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TESTS

Beurteilung

Die Sicherheitseinrichtungen moderner Fahrzeuge können nicht schützen, wenn schwere Ladung lose und leichtsinnig im Auto platziert wird. Wer solche Ausflüge oder größere Einkäufe plant, darf auf Spanngurte nicht vergessen. Am Besten ist, die Spanngurte immer im Auto zu belassen, da sie ja kaum Platz kosten. Einige Minuten zusätzlicher Aufwand, um die Ladung zu sichern, kann im Ernstfall Leben retten. In diesem spektakulären Test wurde ein Ausflug zu einem Grillfest simuliert, allerdings hätte ein Baumarkteinkauf oder der Besuch im Möbelhaus mit falscher Ladungssicherung die selben Auswirkungen. Übrigens: Falsche Ladungssicherung ist ein Vormerkdelikt - der Strafrahmen ist mit einer Obergrenze von 5.000 Euro unangenehm hoch.

Negatives Beladungsbeispiel Variante 1

Ausgangssituation Crash
Beschreibung
Ausgangssituation: In diesem Versuch wurde die Ladung ähnlich verstaut wie im Positivbeispiel. Die Garnitur wurde nicht verzurrt und der Beifahrer sitzt neben dem Fahrer, weshalb das Fass in Kofferraum verstaut werden muss.
Auswertung: Nach dem eigentlichen Crash, während sich die Insassen bereits wieder in der Rückwärtsbewegung befinden (dem sogenannten rebound), dringt das Fass im Flug bis vor die Vordersitze und verletzt Oberkörper und Schultern der Insassen. Der Fahrer wird dabei massiv belastet. Die Getränkekiste kippt, Flaschen fliegen umher. Das Fass kommt zwischen den Passagieren zu liegen. Die Garnitur drückt während dem Crash auf den Beifahrersitz und beschädigt die Metall-Sitzschale der Rücksitzbank stark.

Negatives Beladungsbeispiel Variante 2

Ausgangssituation Crash
Beschreibung
Ausgangssituation: Die Festzeltgarnitur wird über die flache Rückenlehne des Beifahrersitzes gelegt. In diesem Beispiel kann mit geschlossener Heckklappe gefahren werden.
Auswertung: Im Beladungsbeispiel mit geschlossener Heckklappe durchschlägt die Heurigengarnitur die Frontscheibe und das Bierfass verbiegt die Rückenlehne der Rücksitzbank. Verletzungen im Wirbelsäulenbereich des Passagiers sowie Schnittverletzungen können die Folge sein. Die Heurigengarnitur hat keinen Halt und trifft auf die Frontscheibe und durchschlägt diese. Der Getränkekasten wandert nach vorne bis zum Dach, beinahe alle Glasflaschen bersten. Eine Ecke der Getränkekiste durchschlägt die Scheibe. Beinahe alle Flaschen bersten. Eine Bank der Sitzgarnitur und der Sonnenschirm verlassen das Fahrzeug komplett und prallen später gegen die Messtechnik. Tisch und eine Bank der Garnitur verhaken sich am Getränkekasten und bleiben deshalb in der Scheibe stecken. Nachdem das Bierfass einen Teil der Rücksitzbank um fast 45° zur Seite gebogen hat, prallt die Gasflasche am Fahrersitz ab und trifft den hinteren Passagier im Bauch/Brust Bereich.

Positives Beladungsbeispiel

Ausgangssituation Crash
Beschreibung
Ausgangssituation: Das Bierfass befindet sich im Fußraum des Beifahrersitzes. Grillkohle und Grill unterhalb der Heurigengarnitur, Gasflasche und Grillbesteck im Fußraum hinter dem Beifahrersitz. Der Beifahrer muss hinter dem Fahrer Platz nehmen.
Auswertung:
Zu keinem Zeitpunkt lösen sich Gegenstände. Für die Insassen besteht keine Gefahr durch umherfliegende Gegenstände. Die verwendeten Verzurrösen verbiegen sich, bleiben jedoch funktionsfähig. Trotz leichter Vorverlagerung löst sich kein Gegenstand. Die Heurigengarnitur stützt sich am hochgeklappten Rücksitz und der einer Holzplatte ab, die beim Crash bricht. Das Bierfass rutscht in den in den vorderen Fußraum.


Aufprallgewichte bei 50 km/h-Crash

Gegenstand Statische Masse Crashgewicht
bei 50 km/h
Heurigengarnitur 45 kg 1350 kg
Bierfass selbstkühlend 10 l 25 kg 750 kg
Getränkekiste mit Glasflaschen 18 kg 540 kg
Gasflasche 6 kg 180 kg
Grill und Grillbesteck 5 kg 150 kg
Ghettoblaster 3 kg 90 kg
Sonnenschirm 3 kg 90kg

Erhöht man die Geschwindigkeit, können auch Rückhalteeinrichtungen wie die Rücksitzbank oder Verzurrösen an ihre physikalischen Grenzen stoßen, denn doppelte Geschwindigkeit bedeutet 4-fache Aufprallenergie.


Empfehlungen und Forderungen


Stellen Sie sich vor beim Sichern vor, die Gegenstände wären 50 Mal so schwer.

  • Gegenstände nie frei auf der Ladefläche stehen lassen; immer an festen Flächen wie der Rücksitzbank anstehen lassen.
  • Nutzen Sie vorhandene Zurrpunkte.
  • Deponieren Sie Spanngurte im Auto; viele Einkäufe sind spontan.
  • Achten Sie auf richtige Gewichtsverteilung; schwere Gegenstände nach unten, Gegenstände über 25 kg nach Möglichkeit nicht mehr hinter Personen platzieren.
  • Reifendrücke und Achslasten laut Bedienungsanleitung beachten.
  • Besonders schwere Gegenstände eventuell im Fußraum verstauen.
  • Oft lässt sich der Fahrzeuggurt verwenden, um Ladung zu sichern.
  • Decken Sie Getränkekisten und Körbe, die lose Teile enthalten, ab.
  • Nehmen Sie sich für die Beladung und Sicherung Zeit!

  • Zurrösen müssen ausreichend vorhanden und gekennzeichnet sein
  • Ladungssicherung als Teil der Bedienungsanleitung
  • Hinweise zu richtiger Beladung
  • Aufzeigen von Beispielen und Grenzen; Zurrösen sind nur bis zu einer bestimmten Grenze sicher.