Bezirkszonen in die "Parkfalle“ getappt.

  • Weiters fordert der Club, dass innerhalb der gebührenpflichtigen Zonen Parkschein-Automaten aufgestellt werden - etwa bei den Magistratischen Bezirksämtern. Autofahrer müssen bis 22 Uhr Parkscheine ausfüllen, also müssen selbige auch bis 22 Uhr zu kaufen sein.

  • Aus Umweltschutzgründen sollten nach Ansicht der ÖAMTC-Experten, für das Abstellen von Fahrzeugen mit Elektro- oder Hybridantrieb keine oder nur geringere Parkgebühren verlangt werden.

  • Als geradezu zynisches Signal bewertet der Autofahrerclub die Erhöhung der Tarife für den Öffentlichen Verkehr. "Damit werden Autofahrer sicherlich nicht zum Umstieg motiviert."