AUTO
Nur vier Pneus bestehen mit Bestnote
Nur vier Reifen erhielten im strengen Prüfverfahren die Bestnote "sehr empfehlenswert", beachtliche 20 allerdings
ein "empfehlenswert". Acht der getesteten Sommerpneus sind nur "bedingt empfehlenswert", einer "nicht
empfehlenswert". Für die Notenvergabe waren Fahrverhalten auf nasser und trockener Fahrbahn, Außengeräusche,
Rollwiderstand (Spritverbrauch) und Verschleiß entscheidend. Die Auswertung des ÖAMTC-Tests wurde speziell auf die Straßen in
Österreich abgestimmt, daher kann es durchaus sein, dass gleiche Produkte in anderen Testberichten milder beurteilt
werden.
Vredestein Ultrac verspielt Testsieg knapp
In der größeren Dimension (225/45 R 17 W,Y bis 300 km/h) heißen die Sieger Bridgestone und Pirelli. "Der
neue Michelin Pilot Sport2 und der BFGoodrich G-Force Profiler halten, wie auch der Semperit Direction Sport,
zwar merkbar länger, bei Nässe hingegen könnten sie noch besser sein. Daher gibt es auch keine Bestnote.
Der Vredestein Ultrac ist ein Sieger bei Nässe, hat aber seine Leistung bei trockenen Verhältnissen ein
wenig dem Design geopfert. So verspielt er nur knapp einen Spitzenplatz. Ausgewogen ist der neue Conti
Sport-Contact 3. Zu den Spritsparern zählen eindeutig die Neuen von Conti und Michelin. "Der Nokian kommt bei
Nässe nicht mit, allerdings hatten auch andere mit Hochwasser zu kämpfen", urteilten die ÖAMTC-Reifenexperten.
BFGoodrich Profiler 2 ging "baden"
Auch in der zivileren Reifenbreite (185/60 R 14 H bis 210 km/h) setzten sich Pirelli und Bridgestone durch. Ganz dicht
dran sind nur Goodyear und Dunlop. Vredestein, Maloya, Semperit, Kleber und vor allem BFGoodrich sind haltbarer, opfern
der längeren Laufleistung aber einen Spitzenplatz in der Nässe-Disziplin. Michelin hat für den Typ Energy eine neue
Gummimischung angerührt, sie soll auch Kleber und BFGoodrich aus dem gleichen Konzern nach vorne bringen. Das
geschah allerdings zu spät, um den Beweis in unserem Reifentest anzutreten. Sie sind daher auch nicht in der Wertung.
Hart aber gerecht – Die strengen Testkriterien des ÖAMTC
Der ÖAMTC ist der österreichische Vertreter im Eurotestpool, zu dem neben den führenden Automobilclubs auch
die europäischen Konsumentenverbände gehören. Die Tests finden weltweit bei praxisnahen Bedingungen statt, um
das Reifenverhalten bei unterschiedlichsten klimatischen Verhältnissen zu prüfen. Nur so kann der Konsument den
größten Nutzen aus den Reifentests ziehen.
Alle getesteten Reifen müssen zum Zeitpunkt der Schlussbewertung in ganz Europa bei den Händlern verfügbar sein.
Bei allen Reifen handelt es sich um Serienreifen. Neben den objektiven Messungen wird auch den subjektiven Fahreindrücken
der routinierten Tester eine große Bedeutung beigemessen. Der ÖAMTC-Test ist außerdem der einzige weltweit, bei dem
auch der Verschleiß unter die Lupe genommen wird. Ein Reifen mit guten Testwerten, der nur 10.000 Kilometer hält, schadet
der Umwelt und belastet das Geldbörsel der Autofahrer. Die Reifen von Continental, Semperit, Uniroyal und Barum haben
im aktuellen ÖAMTC-Test die niedrigsten Messwerte an möglichen Schadstoffen aus der Produktion.
Kaufempfehlung und Umrüstzeitpunkt
Pirelli und Bridgestone haben sich in beiden Reifendimensionen an die Spitze gesetzt. Erfahrungsgemäß sind Reifen
von Pirelli preiswerter als von Bridgestone. Ebenfalls sehr gut im Test abgeschnitten hat der Vredestein
Ultrac (Dimension 225/45 R 17), der besonders auf Nässe überzeugte, allerdings seine Leistung im
Trockenen dem Design opfert und deshalb einen Spitzenplatz verspielt.
"Mit dem Umrüsten auf Sommerreifen sollte man aus Witterungsgründen unbedingt bis nach Ostern warten. Aber schon
jetzt kann der "Wunschreifen" zu günstigen Preisen bestellt werden", lautet die Empfehlung der ÖAMTC-Experten.