ÖAMTC-Erhebung: Zwölf Prozent der Österreicher lassen sich im Straßenverkehr durch ihr Handy ablenken, Teil 1
Jeder zehnte Autofahrer telefoniert am Steuer ohne Freisprecheinrichtung
Das Handy im Straßenverkehr zu benutzen, kann sehr gefährlich sein – egal, ob man als Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer unterwegs ist. "Die Ablenkung durch das Hantieren mit dem Mobiltelefon hat stark verminderte Aufmerksamkeit in Bezug auf das Verkehrsgeschehen zur Folge", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Insbesondere schwierige und emotional aufwühlende Gespräche können die Konzentration zusätzlich enorm belasten." Eine aktuelle ÖAMTC-Erhebung zeigt, dass dennoch zwölf Prozent der Österreicher auch auf belebten Straßen nicht auf ihr Handy verzichten.
Der Club hat in zwei Nachmittagsstunden an frequentierten Kreuzungen in ganz Österreich insgesamt 3.435 Verkehrsteilnehmer beobachtet. "419 Personen hatten das Handy am Ohr, fast 70 Prozent davon waren Auto- und Lkw-Fahrer", fasst die ÖAMTC-Expertin zusammen. "Von allen beobachteten motorisierten Lenkern (2.675) hat immerhin jeder zehnte ohne Freisprecheinrichtung am Steuer telefoniert." Dabei ist das in Österreich seit 1. Juli 1999 verboten.
Die Ergebnisse der ÖAMTC-Erhebung im Detail
* Von 3.435 beobachteten Verkehrsteilnehmern telefonierten 419 mit dem Handy. Männer (53 Prozent) wurden etwas öfter als Frauen (47 Prozent) beim Telefonieren im Straßenverkehr beobachtet.
* Von den 419 beim Handytelefonieren beobachteten Personen waren 255 (61 Prozent) mit dem Auto, 31 (sieben Prozent) mit dem Lkw, und 115 (27 Prozent) als Fußgänger unterwegs. Weitere 18 Personen telefonierten unter anderem am Fahrrad.
* Bundesländervergleich: Die meisten Handytelefonierer wurden bei dieser Erhebung in Tirol (44 Prozent), gefolgt von Wien (34 Prozent) und Oberösterreich (19 Prozent) beobachtet. Im Burgenland telefonierten elf Prozent der Verkehrsteilnehmer, in Vorarlberg waren es zehn Prozent, in Salzburg und der Steiermark sieben Prozent, in Kärnten vier Prozent und in Niederösterreich zwei Prozent.
* Vorbildwirkung: Im Rahmen der ÖAMTC-Erhebung wurde wiederholt beobachtet, dass sich Eltern auch mit Kindern im Fahrzeug nicht an das Handyverbot am Steuer halten. "Auch bei den Fußgängern ist es vorgekommen, dass mit dem Kind an der einen und dem Handy in der anderen Hand ein Zebrastreifen bei Rot betreten wird", kritisiert die ÖAMTC-Expertin.