| Alternativkraftstoff Biodiesel | ||
| Nur für eine Minderheit | ||
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"Biodiesel ist kein Wunderding, aber eine Anwendung für spezifische Benutzergruppen
würde sich auf jeden Fall positiv auf die Energie- und Umweltbilanz auswirken", bringt
ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl die Diskussion rund um den umweltfreundlichen Dieseltreibstoff auf den Punkt.
Rapsmethylester, im allgemeinen besser bekannt unter der Bezeichnung Biodiesel, wird aus der
Ölpflanze Raps gewonnen. Österreich ist eines der führenden Länder in der Biodieseltechnologie
und wäre theoretisch in der Lage, bis zu 5% des heimischen Dieselbedarfs mit dem Öko-Treibstoff abzudecken.
Biodiesel ist ein nachwachsender Rohstoff, hat eine fast ausgeglichene CO2-Bilanz, ist biologisch
rasch abbaubar und nicht grundwassergefährdend. Auch die Emissionswerte sind günstiger als
beim herkömmlichen, mineralischen Dieseltreibstoff.
Allerdings hat der Ökodiesel eine um 10% geringere Energiedichte: das bedeutet weniger
Motorleistung beziehungsweise einen höheren Treibstoffverbrauch. Zahlreiche Motorenhersteller
untersagen zudem die Verwendung von unvermischtem Biodiesel wegen der mangelnden
Materialverträglichkeit. Besonders die PKW-Hersteller halten sich mit Freigaben für Biodiesel zurück.
Mehrmals schon wurde eine gesetzliche Regelung zur Beimischung von Biodiesel zum herkömmlichen
Dieseltreibstoff diskutiert. Der ÖAMTC hält eine derartige Regelung für eine ungeeignete Maßnahme.
Club-Experte Kerbl: "Die Vorteile des Öko-Kraftstoffes werden nicht voll genutzt, also keine wirklich
umweltfreundliche Lösung!" Zwar könne auf diesem Weg elegant die volle Produktionsmenge an
Rapsmethylester verteilt werden, die Vorteile wie Schwefelarmut und biologische Abbaubarkeit würden
dabei aber vernichtet. Weit sinnvoller wäre, Biodiesel unvermischt in spezifischen, eingegrenzten
Bereichen wie in der Land- und Forstwirtschaft, im Schiffsverkehr oder beim Militär einzusetzen.
Mit Biodiesel könne zum Beispiel das Bundesheer eine krisensichere Kraftstoffversorgung im
Bereich der dieselbetriebenen Fahrzeuge sicherstellen.
Im privaten Straßenverkehr spielt Rapsmethylester pur derzeit eine untergeordnete
Rolle: Viele Fahrzeuge sind nicht für den Betrieb mit purem Biodiesel ausgelegt.
Eine Ursache dafür ist nach Ansicht des ÖAMTC auch die bislang uneinheitlichen
europäischen Normungen für Biodiesel.
Als Zukunftschance sieht der ÖAMTC die Beimengung von aufbereiteten
Altspeiseölen zum herkömmlichen Diesel: Alte, bereits verwendete Speiseöle
und -fette sind Problemstoffe, eine getrennte Entsorgung gibt es derzeit nur in
einigen Gemeinden im Zuge von Pilotprojekten. Der ÖAMTC fordert daher eine
Förderung der getrennten Sammlung von Altspeiseölen und -fetten.
Folgende Personenkraftwagen wurden von den Fahrzeugherstellern für den ausschließlichen Betrieb mit Biodiesel freigegeben:
Alle Biodiesel-Tankstellen auf einen Blick |
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26.03.2002 | Copyright 2002 by ÖAMTC
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