"Drängeln, also durch aggressives Unterschreiten des Sicherheitsabstandes jemanden zum Freimachen einer Fahrspur oder zur Erhöhung seiner Fahrgeschwindigkeit zu bringen, ist ein leider sehr oft beobachtetes Verhalten", weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Jetzt ist nach solch gefährlich kurzem Abstand der Führerschein in Gefahr."
Einer von 25 Kraftfahrern fährt - statistisch gesehen - dem Vordermann bis zu einer oder maximal zwei Zehntel Sekunden auf. Das entspricht einem Abstand von nicht einmal zwei Autolängen auf der Autobahn bei Tempo 130 km/h.
Die große Masse - nach den Erfahrungswerten des Clubs sind das rund drei Viertel der Kraftfahrer - hält derzeit einen Abstand von 0,8 Sekunden oder mehr ein und ist damit sicher nicht als "Drängler" anzusehen. "0,8 Sekunden sind aber oft kein ausreichender Sicherheitsabstand. Bei einer überraschenden Vollbremsung des Vordermannes wird man nur bei voller Aufmerksamkeit ein Auffahren verhindern können", erklärt der ÖAMTC-Jurist.
"Alles unter einer Sekunde ist im Dauerbetrieb schweißtreibender Stress. Zwei Sekunden hingegen sind entspannend. Aber diese lange Strecke - bei 130 km/h immerhin über 70 Meter - wird naturgemäß von anderen Fahrzeuglenkern als Einladung empfunden, sich 'hineinzudrängen'. Über das perfekte Mittelding, nämlich 1,5 Sekunden, wurde schon viel nachgedacht", sagt Hoffer.
Der Club-Jurist hat einen praktischen Tipp zum Abstand-Messen gefunden. Wenn das Heck des vorderen Fahrzeuges eine bestimmte Stelle (etwa eine Markierung, Pflanze, Verkehrszeichen, Schatten etc.) passiert, sagt man langsam das Wort "Ö-A-M-T-C". Wenn das eigene Fahrzeug mit dem Kühler dieselbe Stelle passiert, sollte man zumindest schon das "C" sagen.