ÖAMTC: Vor- und Nachteile verschiedener Zahlungsmittel im Urlaub

Club-Touristik rät zu Mix aus unterschiedlichen Zahlungsmitteln

Urlaub macht nicht nur Spaß, sondern kostet auch Geld. Die Frage nach dem besten Zahlungsmittel im Ausland bereitet vielen Reiselustigen Kopfzerbrechen. Bargeld, Reiseschecks, Bankomat- oder Kreditkarte – Möglichkeiten gibt es zur Genüge. "Generell sollten die ausgewählten Zahlungsmittel im Reiseland problemlos akzeptiert werden, sicher sein und möglichst keine zusätzlichen Kosten verursachen", sagt ÖAMTC-Touristiker Jan Stirnweis und rät, auf mehrere Zahlungsmittel zu setzen. Ein Reserve-Zahlungsmittel bei Diebstahl, Verlust oder technischem Defekt kann verhindern, dass man plötzlich „blank“ dasteht.
Ein kleines "Starkapital" sollte man in bar dabei haben, zum Beispiel für die Bezahlung von Snacks oder Taxikosten nach der Ankunft. Prinzipiell rät der Club jedoch zu bargeldloser Zahlung. "Diese Variante bietet wesentlich mehr Nachvollziehbarkeit und Sicherheit im Falle von Verlust oder Diebstahl", erklärt der ÖAMTC-Experte.
* Bargeld birgt das größte Sicherheitsrisiko. Gestohlenes Geld bleibt so gut wie immer verschwunden. Ein Vorteil von Bargeld ist jedoch, dass Münzen und Banknoten überall akzeptiert werden. "Führt die Reise in ein Land außerhalb der Euro-Zone, ist Vorsicht beim Geldwechseln geboten", warnt der Clubexperte. Es empfiehlt sich, den Wechsel noch in Österreich vorzunehmen. Hier kann man die Wechselkurse leichter vergleichen und sich besser über die Spesen verschiedener Banken informieren. Beim "Rückwechsel" nach dem Urlaub entstehen meist erneut Kosten. Münzen werden häufig gar nicht zurückgenommen. "Ausgaben sollten deshalb vorab zumindest grob geplant werden", rät Stirnweis.
* Bankomatkarten bieten hohe Sicherheit durch beschränkte Haftung bei Verlust oder Diebstahl. Dieser Schutz wird allerdings nur wirksam, wenn die Karte im Verlustfall rechtzeitig gesperrt wird. Außerhalb des Euro-Raumes fallen bei Zahlungen oder Bargeld-Behebungen Transaktionsspesen an. "Ein Mix aus Bargeld und Bankomatkarte ist für Pauschalreisen innerhalb des Euro-Raumes eine gute Wahl", so der ÖAMTC-Touristiker.
* Auch Kreditkarten bieten hohe Sicherheit durch beschränkte Haftung. Für Mietwagen-Urlauber ist eine Kreditkarte Voraussetzung, um ein Fahrzeug anmieten zu können. Prinzipiell sollte bei Fernreisen und Kreuzfahrten immer eine Kreditkarte mit ins Gepäck. Die Bankomatkarte wird nämlich nicht überall akzeptiert. "Aber auch Kreditkarten werden nicht überall angenommen. Beispielsweise kann man in Kuba nicht mit amerikanischen Kreditkarten wie American Express oder Diners Club bezahlen", weiß der ÖAMTC-Reiseexperte. Bei Kreditkartenzahlungen außerhalb der Euro-Zone fällt eine Manipulationsgebühr an. Einkäufe und Bargeldbehebungen werden bei der nächsten Monatsrechnung abgerechnet. "Aufgrund von Wechselkursschwankungen kann es bei den Abrechnungen zu unangenehmen Überraschungen kommen. Die Umrechnung erfolgt nämlich zum Referenzkurs des Abrechnungstages", erklärt Stirnweis. Wer mit Kreditkarte am Bankomat Bargeld beheben will, muss vor dem Urlaubsantritt den PIN Code für die Karte bei seinem Kreditkartenunternehmen anfordern. Wird mit der Kreditkarte Bargeld abgehoben, ist mit Provisionen und Mindestspesen zu rechnen.
* Prepaid-Karten werden mit einem Guthaben aufgeladen, das bei allen gekennzeichneten Akzeptanzstellen eingelöst werden kann. Ein eigenes Konto ist dafür nicht nötig. "Das Reisebudget kann damit vor dem Urlaub genau festgelegt werden. Diese Karten sind deshalb besonders für Jugendliche geeignet", so der ÖAMTC-Experte. Bei Verlust ist eine Kartensperre möglich. Nachteil dieser Zahlungsart ist, dass man sowohl bei der Aufladung als auch bei Zahlungen und Behebungen mit Spesen rechnen muss.
* Reiseschecks sind ein sehr sicheres und unbegrenzt gültiges Zahlungsmittel, das jedoch nur noch relativ selten verwendet wird. Bei Verlust oder Diebstahl erhält man umgehend vollen Ersatz. Wichtig ist, Reiseschecks und Verkaufsbestätigung getrennt voneinander aufzubewahren, damit im Notfall die Seriennummern zur Hand sind. "Die Handhabung ist etwas komplizierter als bei anderen Zahlungsvarianten. Außerdem fallen beim Kauf Gebühren und Mindestspesen an. Reiseschecks sind auch nur in bestimmten Währungen und oft nur auf Vorbestellung erhältlich", nennt der ÖAMTC-Touristiker die Nachteile von Reiseschecks.

ÖAMTC-Tipps für bargeldloses Zahlen

* Informationen über Spesen für Bargeldbehebung und Transaktionskosten im Ausland einholen.
* Bei der Bank nach dem Bezugslimit erkundigen.
* Telefonnummern für Kartensperren notieren und zusätzlich im Handy speichern.
* Bankomat- bzw. Kreditkarte und PIN-Codes unbedingt getrennt voneinander aufbewahren.
* Darauf achten, dass man bei der PIN-Code-Eingabe nicht beobachtet wird.
* Bei Kartenverlust sofort eine Sperre veranlassen und Anzeige bei der Polizei erstatten.
* Kreditkartenabrechnungen und Kontoauszüge auch länger nach dem Urlaub kontrollieren und bei "zweifelhaften" Umsätzen sofort das Kreditkarten-Unternehmen bzw. die Bank informieren.
* Rechnungen aufheben.
Weitere hilfreiche Urlaubstipps gibt es im ÖAMTC-Reiseratgeber unter www.oeamtc.at/reiseratgeber.