AUTO & 2RAD

ÖAMTC Crashtest von Autozubehör

Was geschieht mit Handy, Navigationsgeräten und Hunden bei Unfällen?

Der ÖAMTC hat gemeinsam mit dem ADAC untersucht, welche Gefahren von verschiedenem Zubehör, das ohne Werkzeug nachgerüstet werden kann, bei einem Unfall ausgehen. Wir wollten auch zeigen, dass Tiere ebenfalls gesichert werden müssen, nicht nur weil es auch schützenswerte Wesen sind, sondern weil auch Gefahr für andere Insassen bei einem Unfall besteht.

Der Heckaufprall

Dieser Versuch sollte zeigen, ob Handyhalter oder Nachrüstnavigationssysteme auch einem Aufprall von hinten standhalten. Das System mit spezieller Saugnapfhalterung verkraftete den Aufprall problemlos, der Universalhalter konnte den PDA aber nicht am Davonfliegen hindern. Für den Zubehörkleiderbügel war der Crash keine Herausforderung. Der DVD-Player bewegte sich zwar von seiner ursprünglichen Position, wird aber durch die elastischen Bänder wieder etwa an dieselbe Stelle gezogen ohne Verletzungsgefahr für Insassen.

Der ungesicherte Hund im Auto

Viele Hundeliebhaber wollen es ihrem Tier nicht zumuten, einen speziellen Gurt zu tragen oder unterschätzen einfach die Gefahr, die auch schon von mittelgroßen Tieren ausgehen kann, wenn es zu einem Aufprall kommt. Die Hundeatrappe in unserem Test wog etwa 15kg und wurde durch die Energie des Aufpralls bis auf die vordere Mittelkonsole geschleudert. Die Kräfte, die hier frei wurden, haben den Fahrersitz verformt und würden in Wirklichkeit schwere Verletzungen für den Hund bedeuten. Aus diesem Grund den Hund mit speziellen Gurten sichern oder besser noch bei Kombis und Vans den Hund in einem geeigneten Transportbehälter im hinteren Teil des Fahrzeugs befördern.

Frontalunfall mit vollbesetztem Auto

Eine Familie auf Reisen ist mit Navigationssystem, DVD-Player, Freisprecheinrichtung und sogar Feuerlöscher eigentlich vorbildlich unterwegs. Uns interessierte: Was passiert bei einem Crash? Der Kleiderbügel stellte noch immer kein Problem dar, dafür konnte der DVD-Player den Kräften nicht mehr standhalten, rutschte über die Kopfstütze und stellte bei der Retourbeschleunigung des Beifahrerkopfes ein doch erhebliches Verletzungsrisiko dar. Der DVD-Player selbst hat die Prozedur auch nicht unbeschadet überstanden. Der 2kg-Feuerlöscher hat seine Position nicht verändert und ist auch nach dem Unfall voll funktionstüchtig. Der Bioversallöscher funktionierte auch nach dem Crash noch, wurde aber aus der Halterung geschleudert. Ein Schaden ging aber auch vom kleineren Löscher nicht aus. Die massive Handyhalterung auf der Beifahrerseite stellt ein Verletzungsrisiko für das linke Bein des Beifahrers dar. In Wirklichkeit hätte es hier böse Schnitt- und Rissverletzungen geben können. Auch der Halter des Handys war nach dem Crash stark verformt.

Der Beifahrerairbag und Zubehör

Zubehörgeräte sollten nicht in der Nähe der Austrittsöffnung des Beifahrerairbags montiert werden. Der Versuch zeigte, dass jedes Objekt vor dem Airbag weggeschleudert wird, denn der Airbag erzeugt hohe Kräfte, bis er sich einmal zu seiner vollen Größe entfaltet hat. Zubehör sollte daher eher in Fahrernähe, oder im unteren Bereich des Armaturenbretts montiert werden.